|
Die Windel ist ein körpernah eingesetzter Saugkörper zur Aufnahme von Urinund/oder Kot. Windeln gibt es in allen Größen und können daher von Menschen jeden Alters verwendet werden. Die häufigsten Anwender sind allerdings Säuglingeund Kleinkinder, da ihre Fähigkeit zur Kontrolle der Ausscheidungen noch nicht vollständig entwickelt ist. Jedes Babywird inkontinent geboren und erlangt erst später die Kontinenz. Weiterhin werden diese Produkte in der Altenpflegeeingesetzt, da hier häufig eine Schwächung der Bindegewebsmuskulatur oder eine psychische Leistungsschwäche vorliegt und es daher zur Inkontinenzkommt. Aber auch jüngere Patienten können z.B. durch Krankheiten, Unfälle mit Wirbelsäulenverletzungen oder bei Frauen durch eine Schwangerschaft inkontinent werden. Manche Personen verwenden Windeln auch ohne eine körperliche Notwendigkeit, es sind so genannten Windelfetischisten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Historisches
- 2 Aufbau
- 2.1 Einwegwindeln
- 2.2 Mehrwegwindeln
- 3 Umweltaspekte
- 4 Anwender
- 5 Wickeltechniken
- 6 Hautpflege
- 7 Psychische Belastung/Verbergen von Windeln
- 8 Siehe auch
- 9 Weblinks
|
Historisches
Die ältesten Windeln dürften wohl die Stoffwindeln sein, die schon ......
[...]
Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden Gummihosenund Stoffwindelnsowohl bei den Babys als auch bei betroffenen Erwachsenen verwendet. Zu Beginn bestanden die Gummihosen noch aus einem gummierten Stoff, die nach und nach in den 50er Jahren durch Plastik-Windelhosen ersetzt wurden. Die bekanntesten Vertreter dieser "Gummihosen" waren die Mölny® Schwedenhosen für Babys und Kleinkinder und die Septa® Schwedenhosen für größere Kinder und Erwachsene. Diese Wickelmethode wurde durch die Einführung der Höschenwindeln, sei es für Babys oder für Erwachsene, immer mehr verdrängt.
Erfunden wurden die Höschenwindelnschon Anfang der 50er Jahre von der US-Amerikanerin Marion Donovan. Nachdem Donovan ihre Erfindung mehreren Papierfabriken erfolglos angeboten hatte, erkannte 1956der US-Amerikaner Victor Millsdie Bedeutung dieser Erfindung, da er zu dieser Zeit gerade Großvater wurde und keine Lust mehr hatte, seinen Enkel umständlich zu wickeln. Er suchte nach einer Lösung ohne Baumwollwindeln und Gummihosen. Mills arbeitete bei Procter & Gamble und erhielt 1957den Auftrag, sich für die Papiersparte neue Produkte auszudenken. So beauftragte er seine besten Mitarbeiter, eine Höschenwindel zu entwickeln. Nach ersten Produktions- und Anlaufschwierigkeiten kam die Pampers® 1961auf den amerikanischen Markt, sorgte in Deutschland aber erst ab 1973für großes Aufsehen. Das Wort Pampers® kommt aus dem englischen "to pamper" und bedeutet soviel wie "verwöhnen", "verhätscheln" oder "verzärteln".
Die Höschenwindeln für Erwachsene, auch Inkontinenzslips genannt, kamen bei uns erst etwa 1978auf den Markt und wurde bei uns unter dem Namen Moltexal Großanwindel® vertrieben. Es war im Prinzip eine Betteinlage mit mehreren Vlieslagen und einer grauen Folie. Sie war ähnlich gefaltet wie die ersten Pampers®. Verschlossen wurde sie mit jeweils einem breiten Klebestreifen an jeder Seite. Den Komfort von elastischen Beinabschlüssen gab es damals noch nicht, die Windel war sehr dünn, die Saugkapazität war im Vergleich zu den heutigen Windeln sehr schlecht, auch von Auslaufsicherheit konnte noch keine Rede sein.
