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Als Iodallergie (besser: Iod-Unverträglichkeit, da es umstritten ist, ob echte Allergienvorliegen) wird oft der Umstand bezeichnet, dass manche Menschen auf die Einnahme von iodhaltigenSubstanzen mit Vergiftungssymptomen (Iodismus) reagieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Symptome einer Iod-Unverträglichkeit
- 2 Ursache
- 3 Iodhaltige Substanzen
- 4 Weblinks
- 4.1 Literatur
- 4.1.1 allgemein
- 4.1.2 Iodhaltige Allergene
- 4.1.3 Iod und Autoimmunthyreoiditis
- 4.2 Selbsthilfegruppen
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Symptome einer Iod-Unverträglichkeit
- Reizwirkungen an Haut und Schleimhäuten
- Schnupfen
- Bindehautentzündung
- Bronchitis
- Ausschlag
- Kopfschmerzen
- Gastroenteritis
Ursache
Die Ätiologiedes "Iodismus" ist nicht abschließend geklärt. Exzessive Iodüberdosierungen beeinflussen die Synthese von Schilddrüsenhormonen; die Unverträglichkeiten sollen aber auch bei geringer Zufuhr - etwa durch iodiertes Speisesalz - auftreten. Ferner ist bekannt, dass sich latente (unbemerkte) Schilddrüsenüberfunktionendurch plötzliche Iodzufuhr akut verschlechtern können. Ob davon unabhängig eine echte Allergiegegen Iod existiert, die auch Gesunde betreffen kann, ist umstritten, da das anorganische Iod selbst nicht allergen wirken kann. (Allergien gegen iodhaltige Röntgenkontrastmittelsind bekannt, allerdings ist hierbei nicht der Iodanteil massgeblich, sondern das organische Trägermolekül).
JapanischenWissenschaftlern (Shionoya und Mitarb.) zufolge werden bei einer Iodbelastung und gleichzeitigem Mangel an Antioxidanzien im Organismus iodhaltige Eiweißverbindungen mit allergenem Potential gebildet [1], [2], [3]. In einer ganzen Reihe von Forschungsarbeiten wird außerdem ein Zusammenhang zu einer bestimmten Form der Schilddrüsenentzündung, der sogenannten autoimmunen Thyreoiditis (siehe auch: Hyperthyreose) vermutet. Tierversuche haben gezeigt, dass eine übermäßige Iodbelastung den Krankheitsverlauf beschleunigt und verschärft [4], [5], [6][7].
Iodhaltige Substanzen
Neben iodhaltigen Medikamentenund Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmittelzusätze(insbesondere iodiertes Speisesalz, sogenannte Iod-Eier etc.) ist auch in manchen Desinfektionsmittelnnoch Iod enthalten.
Es muß betont werden, dass Iodunverträglichkeit nur wenige Personen betrifft. Keinesfalls sollte sie zum Anlass genommen werden, die Versorgung der Bevölkerung mit dem lebenswichtigen SpurenelementIod zu verringern. Deutschlandist ein IodmangelgebietGrad 0-I (WHO), d.h. der Iodgehalt der Nahrung ist unterdurchschnittlich. Nur 9 % der Deutschen nimmt nach den Kriterien der WHO ausreichend Iod auf (Hampel et al., 1995). Im Gegensatz dazu ist die Iodversorgung in Österreich, der Schweizund den USAseit 1920 durch staatliche Maßnahmen verbessert worden und gilt dort jetzt als ausreichend.
Weblinks
- Deutsche Gesellschaft für Autoimmunerkrankungen
- Arbeitskreis Iodmangel
- Initiative "Jod? Nein danke" (kämpft gegen die Iodierung von Speisesalz)
Literatur
allgemein
- R. Hörman: Schilddrüsenkrankheiten. ABW-Verlag, Berlin 2004
- H. Lüllmann & K. Mohr (1999): Pharmakologie und Toxikologie. 14. komplett überarbeitete und neu gestaltete Auflage, Stuttgart & New York: Thieme, S. 344
- C.-J. Estler, Hrsg. (2000): Pharmakologie und Toxikologie, 5. überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart & New York: Schattauer, S. 514.
Iodhaltige Allergene
- Shionoya H, Sugihara Y, Okano K, Sagami F, Mikami T, Katayama K (2004a): Studies on experimental iodine allergy: 1. Antigen recognition of guinea pig anti-iodine antibody. In: J Toxicol Sci. 2004 May;29(2):131-6, [8]
- Shionoya H, Sugihara Y, Okano K, Sagami F, Mikami T, Katayama K (2004b): Studies on experimental iodine allergy: 2. Iodinated protein antigens and their generation from inorganic and organic iodine-containing chemicals. In: J Toxicol Sci. 2004 May;29(2):137-45, [9]
- Sugihara Y, Shionoya H, Okano K, Sagami F, Mikami T, Katayama K (2004c): Studies on experimental iodine allergy: 3. Low molecular weight elicitogenic antigens of iodine allergy. In: J Toxicol Sci. 2004 May;29(2):147-54, [10]
Iod und Autoimmunthyreoiditis
- Rose N R, Rasooly L, Saboori A M, Burek C L (1999): Linking iodine with autoimmune thyroiditis. In: Environ Health Perspect. 1999 Oct;107 Suppl 5:749-52 [11]
- Ruwhof C, Drexhage H A (2001): Iodine and thyroid autoimmune disease in animal models. In: Thyroid. 2001 May;11(5):427-36 [12]
- Cihakova D, Sharma R B, Fairweather D, Afanasyeva M, Rose N R (2004): Animal models for autoimmune myocarditis and autoimmune thyroiditis. In: Methods Mol Med. 2004;102:175-94 [13]
- Schumm-Draeger P M (2004): Jod und thyreoidale Autoimmunität. In: Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, Jahrgang 98, Heft Supplement V, 04-2004, S. 73-76 (4) [14]
Selbsthilfegruppen
- Die Selbsthilfegruppe der Jodallergiker, Morbus-Basedow- und Hyperthyreosekranken, Postfach 2967, D-54219 Trier.
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