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Humane Leukozytenantigene (Abk. HLA-Antigene) bzw. engl. Human Leukocyte Antigene sind in der Zellmembranverankerte Glykoproteine, die zu den Immunglobulinengehören. Sie bilden die individuelle "Signatur" der Zellen und spielen eine Schlüsselrolle bei der Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen durch das Immunsystem.
Synonyme sind: Haupthistokompatibilitätskomplex, Histokompatibilitätsantigen, Transplantationsantigen, MHC-Antigen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Genetik
- 2 Einteilung
- 2.1 HLA-Klasse-I-Merkmal
- 2.2 HLA-Klasse-II-Merkmal
- 2.3 HLA-Klasse-III-Merkmal
- 3 Nomenklatur
- 4 Medizinische Bedeutung
- 5 Weblinks
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Genetik
Bild:MHC.png Oben: Unterschiedlicher molekularer Aufbau der MHC-Klasse-I- und MHC-Klasse-II-Moleküle Unten. Lage des Haupthistokompatibilitätskomplexes (MHC) beim Menschen auf Chromosom 6 mit seinen Genorten HLA-A, -B, -C, -DR, -DQ und -DP
Die Gene für alle HLA-Proteinemit Ausnahme des ?-Mikroglobulins (Chromosom 15) befinden sich in der Nähe des Centromersauf dem Chromosom 6 und lassen sich topographisch in drei Klassen einteilen. Diese Gene werden als Haupthistokompatibilitätskomplex (Major Histocompatibility Complex, MHC) bezeichnet. Sie sind durch eine besonders hohe Variabilität gekennzeichnet.
Einteilung
HLA-Klasse-I-Merkmal
HLA-Klasse-I-Moleküle bestehen aus einer transmembranäran der Zelloberfläche verankerten ?-Kette an die auf der extrazellulären Seite ein ?2-Mikroglobulin angelagert ist. Im gesamten Molekül lassen sich 4 Abschnitte oder "Domänen" unterscheiden: Die ?-Kette stellt 3 Domänen (?1 - ?3), das ?2-Mikroglobulin die vierte Domäne des Komplexes. Die extrazellulären Teile des Moleküls (?1 und ?2) bilden eine Grube, mit der Peptidegebunden werden können. Diese Peptide sind üblicherweise Fragmente, die beim Abbau von zelleigenen Proteinen im Proteasomgebildet und an der Zelloberfläche immunkompetenten Zellen (beispielsweise CD8+-T-Lymphozyten) präsentiert werden. Auf diese Weise lassen sich körpereigene von fremden Zellen unterscheiden. HLA-Klasse-I-Moleküle finden sich auf allen kernhaltigen Körperzellen. Zu ihnen gehören die IsotypenHLA-A, HLA-B und HLA-C.
HLA-Klasse-II-Merkmal
HLA-Klasse-II-Moleküle bestehen aus einer ?-Kette und einer ?-Kette. Im Gegensatz zu den Klasse-I-Molekülen sind hier beide Ketten in der Zellmembran verankert. Das Molekül besteht aus 4 extrazellulären Domänen (?1 und ?2 sowie ?1 und ?2). Auch dieser Komplex bildet eine Grube, die von der ?1 und ?1 Domäne geformt wird. Sie ist etwas größer als die der HLA-Klasse-I-Moleküle. HLA-Klasse-II-Moleküle finden sich nur auf phagozytierendenZellen (z.B. Makrophagenund professionelle antigenpräsentierenden Zellen = APZ). Die im Rahmen der Phagoyztose aufgenommenen Proteine und Peptide werden lysosomalabgebaut und die dabei entstehenden Fragmente auf Klasse-II-Molekülen präsentiert. Zu den HLA-Antigenen der Klasse II gehören die Isotypen HLA-DP, -DQ, -DR sowie DN und DO.
HLA-Klasse-III-Merkmal
Zu den Klasse-III-Molekülen gehören die Komplementfaktoren C2 und C4 sowie Bf. Im Gegensatz zu den anderen Klassen handelt es sich hierbei um Plasmaproteine, die an der unspezifischen Immunabwehr beteiligt sind.
Nomenklatur
Der Name eines HLA-Antigene setzt sich aus 3 Teilen zusammen:
- der Abkürzung "HLA"
- dem Buchstaben, der den Isotyp bezeichnet (z. B. HLA-B)
- einer Ziffer, die die spezifische Antigenvariante bezeichnet (z. B. HLA-B27).
Medizinische Bedeutung
HLA-Antigene dienen der Bestimmung der Histokompatibilität, die für den Erfolg von Transplantationenentscheidend ist. Je ähnlicher sich die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstoßungsreaktionen. Identische HLA-Merkmale finden sich nur bei eineiigen Zwillingen oder Klonen.
Eine weitere wichtige Bedeutung kommt den HLA-Antigenen durch die HLA-Typisierungzu. Ihr liegt die Erkenntnis zugrunde, dass viele Krankheiten mit bestimmten HLA-Antigenen assoziiert sind. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf das Krankheitsrisiko ziehen.
Des Weiteren wird eine HLA-Austestung von Spender und Empfänger auch in speziellen Fällen vor einer Transfusion von Thrombozytenkonzentraten durchgeführt, da hier die Empfänger aufgrund beispielsweise einer Chemotherapie über ein geschwächtes Immunsystem verfügen, das nicht weiter belastet werden soll.
Weblinks
- http://www.anthonynolan.com/HIG/Hier finden sich u.a. Listen mit der offiziellen WHO-HLA-Nomenklaturen:Human leukocyte antigen
fr:Human leukocyte antigen
lt:HLA antigenas
vi:MHC
zh:???????
Seitenkategorien: Immunologie
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Human Leukocyte Antigen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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