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Physostigmin ist eine organisch-chemische Substanz, die in der Medizin als Medikament beim anticholinergen Syndromund Alkoholentzugsdelir eingesetzt wird. Es ist ein Alkaloid aus dem Samen von Physostigma venenosum(Calabrabohne / Calabrastrauch / Gottesurteilsbohne).
Das Medikament gibt es als Ampulle mit 5 ml, die 2 mg Physostigminsalicylat enthält.
Es wird in der BRDmit dem Handelsnamen Anticholium® Injektionslösung vertrieben. In der Tiermedizin wird es auch in Form von Tabletten verwendet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Wirkung
- 2 Anwendung
- 3 Dosierung:
- 4 Nebenwirkungen
- 5 Gegenanzeigen
- 6 Links
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Wirkung
Physostigmin ist ein Parasympathomimetikum(Cholinergikum), d.h. es verstärkt die Wirkung des parasympathischen Nervensystemsim Körper. Physostigmin verzögert als Acetylcholinesterasehemmer den Abbau von Acetylcholins und wirkt durch die Erhöhung der Acetylcholinkonzentration am Rezeptor indirekt parasympathomimetisch.
Am Herzenführt es zu einer Frequenzsenkung, an den Augen zu einer Miosis(Engstellung der Pupille), an den Bronchienzu einer Verengung und am Darmzu einer Anregung der Peristaltik.
Auch an der motorischen Endplatteentfaltet es seine Wirkung. Physostigmin ist ein tertiäres Amin und kann auf Grund seiner Struktur im Gegensatz zu den quartären Aminen die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im ZNS seine Wirkung entfalten.
Anwendung
Physostigmin wird als Gegenmittel bei Vergiftung oder Überdosierungen von:
- Atropin,
- Amphetamine,
- tricyclischen Antidepressiva,
- Phenothiazine,
- Benzodiazepine,
- Antihistaminika
und zur Behandlung von zentralen anticholinergen Symptomen eingesetzt.
Dosierung:
Initial gibt man 2 mg (1 Ampulle) langsam i.v., bei Bedarf sind weitere Verabreichungen notwendig. Die Gabe des Medikamentes sollte unter Monitoring (insbesondere der Herzfrequenz) des Patienten erfolgen. Die Wirkung tritt nach intravenöser Gabe innerhalb von 2 bis 15 min ein. Die Wirkungsdauer beträgt etwa 20 bis 40 min.
Nebenwirkungen
Als Nebenwirkungen können auftreten:
- Bei Überdosierung:
- Bradykardie
- Speichelfluss
- Erbrechen
- Krampfanfall
- Miosis
Gegenanzeigen
Physostigmin darf bei folgenden Krankheiten nicht verwendet werden:
- Asthma bronchiale,
- schweren peripheren Durchblutungsstörungen
- koronarer Herzerkrankung
- Verstopfung durch eine mechanische Ursache
- mechanische Harnsperre.
Die gleichzeitige Gabe von anderen Cholinesterasehemmern muss wegen einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung unterbleiben.
Links
- http://www.gifte.de/Antidote/anticholium.htm
- http://www.botanical.com/botanical/mgmh/c/calbea05.html
- http://www.ibiblio.org/herbmed/eclectic/ellingwood/physostigma.html
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Physostigmin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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