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Röteln

Die Röteln (Rubella) sind eine durch Virenverursachte Infektionskrankheit. Erreger ist das Rötelnvirus. Es gehört zur Familie der Togaviridaeund zur Gattung der Rubiviren und ist ein behülltes Einzelstrang[+]-RNA-Virus. Man bezeichnet den Erreger auch als Rubellavirus.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Diagnostik
  • 2 Übertragung
  • 3 Differentialdiagnose
  • 4 Prophylaxe
  • 5 Symptome
  • 6 Behandlung
  • 7 Komplikationen
  • 8 Häufigkeit und Prophylaxe
  • 9 Literatur
  • 10 Weblinks

Diagnostik

Die Diagnostikin Bezug auf die Immunitätgegenüber einer Röteln-Infektion wird über den Nachweis von ausreichenden Mengen an spezifischen Antikörpernim Serumdurchgeführt (diese müssen bei den Tests über festgelegte Grenzwerte liegen). Der Nachweis des Röteln-Virus erfolgt durch die Isolation von Viren oder durch den Nachweis von viraler RNA. Man unterscheidet drei Möglichkeiten des Infektionszustandes:

  1. Immunitätliegt vor, wenn eine Infektiondurchgemacht wurde (diese führt zumeist zu einer lebenslangen Immunität) oder eine Impfung erfolgte und ausreichend hohe IgG-Antikörperin zwei verschiedenen Labortests (z.B. ELISAoder Hämagglutinationshemmtest) nachweisbar sind.
  2. Eine Primärinfektion liegt bei entsprechenden klinischen Symptomen und dem Nachweis von IgM-Antikörper vor.
  3. Von einer Reinfektion ("Zweitinfektion") spricht man, wenn IgM-Antikörper in zwei methodisch verschiedenen Labortests nachweisbar sind und gleichzeitig IgG-Antikörper für eine früher abgelaufene Rötelninfektion sprechen, diese Infektion verläuft überwiegend harmlos.

Übertragung

Tröpfcheninfektionmit 50 prozentiger Kontagiosität. Eine Woche vor Ausbruch des Exanthemsbis eine Woche nach Exanthemausbruch ist der Patient ansteckend.

Differentialdiagnose

Masern, Scharlach, Infektiöse Mononukleose

Prophylaxe

Aktive Impfung zur Verhütung der Röteln-Embryopathie. Postexpositionelle passive Impfung bei Schwangeren möglich.

Symptome

Nach der Inkubationszeitvon 14-16 Tagen bilden sich erst im Gesicht gerötete, einzelstehende Hauteffloreszenzen, die sich auf den Stamm und Extremitäten ausbreiten. Diese bilden sich meist nach drei Tagen zurück. Begleitend tritt oft erhöhte Temperatur bis 39 Grad Celsius auf. Hinzu kommen evtl. Gliederschmerzen, Arthritis, Lymphknotenschwellung am Hinterkopf, Nacken und hinter den Ohren sowie eine Vergrößerung von Leberund Milz.


Behandlung

Da die Röteln eine Viruserkrankungsind, helfen Antibiotikanicht, so dass nur die Symptome behandelt werden können. Bei starkem Fieberwerden fiebersenkende Mittel oder Methoden angewandt, bei starkem Krankheitsgefühl ist Bettruhe angezeigt.

Komplikationen

Eine Rötelninfektion während der ersten Wochen der Schwangerschaftkann zu starken Fehlbildungendes Fetusführen. Daher gehört die Untersuchung auf Röteln zur Mutterschaftsvorsorge(siehe: Röteln während der Schwangerschaft). Fehlbildungen: Innenohrschwerhörigkeit, Herzfehler, Gefäßfehlbildungen(offener Ductus Botalli, Septumdefekteund Fallot'sche Tetralogie), Spina bifida aperta, Enzephalomeningitis. Bei einer akuten Infektion sollten Paare nur geschützten Geschlechtsverkehr haben.

Häufigkeit und Prophylaxe

Die Rötelninfektionskrankheit ist weltweit verbreitet mit eher niedriger Ansteckungsgefahr. Da der Mensch der einzige Wirt des Virus ist, bekommt sie in dichteren Populationsgebieten hohe Bedeutung. Die unvollständige Durchimpfung der Bevölkerung kann zu sporadischen und epidemischen Infektionen bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen führen. Bei Vorschuluntersuchungen von 2000 bis 2002 waren rund 86% der Kinder geimpft. Früher behalf man sich zum Teil mit sog. Rötelnparties, damit sich die eingeladenen jungen Mädchen ansteckten. Experten hingegen warnen vor solchen Aktionen. Die Ständige Impfkommissionempfiehlt eine Schutzimpfungaller Kinder ab 12. Lebensmonat, eine Wiederholungsimpfung möglichst im 2. Lebensjahr, der Mindestabstand zur ersten Impfung beträgt 1 Monat, außerdem eine Impfung aller seronegativen Erwachsenen (kein IgGnachweisbar) .

Literatur

  • Marre, Reinhard; Martens, Thomas; Trautmann, Matthias; Vaneck, Ernst: Klinische Infektologie. - 1. Auflage. München; Jena: Urban & Fischer Verlag 2000
  • Kayser, Fritz H.; Bienz, Kurt A.; Eckert, Johannes; Zinkernagel, Rolf M.: Medizinische Mikrobiologie : verstehen, lernen, nachschlagen. ? 9. Auflage Stuttgart; New York: Thieme, 1997
  • Ocklitz, Hans W.; Mochmann, Hanspeter; Schneeweiß, Burkhard: Infektologie. ? 2. Auflage. Berlin: VEB Verlag Volk und Gesundheit, 1977


Weblinks

  • Robert Koch InstitutRöteln



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