Die ersten Höschenwindeln für Erwachsene, die einen für damalige Verhältnisse brauchbaren Rücknässeschutz boten, waren von der Firma Procter & Gamble und wurden unter dem Namen Attends® vertrieben. Die Attends® hatten innen eine Plastikfolie mit trichterförmigen Löchern, die sich als Rücknässeschutz bei Belastung schlossen. Mit der Weiterentwicklung der Höschenwindeln für Babys wurde auch die Qualität der Erwachsenenwindeln immer besser. Dass Windeln um mehr als die Hälfte dünner und leichter wurden, von über 220 Gramm Anfang der 80er Jahre auf heute nur noch etwa 100 Gramm, ist ein Verdienst der Superabsorber. Etwa 1987 wurde der Superabsorber bei den Höschenwindeln für Babys eingeführt und einige Jahre später dann auch in den Erwachsenenwindeln. Das Verblüffende ist, dass trotz der Gewichtsreduktion die Windel immer saugfähiger wurde. Den Forschern gelang dieser Coup, indem sie neben der Saugfähigkeit des Granulats auch dessen Verteilungseigenschaft für die Flüssigkeit optimierten. Ganze 25 Gramm an Superabsorber reichen pro Windel aus, um die schwere "Last" zu halten und selbst unter Druck fast nichts mehr abzugeben.
Inspiriert durch die immer mehr auf den Markt drängenden unterschiedlichen Höschenwindeln für Babys, machten auch die Entwicklung bei den Höschenwindelnfür Erwachsene weitere Fortschritte. So wird heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Inkontinenzprodukten angeboten, passend zur jeweiligen Inkontinenzform und den persönlichen Anforderungen des Träger. Der neuste Schrei auf dem Inkontinenzsektor sind die Trainingshosen oder auch "Pants", "Pullons" genannt. Auch Produkte mit textilähnlicher Außenfolie drängen immer mehr auf den Markt. Dagegen haben sich die Eigenschaften oder das Aussehen der Vorlagen und Einlagen kaum geändert, mit Ausnahme der Absorptionseigenschaften der Produkte.
Mit der Einführung der Höschenwindeln, die immer stärker den Markt bei der Baby- und Inkontinenzversorgung beherrschten, ging die Entwicklung der Mehrwegprodukte stetig bergab. Zwar sind die heutigen Mehrwegwindeln vom Schnitt her gesehen mit den modernen Höschenwindelnvergleichbar, aber in punkto Saugfähigkeit und Rücknässung können sie nicht mithalten. Das große Manko der Mehrwegprodukte ist das Fehlen des Superabsorbers, der aus den Höschenwindeln nichtmehr wegzudenken ist. Erst in den letzten Jahren angespornt durch das umweltfreundliche Denken einiger Eltern und Anwender der Inkontinenzprodukte wird von den Herstellern zunehmend wieder mehr Energie in die Entwicklung der Mehrwegprodukte gesteckt. So wurde von einem großen Chemieunternehmen eine Kunstfaser im Prototyp entwickelt, welche die Eigenschaften eines Superabsorbershaben und die aufgenommene Flüssigkeit auch sicher speichern können. Die Entwicklung dieser Kunstfasern geht aber eher schleppend vorwärts, da die Nachfrage an solchen Fasern zur Zeit noch sehr gering ist.
Aufbau
Bei den Windeln wird zwischen Einweg- und Mehrwegwindeln unterschieden, wobei einige Merkmale bei beiden Produkten gleich sind. Die größten Unterschiede im Aufbau finden sich im Saugkörper und bei der Fixierung am Körper.
Einwegwindeln
Die Einwegwindeln bestehen aus einem Saugkern aus Zellstoffmaterial, der mit Superabsorber angereichert sein kann und von einem Vliesaus Polyester, seltener auch Zellstoff umhüllt ist. Als Vlies- oder Flockenwindeln wird eine einfache Form der Einwegwindeln bezeichnet, die zusätzlich eine Windelhose erfordern, in die sie eingelegt werden. Meist wird dazu die speziell dafür entwickelte sogennate Schwedenhoseverwendet. Bei Einwegwindeln in Slipform wird der Saugkern nach außen durch eine wasserundurchlässige Folie abgedichtet, auf der sich Klebe- oder Klettstreifen zur Fixierung befinden. Für diese Form der Einwegwindeln hat sich der Begriff Höschenwindelneingebürgert, da sie Windel und Windelhose kombinieren. Außerdem werden heute Einwegwindeln angeboten, die sich wie Unterhosen an- und ausziehen lassen. Diese sind unter den Begriffen wie Easy-up, Pullons, Pants oder Trainers bekannt und werden von praktisch allen Herstellern sowohl im Bereich der Kinder- als auch der Erwachsenenwindeln angeboten.
Aber nicht nur Einwegwindeln werden für die Inkontinenzversorgung von Erwachsenen eingesetzt, hier kommen auch "kleinere" Produkte wie etwa Vorlagen und Einlagen zum Einsatz, wenn die Inkontinenznicht so stark ausgeprägt ist. Sie sind genauso aufgebaut wie die Höschenwindeln, nur dass sie nicht zugeklebt werden können und daher auch nur in Verbindung mit Netzhosen, Fixierhosen oder gelegentlich mit Gummihosenverwendet werden können.
