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Der Pneumothorax (v. griech.?????? ?Luft? und ????? ?Brustkorb?) ist ein meistens akutauftretendes Krankheitsbild, bei dem Luft in den Pleuraspaltgelangt und damit die Ausdehnung eines Lungenflügelsoder beider Lungenflügel behindert, so dass diese für die Atmungnur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Ausprägung reicht von minimalen Luftmengen, die vom Patienten kaum bemerkt werden, über einen Kollaps einer Lunge bis hin zum Spannungspneumothorax, bei dem beide Lungen und die Herz-Kreislauffunktion drastisch eingeschränkt sein können, so dass akute Lebensgefahr besteht.
Der Pneumothorax wird im Medizinerjargon oft kurz Pneu genannt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen und Entstehung
- 2 Pathophysiologie
- 3 Symptome
- 4 Diagnose
- 5 Erste-Hilfe-Maßnahmen
- 6 Der Spannungspneumothorax
- 7 Therapie (Behandlung)
- 8 Links
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Ursachen und Entstehung
Der Pneumothorax kann auf zwei Arten entstehen:
- durch einen spontanen Riss des Lungengewebes (?spontan? d. h. ohne Einwirkung von außen)
- bei sonst gesunden oft auch jungen Menschen bei heftigem Husten(sog. Spontan-Pneumothorax)
- bei vorgeschädigter Lunge beispielsweise durch ein Lungenemphysemoder Lungenkrebs
- durch Verletzung(Trauma) des Brustkorbes(sog. Thoraxtrauma). Hierbei unterscheidet man das scharfe/spitze/perforierende vom stumpfen Thoraxtrauma, je nach der Art der Gewalt, die auf den Brustkorb eingewirkt hat:
- Ein Autounfall, bei dem der Fahrer gegen das Armaturenbrettgeschleudert wird, ruft ein stumpfes Thoraxtrauma hervor.
- Thoraxtrauma durch Schall: Wie die Fachzeitschrift Thorax berichtet, kann ein Pneumothorax sogar durch extrem laute (wummernde) Bässe, wie sie in Diskothekenzu hören sind, verursacht werden. Hierbei versetzen die Bassfrequenzendie Lungenflügel so stark in Schwingung, dass Geweberisseentstehen können, die schließlich den Lungenkollapsverursachen (Thorax, Bd. 59, S. 722).
- Durch ein Barotrauma(Druckveränderung) der Lunge beim Fliegen und Tauchen
- Ein Messerstich in den Brustkorb ist zum Beispiel ein scharfes/perforierendes Thoraxtrauma.
- Zu den perforierenden Traumatamuss man auch das Auftreten eines Pneumothorax nach ärztlichenMaßnahmen zählen. Der Pneumothorax ist eine mögliche Komplikation
- bei verschiedenen Punktionen, zum Beispiel Anlage eines zentralvenösen Kathetersüber die Vena subclavia, Vena jugularis internaoder Vena anonyma,
- nach Betäubungendes Armnervengeflechts(Plexus axillaris) z. B. verticaler infraclaviculärer Block.
- nach Operationenam Brustkorb. Hier entsteht regelmäßig ein Pneumothorax, dem aber durch die Anlage von Thoraxdrainagenwährend der Operation vorgebeugt wird.
- Früher wurde ein künstlich angelegter Pneumothorax als Therapieverfahrenbei der Lungentuberkuloseangewendet. Dieses Verfahren wurde nach der Entwicklung effektiver Antibiotikawieder verlassen.
- In seltenen Fällen tritt als Nebenwirkungdes Nadelstechensbei der Akupunkturbehandlungin den Brustbereich ein Pneumothorax auf.
- durch einen Alpha-1-Antitrypsin Mangel
- Ein vererbter AAT Mangel begünstigt besonders im Zusammenhang mit Rauchen einen Spontanpneumothorax.
Pathophysiologie
Bei jedem Pneumothorax gelangt Luft in den Pleuraspalt. Dies ist der Raum zwischen der inneren Auskleidung der Brustwand (Pleura parietalis) und der äußeren Haut der Lunge (Pleura visceralis). Der Pleuraspalt hält normalerweise durch den darin herrschenden Unterdruck die Lungenflügel verschieblich an der Brustkorbinnenwand (ähnlich wie zwei Glasscheiben, die durch einen Wassertropfen zusammengehalten werden, aber gegeneinander verschoben werden können). Dringt Luft in diesen Spalt ein, der normalerweise luftleer ist, dann folgt das elastische Lungengewebe seiner inneren Spannung und fällt in sich zusammen.
Man unterscheidet den
- geschlossenen Pneumothorax ohne Verbindung zwischen Brustraum und Außenluft vom
- offenen Pneumothorax mit einer solchen Verbindung. Wenn eine offene Verbindung zwischen dem Inneren des Brustkorbs und der äußeren Umgebung besteht, entsteht sofort ein Komplettpneumothorax der betroffenen Seite, d. h. die komplette Lunge einer Seite ist nicht mehr in der Lage an der Atmung teilzunehmen.
Besonders schwerwiegend ist ein Spannungspneumothorax(s. u.) bei dem ein Ventilmechanismus auftritt, der den Pneumothorax immer weiter verstärkt.
Symptome
Bild:Pneu im CT.jpg Pneumothorax der rechten Seite (im Bild links) mit ausgeprägtem Hautempysem und liegender Thoraxdrainage in der Computertomografie
- Das wichtigste Symptom ist die Atemnot(Dyspnoe).
