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Unter der Heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT) versteht man in der Medizineine Erkrankung, bei der durch die Verabreichung von Heparin, einem Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung, die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) abfällt.
Dabei werden zwei Typen unterschieden:
Inhaltsverzeichnis
- 1 Heparininduzierte Thrombozytopenie HIT Typ I
- 1.1 Häufigkeit
- 1.2 Symptome, Komplikationen und Gefahren
- 1.3 Therapie
- 1.4 Prophylaxe
- 2 Heparininduzierte Thrombozytopenie HIT Typ II
- 2.1 Laborbefunde
- 2.2 Symptome, Komplikationen und Gefahren
- 2.3 Therapie
- 2.4 Prognose
- 3 Literatur
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Heparininduzierte Thrombozytopenie HIT Typ I
Häufigkeit
- ca. 1 - 5 % bei Gabe von unfraktioniertem Heparin
- bei niedermolekularen Heparinen (NMH) seltener
Symptome, Komplikationen und Gefahren
Sofort oder 2 - 4 Tage nach Beginn der Heparintherapie kommt es zu einer milden, komplikationslosen Thrombozytopenie (100 - 150 / nl).
Therapie
- Eine besondere Therapie ist in der Regel nicht erforderlich.
- Ob die Heparintherapie fortgesetzt werden kann, muss im Einzelfall abgewogen werden.
- Meist kommt es zu einer spontanen Rückbildung der Thrombozytopenie innerhalb von 1 - 5 Tagen auch unter Fortführung der Heparintherapie.
Prophylaxe
- Engmaschige Kontrolle der Thrombozytenzahlen, um eine eventuell doch vorliegende HIT Typ II zu erkennen.
Heparininduzierte Thrombozytopenie HIT Typ II
Laborbefunde
- Etwa 6 bis 14 Tage nach Beginn der Heparintherapie kommt es zu einem starken Abfall der Thrombozytenzahl auf unter 100 / nl.
- Handelt es sich um eine Re-Exposition mit Heparin, dann kann innerhalb von Stunden die Thrombozytenzahl abfallen.
Symptome, Komplikationen und Gefahren
- Interessanterweise kommt es trotz des Thrombozytenmangels nur relativ selten nämlich in etwa 5 % der Fälle zu Blutungen.
- Stattdessen treten bei der HIT II in etwa 40 % der Fälle arterielle oder venöse Gefäßverschlüsse durch weiße - also überwiegend aus Thrombozyten bestehende - Thrombenauf.
- Die HIT II ist potentiell lebensbedrohlich.
Therapie
- Sofortiges Abbrechen der Heparingabe.
- Wechsel auf rekombinantes Hirudin(Lepirudin) oder Danaparoid - danach Umstieg auf Cumarine
- Zur Prophylaxe arterieller Thrombosenkann 100 - 500 mg ASS/ Tag gegeben werden.
- Bei bereits stattgehabten Thrombembolien kann eine Lysetherapiesinnvoll sein.
Prognose
Auch bei sofortigem Absetzen des Heparin ist die Letalitätimmer noch 12 - 23 %.
Literatur
- Heparininduzierte Thrombozytopenie; A.Greinacher et al.; Dtsch Arztebl 2003; 100: A 2220?2229 (Heft 34?35)
- Klinikleitfaden Intensivmedizin; J.Braun; R.Preuss; 5.Auflage 2002; Urban & Fischer
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