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Impfstoff

Ein Impfstoff (auch Vakzine) ist ein biologischoder gentechnischhergestelltes Agens, meist bestehend aus einzelnen Protein- oder Erbgutbruchstücken, abgetötetenoder abgeschwächtenErregern. Der Impfstoff dient im Rahmen einer Impfung zur spezifischen Aktivierungdes Immunsystemshinsichtlich eines bestimmten Erregers, bzw. einer Erregergruppe.

Dazu wird die Reaktion des Immunsystemsausgenutzt, bei Vorhandensein von Erregern bzw. deren spezifischen Teilen (Stichwort Oberflächenproteineals Antigene) eine Immunantwortzu starten. Diese führt zur Ausbildung von Antikörpernund spezialisierten T-Helfer-Zellen, die dann einen lange anhaltenden Schutz (je nach Erreger zwischen einigen Jahren bis lebenslang) vor der jeweiligen Krankheitbieten.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursprung der Impfstoffe
  • 2 Attenuierter Lebendimpfstoff
  • 3 Totimpfstoff
  • 4 Toxoide
  • 5 Sonstige
  • 6 Weblinks

Ursprung der Impfstoffe

Die Pockenwaren die erste Krankheit, bei der versucht wurde, Individuendurch absichtlich Infektionmit anderen Erregern zu immunisieren. Es wird angenommen, dass diese Versuche entweder in Indienoder Chinabereits 200 v. Chr. begannen. Chinesische Ärzte wählten zur Gewinnung des Impfstoffs Personen mit leichtem Krankheitsverlauf aus und entfernten Krustenstücke der Pocken dieser Infizierten. Die Stücke wurden zu einem Pulver zermahlen und in die Nase der zu impfenden Person eingeführt.

Lady Mary Wortley Montagueberichtete 1718, dass die Türken sich in ähnlicher Weise den Körperflüssigkeiten von leicht Infizierten aussetzten und wendete diese Methode bei ihren eigenen Kindern an.

Der englische Landarzt Edward Jennerbeobachtete 1796, während der Blüte der europäischen Pockenepedemien, dass Mägde durch den Kontakt mit Kuheutern teilweise mit Kuhpockeninfiziert wurden, die ein vergleichsweise harmloser Verwandter der Pocken sind. Er entnahm infektiöse Flüssigkeiten von der Hand der derart infizierten Magd Sarah Nelmes und führte diese durch Injektion oder Kratzen in den Arm des 8 Jahre alten, gesunden James Phipps ein. Phipps entwickelte Symptomeeiner Kuhpocken-Infektion, von der er vollständig kurierte. 48 Tage später injizierteJenner mit Pocken kontaminierteMaterie in Phipps, welcher jedoch keine Symptome entwickelte.

Attenuierter Lebendimpfstoff

Dieser Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte (attenuierte) Virenoder Bakterien, die sich noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen, in der Regel jedoch keine Erkrankung. Ein attenuierter Lebendimpfstoff ist in der Regel deutlich wirksamer als Totimpfstoff.

In seltenen Fällen kann es nach der Anwendung eines solchen Impfstoffes bei der möglichen Vermehrung der Erreger zu einer Mutationin Richtung der nicht abgeschwächten Ausgangsform kommen, durch die dann doch die Erkrankung ausgelöst werden kann. Beispiele hierfür sind der MMR-Impfstoff, Bacillus Calmette-Guérin, sowie Impfstoffe gegen Gelbfieber.

Totimpfstoff

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte oder abgetötete Viren oder Bakterien oder Bestandteile von Viren und Bakterien. Diese können sich im Körper nicht mehr weitervermehren, sie lösen aber ebenfalls eine Abwehrreaktion (Immunreaktion) aus. Beispiele sind Impfstoffe gegen Influenza, Cholera, Beulenpestoder Hepatitis A.

Toxoide

Hierbei handelt es sich um inaktive toxische Bestandteile der erregenden Mikroorganismen. Diese Impfstoffe werden in Fällen verwendet, in denen nicht die Erreger selbst, sondern deren Toxine die Krankheit verursacht. Beispiele für diese Impfstoffe sind Tetanusund Diphtherie.

Sonstige

Eine Reihe weiterer, teilweise experimenteller, Techniken befinden sich in Entwicklung und Einsatz:

  • Konjugierte Impfstoffe: einige Bakterien verfügen über Polysaccharid-Außenhüllen, die nur schwache Immunantworten provozieren. Durch Verbindung dieser Außenhüllen mit Proteinen(wie Toxinen), kann das Immunsystem dazu gebracht werden, die Polysaccharide wie Proteinantigene zu erkennen.
  • Anstatt vollständiger attenuierter oder inaktiver Erreger kann auch durch Fragmente eine Immunantwort provoziert werden.
  • Rekombinante Vektoren: Durch Kombination der Physiologieeines Mikroorganismusmit der DNSeines anderen kann eine Immunität gegen Erreger mit komplexen Infektionsprozessen geschaffen werden.
  • DNS-Impfung: In den letzten Jahren entstand eine neuartige Form der Impfung, die auf der DNS des Agensbasiert. Hierbei wird virale oder bakterielle DNS in den Wirtsorganismus eingefügt und expremiert. Hierdurch wird eine Immunreaktion bewirkt. Hierbei entfallen nach bisherigem Stand der Forschungen (2005) die Nebenwirkungen der üblichen Impfmethoden.

Weblinks

  • dnavaccine.com - exzellente Seite zur DNA-Vakzinierung & Gen-Therapie (engl.)
  • vaccine.com - sehr gut organisierte Link-Seite zu verschiedensten Aspekten von Impfung & Impfstoffen (engl.)


siehe auch: Impfung, Impfkontroverseca:Vacuna cs:Vakcína da:Vaccination en:Vaccine eo:vakcino es:Vacuna fi:Rokote fr:Vaccination he:????? id:Vaksin it:Vaccino ja:???? ko:?? nb:Vaksine nl:Vaccin pl:Szczepionka pt:Vacina ru:??????? sl:Cepivo sv:Vaccination th:?????? vi:V?c-xin zh:??

Von "http://de.wikipedia.org/Impfstoff"



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