Mehrwegwindeln
Mehrwegwindeln sind waschbar und werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Die klassischen Stoffwindelnaus Mull- oder Moltontüchern, die mittels Knotung, Sicherheitsnadeln oder Windelhosen (Gummihosen) fixiert werden, sind seit der Einführung der Einwegwindelnfast verschwunden. Die "traditionellen" Windeln sind von modernen Systemen mit Klettverschluss oder Druckknöpfen abgelöst worden. Diese entsprechen in der Handhabung den Einwegwindeln. Die modernen Mehrwegsysteme werden sowohl für Säuglinge und Kleinkinder als auch für Erwachsene in den unterschiedlichsten Variationen angeboten.
Moderne Mehrweg-Höschenwindeln unterscheiden sich im technischen Aufbau kaum von den Einwegprodukten, sind aber aufgrund des fehlenden Superabsorbers im Vergleich zu den Einweg-Höschenwindeln deutlich dicker. So bestehen sie auch aus einer wasserundurchlässigen Außenschicht die häufig aus einer wasserdampfdurchlässigen Kunstfaser besteht und mehreren Lagen von hoch saugfähigen Stoffen. Die Innenseite der Mehrweg-Höschenwindeln bestehen oft aus einem Froteestoff mit einer weichen Oberfläche, welche die Feuchtigkeit schnell aufnimmt und in den Saugkern leitet. Das Hauptmanko dieser Mehrwegsysteme ist die zuverlässige Speicherung der Flüssigkeit, was durch das fehlen des Superabsorbersein echtes Problem darstellt. Daher ist auch die Rücknässung größer, sowie die maximale Saugkapazität geringer als zum Vergleich zu Einwegprodukten. Mit der Entwicklung immer besserer Fasern für Stoffe könnte dieses Manko vielleicht bald beseitigt oder zumindest etwas gemindert werden.
Da nicht alle Mehrwegsysteme einen Wäscheschutz in Form einer wasserundurchlässigen Außenschicht besitzen, muss in diesem Fall eine Schutzhose ("Gummihose") darüber getragen werden.
Umweltaspekte
In den USAbereits seit etwa 1940verbreitet sind Windeldienste, welche die benutzten Windeln zum Waschen abholen und im Tausch frische Windeln aus Baumwolleliefern. Seit 1990gibt es Windeldienste auch in Deutschland. Die ökologische Vorteilhaftigkeit von Höschenwindeln/ Mehrwegwindeln gegen Einwegwindelnist umstritten, da die jeweilige Ökobilanzstark von den technischen Details z.B. der eigenen Waschmaschine abhängt: Wasserverbrauch, Energieverbrauch, Auslastungsgradund Waschmittel.
Anwender
Babywindeln werden bei Säuglingenund Kleinkindern verwendet, da sie den Zeitpunkt ihrer Ausscheidungen noch nicht bewusst steuern können und sich diese Fähigkeit erst im Laufe der ersten Lebensjahre entwickelt. In Form von Vorlagen, Einlagen oder Inkontinenzslips werden Windeln auch von älteren Kindern oder bei Erwachsenen eingesetzt, die aufgrund einer Störung im Organ- oder Nervensystemoder durch eine psychische Ursache keine ausreichende Kontrolle über ihre Schließmuskeln besitzen. Ebenso können bestimmte Medikamente und hier vor allem einige Psychopharmaka eine Inkontinenz auslösen bzw. noch weiter verstärken, die dann den Einsatz von Windeln notwendig machen, mehr dazu siehe auch unter dem Thema Inkontinenz.
Darüber hinaus werden Erwachsenenwindeln auch von sog. Windelfetischistengetragen. Sie verwenden diese Windeln in der Regel nicht aus medizinischen Gründen, sondern nur Just for Fun oder zur sexuellen Stimmulation.
Wickeltechniken
Windeln welcher Bauart auch immer, werden im Intimbereich angelegt und wie eine normale Unterhose getragen. Generell unterscheidet sich die Anlegetechnik bei Säuglingen und Kleinkindern nur wenig von der Anlegetechnik bei Jugendlichen und Erwachsenen. Die Wickeltechnik bzw. das Anlegen der Windeln hängt von der Bauart und dem Anwender ab, sie hat sich mit der Einführung der Höschenwindeln doch sehr gewandelt, da sie im Vergleich zu Stoffwindeln sehr einfach zu handhaben sind. Eine genaue Anleitung zur Wickeltechnik mit Höschenwindeln ist im Thema Höschenwindelnund dem Abschnitt Anlegetechnikenzu finden.
