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Ein Hämangiom (Blutschwamm) ist ein gutartiger kapillärer bis kavernöser Tumor, bestehend aus Wucherungen normaler oder auch abnormaler Gefäße. Hämangiome sind v.a. in der Kindheit und Jugend häufige Tumore. Sie sind in der Regel lokalisiert und kommen an der gesamten Körperoberfläche, v.a. jedoch an Kopf und Hals, und auch an inneren Organen vor. In der Leber sind etwa 1/3 der Hämangiome lokalisiert. Von Angiomatosespricht man beim Befall großer Flächen oder ganzer Extremitäten. Hämangiome sind meist angeboren, zeigen unterschiedliche Wachstumstendenzen und bilden sich z.T. von alleine wieder zurück. Hämangiome entarten in der Regel nicht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Formen, Verlauf & Therapie
- 1.1 kapilläres Hämangiom
- 1.2 kavernöses Hämangiom
- 1.3 trauben- bzw. beerenförmiges Hämangiom
- 1.4 sklerosierendes Hämangiom
- 1.5 Haemangioma planotuberosum
- 2 Syndrome
- 2.1 Kasabach-Merritt-Syndrom
- 3 Differentialdiagnose
- 4 Weblinks
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Formen, Verlauf & Therapie
kapilläres Hämangiom
Das kapilläre Hämangiom (lat. Haemangioma capillare) ist auf der Haut eine hellrote und erhabene Gefäßanomalie.
Das kapilläre Hämangiom ist häufig (1 auf 200 Geburten) und in der Regel angeboren. Es wächst in der Regel in den ersten Lebensmonaten. Mehr als 70% der kapillären Hämangiome verschwinden bis zum 10. Lebensjahr fast vollständig. An kosmetisch oder funktionell ungünstigen Stellen kann das Hämangiom entfernt werden (Kryochirurgie, Kortikoide). Die Therapie-Indikation muss streng gestellt werden, da der Spontanverlauf gutartig ist und nach Therapie häufiger Komplikationen (Narbenbildungen, Ulzerationen u.a.) auftreten.
kavernöses Hämangiom
Das kavernöse Hämangiom (lat. Haemangioma cavernosum) ist eine hellrote bis purpurne Gefäßmißbildung mit großen, kavernösen Gefäßhohlräumen.
Meist schon bei der Geburt vorhandener oder wenige Tage nach der Geburt auftretender Blutschwamm. Kavernöse Hämangiome lassen sich in kutane, kutan-subkutane und subkutane Hämangiome untergliedern. Nur die kutanen Hämangiome können sich häufig spontan zurückbilden (ca. 80%).
Kavernöse Hämangiome können arteriovenöse Gefäßfehlbildungen enthalten und können daher stark bluten. Weitere Komplikationen können Superinfektion, Nekroseund eine Verbrauchskoagulopathie (Kasabach-Merritt-Syndrom) sein. Große kavernöse Hämangiome können bei Kindern das Wachstum einer Extremität beeinflussen und sollten dann therapeutisch angegangen werden. Therapeutisch kommen u.a. Kortikoideund Elektrokoagulationund v.a. die Kryochirurgiein Frage. Kavernöse Hämangiome werden wegen der guten Behandelbarkeit heute in der Regel therapeutisch angegangen. In der Leber liegen kavernöse Hämangiome in der Regel direkt subkapsulär, sind in der Regel < 2 cm und von bläulicher Farbe. Sie können auch im Gehirn auftreten.
Ein anderer Name ist Kavernom.
trauben- bzw. beerenförmiges Hämangiom
Das Haemangioma racemosum ist das sog. Rankenangiom und tritt v.a. im Kopf-Hals-Bereich auf. Es besteht aus geschlängelten und erweiterten Arterienoder Venenund stellt wahrscheinlich eine echte Neubildung (Neoplasie) dar. Das angeborene Haemangioma racemosum der Netzhaut tritt beim sog. Bonnet-Dechaume-Blanc-Syndromauf.
sklerosierendes Hämangiom
Dieses Hämangiom (Haemangioma cirsoideum) tritt vor allem im mittleren Erwachsenenleben auf. Es zeigt sich als relativ beweglicher, bis 1 cm großer und langsam wachsender Knoten in der Dermis und Subkutis. Der Tumor ist quasi ein gut vaskularisiertes Dermatofibromund man findet histologisch Hämosiderin-positive Ablagerungen. Therapie ist die Exzision.
Haemangioma planotuberosum
Dieses Haemangiom ist ein flach erhabener, prall-elastischer und blau-roter Gefäßtumor, der von den Gefäßen unterhalb des Papillarkörpers der Haut ausgeht. Histologisch besteht der Tumor aus Kapillar-Sprossen und unreifen Endothelien.
Syndrome
Kasabach-Merritt-Syndrom
Bei diesem Syndrom kommt es zur Ausbildung von benignen, kavernösen und großen bis riesigen Hämangiomen. Überwiegend betrifft es Frauen. Auf Grund einer lokalisierten disseminierten intravasalen Gerinnung(DIC) mit Thrombenbildung innerhalb der Hämangiome kann eine Verbrauchskoagulopathiebzw. Thrombozytopenieentstehen. Diese kann mit Low-Dose-Heparinbehandelt werden.
Differentialdiagnose
andere Gefäßtumoren (z.B. Lymphangiom), auch bösartige Tumomoren (z.B. Hämangiosarkom)
Weblinks
DermIS
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hämangiom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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