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Kinderkrankheit

Kinderkrankheit nennt man eine Infektionskrankheit, die in der Zeit vor der Durchführung von Schutzimfungen meistens im Kindesalter auftrat und typischerweise ein lebenslange Immunitäthinterlässt. Im übertragenen Sinn verwendet man den Begriffauch bei technischen Neuentwicklungen, wenn sie noch Fehler aufweisen (z. B. ein neues Computerprogramm), siehe Kinderkrankheit (Technik).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Allgemeines
  • 2 Ursachen und Erreger
  • 3 Komplikationen
  • 4 Impfung
  • 5 Therapie
  • 6 Weblinks

Allgemeines

Kindererkranken im Kindergartenalterbis zu achtmal im Jahr, später noch bis zu viermal. Das ist völlig normal. Nur wenn Infektionenimmer wieder besonders schwer verlaufen, könnte das ein Hinweis auf eine Immunschwächesein. Besonders häufige Infektionen deuten dagegen eher auf eine besonders starke Expositiongegenüber Krankheitserregernhin (Kontakt mit vielen anderen Kindern im Kindergarten, Geschwister). Es kann auch sein, dass das Kind eine Allergiehat oder besonders ängstliche Eltern.

Ursachen und Erreger

Fast immer sind es Virusinfektionen, seltener Bakterielle Infektionen(z. B. Scharlach). Das hängt damit zusammen, dass viele Virusinfektionen über Tröpfcheninfektionbesonders leicht übertragen werden, so dass die meisten Menschenschon während der ersten Lebensjahreinfiziert werden. Im Erwachsenenalter hat man dann gegen die häufigsten Keime schon eine Immunitätaufgebaut. Aber auch Erwachsene werden beim Umgang mit Kindern öfter krank.

Besonders bekannt sind die Kinderkrankheiten mit Hautrötungen Masern, Scharlach(eine bakterielle Infektion durch Streptokokken), Röteln, Ringelröteln, Drei-Tage-Fieber. Die Windpockenbilden Bläschen auf der Haut, Mumpsverursacht eine Schwellungder Ohrspeicheldrüsean der Wange. Keuchhusten(Pertussis) ist eine bakterielle Infektiondurch Bordetella pertussisund zeigt einen typischen stakkatoartigen Husten.

Komplikationen

Entgegen dem Harmlosigkeit suggerierenden Begriff Kinderkrankheit können eine Reihe dieser Erkrankungen mit ernsthaften Komplikationen einhergehen. Masern können beim Ungeimpften sehr schwer verlaufen und Folgeschäden an verschiedenen Organen hinterlassen. Am schlimmsten ist eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) nach Masern (Häufigkeit1:1000), die zu kognitiver Behinderungoder zum Tode(20% der Masern-Enzephalitiden) führt. Als Komplikationen können auch eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung sowie Infektionen des Kehlkopfes und der Luftröhre (Masern-Krupp) auftreten. Keuchhusten ist insbesondere für Säuglinge im ersten Lebenshalbjahr gefährlich, da er in diesem Alter nicht mit den typischen Hustenanfällen einhergeht, sondern sich in Atemstillständen äußern kann, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Mumpskann ebenfalls zu einer Beteiligung des Gehirns und bei Buben nach der Pubertät zu einer Hodenentzündung(Orchitis) und so bei beidseitigem Befall zu Unfruchtbarkeitführen. Röteln sind sehr gefährlich, wenn sie während der Schwangerschaftauftreten, sie führen dann regelmäßig zur Röteln-Embryopathiemit geschädigtem Gehirn, Augenund Ohren.

Impfung

Als sicherer und verträglicher Schutz gegen diese gefährlichen Kinderkrankheiten gilt die Impfung. Kinderkrankheiten sind heute relativ selten geworden, weil man flächendeckend Impfungennach einem allgemeinen Impfkalenderdurchführt. Ziel ist es, Krankheiten wie Masern oder Mumps auch in Deutschland auszurotten. Die WHOgibt hierfür eine Inzidenz von 1 pro 100.000 Einwohnern vor. Immer wieder kommt es jedoch zu lokalen Ausbrüchen von Kinderkrankeiten inklusive der möglichen Komplikationen, insbesondere unter Ungeimpften. Näheres siehe auch im Artikel zu Impfungen.

Therapie

Da es sich meist um Virusinfekte handelt, ist eine ursächliche Therapie nicht möglich und die Behandlung beschränkt sich auf Maßnahmen, die die Symptome lindern (Fieber senken, Schmerzmittel, reichlich Flüssigkeit vor allem bei Durchfallerkrankungen u. a.). Banale Infektionen der Atemwege brauchen meistens keine besondere Therapie. Nur bei ungewöhnlich schweren Fällen bei Kleinkindernkann eine stationäre Behandlung notwendig werden. Virostatikasind nur eine extreme Therapieoption bei sehr schwer verlaufenden Virusinfektionen.

Dagegen sollte Scharlach als bakterielle Infektion durch ein Antibiotikumbehandelt werden, da sonst nachträgliche Komplikationen wie z. B. eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) oder ein Rheumatisches Fiebergehäuft auftreten können. Es handelt sich dabei um immunologische Erkrankungen, die meist mehrere Wochen nach der eigentlichen Krankheit auftreten.


Weblinks

  • Umfangreiche Info-Homepage des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.
  • Deutsches Grünes Kreuz e.V. -> Kinderkrankheiten
  • BKK Gesundheit - Kinderkrankeiten



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kinderkrankheit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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