- Das Atmen kann (einseitig) schmerzhaft sein.
- Husten(reiz) kann auftreten.
- Bei ausgeprägter Luftnot zeigt sich eine bläulich graue Hautfarbe, die auf einen Sauerstoffmangel im Blut schließen lässt Zyanose.
- Manchmal ist ein Hautemphysemzu tasten: Bei leichtem Druck auf die Haut fühlt man ein Knistern.
- Da eine Seite schlechter belüftet ist, resultieren unsymmetrische Atembewegungen. Der Brustkorb dehnt sich nicht gleichmäßig aus.
Diagnose
Am wichtigsten ist es, bei unklarer Atemnotüberhaupt an einen Pneumothorax zu denken.
- Beim Abhören der Lunge ist das Atemgeräusch abgeschwächt oder aufgehoben.
- Bei der Perkussion(Abklopfen des Brustkorbes) fällt ein dunklerer Klopfschallauf (Schachtelton).
- Im Thorax-Röntgenbild(Röntgenaufnahme der Lunge) ist ein bedeutsamer Pneumothorax sicher erkennbar.
- Die Diagnose durch Ultraschallist eine neuere Methode, schnell, zuverlässig und sensibler als die Röntgenaufnahme (siehe Journal of Trauma 2004 www.jtrauma.com) für einen kleinen Pneumothorax (Mantelpneumothorax).
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Grundsätzlich gilt: Ein in der Wunde vorhandener Fremdkörper wird in der Wunde belassen, es findet nötigenfalls eine Umpolsterung statt. Die Wunde eines offenen Pneumothorax sollte nur leicht und nach Möglichkeit sterilabgedeckt werden. Des Weiteren sollte der Patient auf die verletzte Seite gelagert werden, damit zumindest der nicht betroffene Lungenflügel ausreichend atmen kann.
Die Maßnahmen des Ersthelfers orientieren sich an der gegebenen Situation:
- Patient ist bei Bewusstsein:
- Lagerung entsprechend dem Patientenwunsch, nach Möglichkeit mit Oberkörperhochlage
- Patient ist bewusstlos, Atmung vorhanden:
- stabile Seitenlage(möglichst auf die verletzte Seite)
- ständige Vitalzeichenkontrolle
- Patient ist bewusstlos, keine Atmung vorhanden:
- Herz-Lungen-Wiederbelebungnach bekanntem Schema
Der Spannungspneumothorax
Besonders schwerwiegend ist ein Spannungspneumothorax, wenn also durch die Verletzung der Lunge oder Brustwand ein Ventilmechanismusentsteht, durch den bei der Einatmungweitere Luft in den Pleuraspalteindringt, die bei der Ausatmung jedoch nicht wieder hinaus kann. Dadurch nimmt die Luftmenge, die die Lunge einengt, immer weiter zu und engt schließlich sogar das Herz und die großen Blugefäße ein, so dass ein kritischer Blutdruckabfall bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand resultieren kann.
- Eine venöse Einflussstauungweist auf einen zu hohen Druck im Brustraum. also auf einen Spannungspneumothorax hin.
- Erholt sich ein Patient mit schwerer Atemnot nicht nach Intubationund Beatmung, ist immer an einen Spannungspneumothorax zu denken.
- Der Spannungspneumothorax ist eine wichtige Differentialdiagnosedes unklaren Kreislaufschocks.
- Im Röntgenbild ist von einem Spannungspneumothorax auszugehen, wenn das Mediastinumzur gesunden Seite hin verschoben ist.
Therapie (Behandlung)
- Ein geringer Pneumothorax, beispielsweise ein Mantelpneumothorax, kann unerkannt bleiben und braucht oft keine Therapie, da der Körper mit der Zeit die eingedrungene Luft selbst beseitigt.
- Therapie der Wahl bei einem größeren Pneumothorax ist ein Schlauch, über den die eingedrungene Luft wieder abgesaugt wird (so genannte Thoraxdrainage).
Die Drainage wird meist unterhalb der Mitte des Schlüsselbeins(medioklavikulär) im 2. oder 3. Rippenzwischenraumeingebracht. Punktion nach Monaldibzw. Monaldi-Drainage
Die Stichrichtung ist nach oben-seitlich (kranial-lateral). Der Drain kann mit einem Ventil (sog. Heimlich-Ventil) offengelassen werden oder an Unterdruckangeschlossen werden, um eine allmähliche Wiederentfaltung der Lungezu erreichen.
- Ist der Pneumothorax traumatisch entstanden und liegen weitere Verletzungen, z. B. Rippenfrakturen, Hämatothorax (Blut im Pleuraspalt) vor, dann muss die Drainage in Bülau-Position (Bülau-Drainage) angelegt werden, d. h. in der mittleren bis hinteren Axillarlinie auf Höhe der Brustwarzen (5. bis 6. Intercostalraum), um auch Flüssigkeiten (Blut o. a. Erguss) über die Drainage ableiten zu können.
Links
- http://www.m-ww.de/krankheiten/atemwegserkrankungen/pneumothorax.html Ausführliche Übersicht
- http://www.asklepios.com/gautinglungenportal/GautingLungenportalIndikationen/Pneumothorax/
- http://www.spontanpneumothorax.de/
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pneumothorax aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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