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Bild:IgG molecular surface.jpg räumliche Darstellung eines IgG-Antikörpers
Das IgG ist die Abkürzung für das ImmunglobulinG. Es wird synonym auch von den Gammaglobulinen gesprochen. Es handelt sich dabei um Glykoproteine(Eiweisse) die nach Kontakt mit einem Antigenvon B-Lymphozytenbzw Plasmazellenproduziert werden. Sie stellen die Antikörper(Immunglobuline) der Klasse G dar, die vor allem gegen Bakterien wirkt. Die Bildung von Immunglobulinen (hier der klasse Gamma) ist der Teil der humoralen Immunabwehr, also der nicht-zellgebundenen Immunabwehr durch lösliche Stoffe.
Der Antikörper besteht aus zwei langen ("schweren") und zwei kurzen ("leichten") Proteinkettenund hat die Form eines "Y". Die schweren Ketten haben ein Molekulargewichtvon 50000 Daltonund sind stets der Klasse Gamma zuzuordnen, die leichten Ketten haben ein Molekulargewicht von 22000. Das gesamte Molekulargewicht beträgt 144000 Dalton (2x50000 + 2x22000). An den kurzen Enden des Y befinden sich die Bindungsstellen, die an Antigene(Fremdkörper, zum Beispiel spezifische Oberflächenstrukturen von Bakterienzellen) oder Haptenebinden können. Der antigenbindende Anteil der IgG (Fab) ist sehr variabel. Es ist berechnet worden dass etwa 10 hoch 6 bis 10 hoch 9 chemisch verschiendene Fab-Abschnitte möglich sind. Die entsprechenden Genabschnitte unterliegen während des Lebens den entsprechenden notwendigen Mutationen. Die Bindung an Oberflächenantigene löst weitere immunologische Reaktionen aus die zur Vernichtung der betroffenen Zellen oder Antigen-präsentiernen Strukturen führen kann. Die Immunglobuline selbst können das entsprechende Ziel nicht zerstören, sie haben vielmehr die Aufgabe die Ziele zu markieren und für weitere Abwehrsysteme besser angreifbar zu machen. Da ein IgG jedoch nur an ein einziges Antigen binden kann, gehört die Antikörperbildung zum spezifischen Anteil des Immunsystems. Bestimmte Plasmazellen bilden ganz bestimmte Antikörper die gegen ein bestimmtes antigen gerichtet sind, man spricht daher hier auch von der Funktion der Plasmazelle als Gedächtniszelle. Da der massenhaften Antikörperbildung durch Plasmazellen im Rahmen einer Infektion jedoch eine vorherige Phase der Sensibilisierung mit dem Antigen vorausgehen muss, wird diese starke Antikörperbildung als sekundäre Immunantwort bezeichnet. Im Rahmen einer Impfungkann die Antikörperbildung gegen ein bestimmtes Antigen von den Plasmazellen "gelent" werden und kann den Organismus in die Lage versetzen bei erneutem Kontakt mit dem gleichen Antigen auch nach vielen Jahren rasch und in großer Zahl spezifisch wirkende Antikörper zu bilden.
Körpereigene Antigene werden im Rahmen der immunologischen Toleranzals "eigen" betrachtet und führen normalerweise nicht zu einer spezifischen Antikörperbildung gegen diese Antigene. Bei Antoimmunerkrankungenkann es jedoch zu einer krankhaften Bildung von Antikörpern kommen.
Die schweren Ketten der Immunglobuline der Klasse G (Gamma) werden in vier isotypische Subklassen (Gamma 1-4) unterteilt. Die leichten Ketten kommen in zwei Arten (kappa und lambda) vor.
Durch bestimmte Enzyme(z.B. Papainoder Pepsin) lassen sich die IgG Antikörper in zwei Fragmentearten aufspalten. Die zwei Fragmente sind:
- Fab zwei Fragmente die die Antigenbindungsstelle enthalten
- Fc ein Fragment das an Komplementproteineoder zelluläre Rezeptoren binden kann
Störungen der Antikörper IgG Bildung werden als Gammopathienbezeichnet. Die Hypogammaglobulinämiebezeichnet eine krankhaft zu geringe Produktion an IgG Antikörpern. Die Agammaglobulinämiebezeichnet den Ausfall der Antikörperbildung. Schwerer Eiweissmangel (Inanition, lange Hungerzeiten) oder schwere Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom) können die Antikörperbildung beeinträchtigen. Eine Herabsetzung der IgG Bildung führt zu teilweise schweren Infektionskrankheiten.
Neugeborene können zunächst keine eigenen IgG bilden, und sind vorübergehend auf die Antikörper der Mutter angewiesen. Intrauterin erfolgt die Weitergabe über die Plazenta.
Der menschliche Körper bildet fünf solcher Klassen von Immunglobulinen: Neben IgG auch IgM, IgA, IgDund IgE.
Die Immunglobuline G sind in der Elektrophoresegut im Bereich Gamma 1-2 als eigenständiger Peak zu erkennen. In der Immunelektrophoresesind sie ebenfalls identifizierbar. Im Blut des Menschen sind etwa 8 Gramm IgG pro Liter enthalten und stellen 11-18% des Gesamteiweisses im Blut dar.
Weblinks
- Begleitartikel zu einem Radiobeitrag (WDR 5, ?Leonardo?), der sich kritisch mit IgG-Tests auseinandersetzte.
- http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=47571zum IgG Nachweis als Allergietest
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel IgG aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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