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Plötzlicher Herztod ist ein Fachausdruck aus der Medizin.
Man bezeichnet damit einen nicht erwarteten Herzkreislaufstillstand, der innerhalb einer Stunde nach Beginn der Beschwerden zum Tode des Betroffenen führt.
Definitionsgemäß muss dem plötzlichen Herztod eine bereits bekannte oder eine unbekannte Herzerkrankung zugrundeliegen.
Liegt keine Herzerkrankung zugrunde, handelt es sich um einen ?plötzlichen Tod aus nichtkardialer Ursache?.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Statistik
- 2 Plötzlicher Herztod bei Sportlern
- 3 Plötzlicher Tod aus nichtkardialer Ursache
- 4 Akuter Herzkreislaufstillstand
- 5 Ursachen
- 5.1 Seltene Herzerkrankungen mit erhöhtem Risiko für den Sekundenherztod
- 6 Vorbeugung und Behandlung
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
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Statistik
Nach statistischen Angaben sterben am plötzlichen Herztod mehr als 100.000 Menschen pro Jahr in Deutschland. Im Alter von weniger als 40 Jahren ist der plötzliche Herztod selten. Männer sind in jüngeren Jahren deutlich häufiger betroffenen als Frauen. Je älter man wird, desto stärker ist man gefährdet, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.
Etwa 50% aller Patienten mit einem plötzlichen Herztod haben eine vorher bereits bekannte Herzerkrankung. Bei einem weiteren Teil der Betroffenen lässt sich nach dem Tode durch eine Sektioneine strukturelle Herzerkrankung nachweisen.
Plötzlicher Herztod bei Sportlern
Ob plötzlicher Herztod bei Sportlernbzw. Leistungssportlern häufiger oder seltener vorkommt als in der restlichen Bevölkerung, ist nicht klar zu beantworten, da hier verlässliche statistische Daten fehlen.
Durch einige spektakuläre Fälle hat das Thema in den letzten Jahren eine erhebliche Aufmerksamkeit der Medien bekommen. Es wurde auch vermutet, dass ein größerer Teil dieser Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme von Anabolika oder anderer Dopingmittel stünden. Auch hier fehlen bisher überzeugende und verlässliche statistische Daten.
Plötzliche Todesfälle sind bei Sportlern unter dem 35. Lebensjahr zu etwa 40% einer koronaren Herzkrankheit anzulasten und zu über 30% Folge einer meist unbemerkten Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Bei Über-35-Jährigen dominiert mit etwa 80% die koronare Herzerkrankung. Diese Daten wurden anhand einer Autopsiestudie aus der Schweiz, Deutschland und Österreich gewonnen. An der Studie beteiligten sich 84 Pathologie-Institute.
Eine italienische Studie ergab, dass Spitzensportler im Vergleich zu Freizeitsportlern ein 2,5-fach höheres Risiko haben, am plötzlichen Herztod zu sterben. Häufige Ursachen sind angeborene und bisher nicht diagnostizierte Herzerkrankungen, bei einem Drittel der Fälle von plötzlichem Herztod spielen Herzmuskelveränderungen eine Rolle.
In Italien sind seit mehr als 25 Jahren Herzuntersuchungen von Spitzensportlern vor sportlichen Wettkämpfen vorgeschrieben.
Plötzlicher Tod aus nichtkardialer Ursache
Eine Reihe von nicht kardialen Erkrankungen können zum Bild eines plötzlichen Herztodes passen, sind aber nach einer Sektion aus dieser Gruppe auszuschließen. So können etwa eine akute Hirnstammblutung, eine Vergiftung oder ein Stromunfall als plötzlicher Herztod erscheinen. Nach der Klärung der Umstände und einer Sektion lassen sich diesbezügliche Zweifel jedoch ausräumen, weswegen ein solches Vorgehen bei jeder ungeklärten Todesursache anzuraten ist.
Akuter Herzkreislaufstillstand
Derzeit werden nur etwa 5-8% der Patienten, die einen Herzkreislaufstillstand erleiden, gerettet. Ein Teil der Patienten, die einen akuten Herzkreislaufstillstand erleiden und die primär überleben, sterben nach einigen Tagen an einem hypoxischen Hirntododer einer Sekundärerkrankung wie einer Lungenentzündung(Pneumonie).
Ursachen
- Kammerflimmern(ca 80% der Fälle)
- Herzstillstand (Asystolieca 20% der Fälle)
- koronare Herzerkrankung
- akuter Herzinfarkt
- durchgemachter Herzinfarkt
- Myokarditis
- Herzklappenerkrankung
- dilatative Kardiomyopathie
- hypertone Herzerkrankung
Seltene Herzerkrankungen mit erhöhtem Risiko für den Sekundenherztod
- QT-Syndrom
- Brugada-Syndrom
- Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
- Hypertrophe nichtobstruktive Kardiomyopathie
- Koronaranomalien
- Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
Vorbeugung und Behandlung
- Betablocker
- Amiodaron= Cordarex
- Vorbeugung und Behandlung anderer Herzerkrankungen
- ICD- Implantation
- Herzschrittmacherimplantation
- Schulung in der Laienreanimation
- Anwendung externer Defibrillatoren
Literatur
- Corrado D et al.: Does sports activity enhance the risk of sudden death in adolescents and young adults? J Am Coll Cardiol (2003) 42(11):1959-63. PMID 14662259
- Dichtl W et al: An uncommon coronary artery fistula causing survived sudden cardiac death in a young woman. Int J Cardiovasc Imaging (2005) 21(4):387-390. PMID 16047119
- Mills AT et al.: Brugada syndrome: syncope in the younger patient and the risk of sudden cardiac death. Emerg Med J (2005) 22(8):604-6. PMID 16046779
- Tabib A et al.: Circumstances of death and gross and microscopic observations in a series of 200 cases of sudden death associated with arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy and/or dysplasia. Circulation (2003) 108(24):3000-5. PMID 14662701
Weblinks
- http://www.m-ww.de/krankheiten/herz_kreislauf_erkrankungen/ploetzlicher_herztod.htmlen:Cardiac arrest
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