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Erkrankungen der Ohrspeicheldrüse bzw. Parotisund die entsprechenden Beschwerden lassen sich oft durch die Lage und Funktion der Glandula parotis erklären. Zum einen hat sie durch den Ausführungsgang einen fast ungeschützen Zugang zur Mundflora, durch den es zu aufsteigenden Entzündungenkommen kann. Darüber hinaus muss der Abfluss des Speichelsgewährleistet sein, da andernfalls ebenfalls Entzündungen entstehen können. Die Parotis ist von einer engen Bindegewebsschichtumgeben. Kommt es durch eine Entzündung oder einen Tumorzur Schwellung, werden unweigerlich die durch die Drüse ziehenden Nervenzusammengedrückt, was zu Funktionsausfällen oder zu starken Schmerzenführen kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Virale Infektionen
- 2 Bakterielle Infektionen
- 3 Autoimmunologische Erkrankungen
- 4 Speichelsteine
- 5 nichtentzündliche Speicheldrüsenschwellung
- 6 gutartige Tumore
- 7 Speicheldrüsenmischtumor
- 8 Warthin-Tumor
- 9 Siehe auch
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Virale Infektionen
Vor ein paar Jahren noch zählte der Mumps(Parotitis epidemica) zu den häufigeren Erkrankungen. Durch die Einführung der Mumpsimpfungist sie in den Sprechstunden der Kinderärzte selten geworden. Die Entzündung wird durch das Mumps-Virus ausgelöst. In der Regel heilt die Parotis von alleine ohne bleibende Veränderung ab. Gefürchtet jedoch ist das Übergreifen der Erkrankung auf andere Teile des Körpers. So kann es zu einer sehr schmerzhaften Entzündung des Hodens- einer Orchitis- kommen, oder ein Übergreifen auf das Gehirn (Enzephalitis) ist möglich. Im Kindesalter ist auch eine Infektion der Glandula Parotis durch den Zytomegalievirushäufig anzutreffen.
Bakterielle Infektionen
Meist in Zusammenhang mit anderen Erkrankunge der Parotis, z.B. Speichelsteine oder einer Veränderung der Speichelzusammensetzung (Dyschylie), kann es zu einer Besiedlung von Bakterienkommen. Bei den entweder über den Ausführungsgang, oder die Blutbahn einwandernden Bakterien, die eine Entzündungauslösen, handelt es sich meist um Staphylo- oder Streptokokken. Es kann zur Chronifizierungder Infektionkommen. Daher ist eine konsequente Therapie aus Antibiotika und Anregung des Speichelflusses z.B. durch das Lutschen von Bonbons notwendig.
Autoimmunologische Erkrankungen
Beim Sjoegren-Syndromhandelt es sich um einem Symptomkomplex aus mangelnder Sekretproduktion mit Mundtrockenheit (Xerostomie), Horn-und Bindehautentzündungam Auge (Keratoconjunctivitis sicca) und zu einer Entzündung der Tränendrüsen (Dakryoadentitis). Daneben tritt eine chronische Polyarthritisauf. Beim Sjoegren-Syndrom kommt es wahrscheinlich zur Reaktion von Autoantikörpernmit dem Gangepithel (oberste Zellschicht) der Parotiden und der Tränendrüsen. Betroffen sind meist Frauen in der Menopause. Zuerst kommt es zu einer Schwellung der Parotis, die anschließend in eine Verkleinerung (Atrophie) übergeht. Zur Diagnose wird eine Biopsieder Mundschleimhaut durchgeführt. Beim einem Sjoergen Syndrom ist das Risiko an einem Non-Hodgkin-Lymphomzu erkranken deutlich erhöht.
Speichelsteine
Die Bildung von Speichelsteinen wird als Sialolithiasisbezeichnet. Meistens tritt sie in der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) auf (80%), in selteneren Fällen (ca. 20%) kann sie auch die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea) betreffen. Speichelsteine sind eine recht häufige Erkrankung (ca. 27-56/1 Million Einwohner), die Männer und Frauen gleich häufig betrifft. Ursächlich ist meist eine gestörte Sekretion (Dyschylie), z.B. eine Änderung der Zusammensetzung des Speichels. Die Steine bestehen meist aus Kalziumphosphat. Klinisch machen sie sich meist durch Schwellung und Schmerzen der betroffenen Drüse vor allem beim Essen bemerkbar. Die Steine können je nach lage und Größe chirurgisch entfernt werden, neuerdings kommen auch Ultraschall-Stoßwellenzum therapeutischen Einsatz, die die Steine zerkleinern und einen natürlichen Abgang durch das Kanalsystem ermöglichen. Bei der sogenannten Speichelgangsendoskopie können kleine Steine unter direkter Sicht mit Zängelchen oder Körbchen entfernt werden.
nichtentzündliche Speicheldrüsenschwellung
Als Sialadenoseoder Sialose wird eine meist schmerzlose, nichtentzündliche Schwellung der Speicheldrüse bezeichnet. Hier von ist meist die Glandula parotidea betroffen. Ursächlich hier kann eine Stoffwechselerkrankungwie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sein. Sie kann als Nebenwirkung bei der Einnahme von Beta-Blockernoder bei metabolischen Störungen (z.B. Mangelernährung oder Alkoholismus) auftreten. Solange keine Funktionsbeinträchtignug oder Schmerzen auftreten hat die se Veränderung außer kosmetischen Beinträchtingungen einen begrenzeten Krankheitswert.
gutartige Tumore
Gutartige (benigne) Tumorealler Speicheldrüsen betreffen in 80% der Fälle die Parotis. Sie zeichnen sich durch langsames Wachstum und Verschieblichkeit aus.
Adenomeder Speicheldrüse sind primär gutartig, können jedoch entarten und sollten deshalb entfernt werden. Nach Entfernung ist eine gründliche Nachsorgewichtig, da Adenome wieder auftereten können (Rezidive).
Speicheldrüsenmischtumor
Der Speicheldrüsenmischtumor, auch pleomorphes Adenomgenannt, ist mit 65% aller Parotisgeschwülste der häufigste Tumor. Meist sind Frauen betroffen. 5% der Speicheldrüsenmischtumore entarten, daher sollte er ebenfalls frühzeitig entfernt werden. Nach operativer Entfernung kommt es in 10% der Fälle zu Rezidiven. Der Name Mischtumor erklärt sich aus der histologisch-mikroskopischen Untersuchung, die eine diffuse Mischung ("buntes Bild") aus verschiedenen Zelltypen und extrazellulären Strukturen wie Hyalin, Fibrin, Mukosa oder Knorpel zeigt.
Warthin-Tumor
Dieser benigne Tumor betrifft meist Männer jenseits des 60. Lebensjahres. Entartungen und Rezidive sind äußerst selten.
Siehe auch
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
- Speicheldrüse
- Drüse
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ohrspeicheldrüsenerkrankung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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