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Synonyme: Stressstoffwechsel, Resorptionsstoffwechsel
Unter dem Oberbegriff Postaggressionssyndrom fasst man die pathophysiologischenVeränderungen zusammen, die im Organismusim Rahmen von Traumatawie Verletzungen oder Operationen auftreten. Diese stereotype Reaktion hat sich im Laufe der Evolution herausgebildet hat und erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit junger Individuen in lebensbedrohlichen Stressituationen durch
- Aufrechterhaltung des Blutdrucks und damit der Durchblutung bei Blut-/Flüssigkeitsverlusten
- Einstellung einer katabolenStoffwechsellage zur Bereitstellung von Energieträgern akut für Kampf-/Fluchtreaktionen und auf längere Sicht für Gewebsreparaturvorgänge.
Auslöser eines Postaggressionssyndroms, die sich gegenseitig verstärken sind:
- Schmerz
- Angst
- Gewebsverletzung
- Flüssigkeitsverluste
Pathophysiologie: Im Einzelnen kommt es zu folgenden Prozessen:
- Freisetzung von Katecholaminen(Adrenalin und Noradrenalin), Glucagon, Cortisol, Wachstumshormonen
- Steigerung von Herzfrequenz, Herzminutenvolumenund Blutdruck
- Bereitstellung von Energieträgern durch:
- Steigerung der Proteolyse(Eiweißabbau)
- Steigerung der Gluconeogenese(Glucoseneubildung aus z.B. Lactat und bestimmten Aminosäuren)
- Steigerung der Glykogenolyse(Glykogenabbau)
- erhöhte Insulinfreisetzungbei gleichzeitig erschwerter Glucoseverwertung
- Erhöhung der Blutglucosekonzentration
- Steigerung der Lipolyse(Fettabbau) mit Anstieg der freien Fettsäuren im Blut
- Blutvolumenmangel durch Blutverluste und Verlust von Körperflüssigkeit nach außen oder in den sog. 3.Raum (Ödem, Darm), und Stresshormone (s.o.) führen zur
- Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
- Retention von Natriumund Wasser, Verlust von Kalium
- ADH-Freisetzung
- Retention von Wasser
- Stabilisierung von Blutvolumen und Blutdruck
- Freisetzung von Akute-Phase-Proteinen
Verlauf:
Das Postaggressionssyndrom verläuft in 4 Stadien:
- Verletzungsphase (Dauer: 2-3 Tage)
Schmerz, vermindertes Interesse an der Umwelt, depressive Stimmungslage, Durst
- Wendephase (Dauer: 2-3 Tage)
Besserung mit Normalisierung vegetativerFunktionen wie Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Temperatur, Hunger, Peristaltik (Darmbewegung)
- Anabole Phase (Dauer: 2-3 Wochen)
Normalisierung der Stimmungslage, erhöhtes Schlafbedürfnis, positive Stickstoffbilanz(Eiweißaufbau)
Gewichtszunahme, Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit
(Vergleiche das Allgemeine Adaptationssyndromnach Selye!)
Prophylaxe und Therapie:
- präoperativ optimale Vorbereitung besonders älterer Menschen
- Schmerztherapie
- Sedierung
- Volumentherapie (Infusionen)
- ggf. Blutersatzpräparate
- ggf. Eiweißzufuhr
- Ausgleich von Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt
- Überwachung
Komplikationen:
- Dekompensation
- Schock
- Kreislaufstillstand
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