Bei Stoffwindeln gibt es eine ganze Reihe von Wickeltechniken die auch von der Art der verwendeten Stoffwindel abhängen. Es gibt sie zwei Bauarten, die quadratisch oder rechteckig zugeschnittenen sind und die Stoffwindeln, die bereits einen anatomische Form mit Beinausschnitt aufweisen. Da die meisten Stoffwindeln keinen Wäscheschutz haben, werden sie zusammen mit Gummihosenverwendet, die sowohl zum knöpfen als auch zum schlupfen angeboten werden. Eine Anleitung zu den verschiedenen Wickeltechniken mit Stoffwindeln befindet sich im Thema Stoffwindelunter dem Abschnitt Anlegetechniken.
Hautpflege
Die Haut von inkontinenten Personen wird durch den ständigen Kontakt mit Urinund auch Stuhlerheblich belastet. Die Folge davon können häufig Hautreizungen sein, das bis hin zu Hauterkrankungen wie Windeldermatitisoder Dekubitusgeht. In besonderem Maße ist die Haut von älteren Patienten betroffen, da sie sich nicht mehr so schnell regenerieren kann. Daher wird bei der Betreuung von inkontinenten Menschen eine sorgfältige Hautpflege besonderer Bedeutung beigemessen. Um Hautreizungen oder gar Hauterkrankungen bei den Betroffenen vorzubeugen, kommt neben einem regelmäßigen Wechsel der Inkontinenzhilfsmittel vor allem der sorgfältigen Reinigung und Pflege der Haut eine besondere Bedeutung zu. Dabei sollten nur Reinigungs- und Pflegeprodukte eingesetzt werden, die pH-neutral sind und daher den Säureschutzmantel der Haut nicht zusätzlich angreifen. Es gibt speziell für die Hautreinigung bei inkontinenten Menschen entwickelte Produkte.
Moderne Produkte sind alkalifreie und hautneutrale Seifenoder Waschlotionen, die rückfettende Substanzen enthalten und so das Austrocknen der Haut verhindern. Bei einer Stuhlinkontinenz, hat sich zur Reinigung und zum Ablösen der Stuhlreste ein Reinigungsschaum bewährt. Dieser Schaumist in der Lage, selbst stark verschmutzte Hautpartien schnell und schonend zu reinigen. Nachdem die Haut im Genital- und Analbereich gereinigt und gut abgetrocknet wurde, sollte sie mit speziellen Hautschutzprodukten eingecremt werden, um sie vor äußeren Einflüssen zu bewahren. Weniger gut geeignet sind Melkfettoder Vaseline, welche früher häufig eingesetzt wurden.
Nach möglichkeit sollte nicht sofort ein frisches Inkontinenzhilfsmittel angelegt werden, um etwas Frischluft an die Haut kommen zu lassen. Das fördert die Regeneration der Hautund beugt auch Windeldermatitisvor. Der Patient kann dabei je nach Inkontinenzart auch für eine gewisse Zeit auf einer saugfähigen Krankenunterlage sitzen.
Mobile Patienten können die Haut auch mit Feuchttüchern wie es sie z.B. von Pampers® gibt, ihre Haut beim wechseln des Inkontinenzhilfsmittels verwenden. Diese Feuchttücher enthalten auch Stoffe, die einen Schutzfilm auf der Haut bilden und so Hautreizungen vorbeugen helfen. Natürlich sollte auch hier nach möglichkeit mindestens einmal am Tag die Haut mit Wasser und pH-neutralen Pflegemitteln gereinigt werden. Der Vorteil für mobile Menschen liegt darin, dass sie diese Feuchttücher zusammen mit ihren Inkontinenzhilfsmitteln sehr leicht transportieren können und trotzdem auf eine gute Hautreinigung nicht verzichten müssen. Übrigens gibt es auch die Reinigungsschäume auch in kleinen handlichen Spraydosen, die in fast jede Tasche passen.
Psychische Belastung/Verbergen von Windeln
Für Erwachsene, Jugendliche und größere Kinder, die aus medizinischen Gründen dazu gezwungen sind, Windeln zu tragen, kann dies eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Es entspricht nicht der gesellschaftlichen Norm, dass Personen, die dem Kleinkindalter entwachsen sind, Windeln tragen; die meisten Menschen reagieren hierauf mehr oder weniger irritiert. Daher sind Personen, die zum Tragen von Windeln gezwungen sind, im Allgemeinen peinlichst darauf bedacht, diese Tatsache vor ihren Mitmenschen zu verbergen und meiden häufig auch den sozialen Kontakt zu anderen Mitmenschen wenn es sich vermeiden lässt.
Da Windeln erheblich dicker sind als normale Unterwäsche, tragen sie entsprechend auf; dies macht sich vor allem im Gesäßbereich bemerkbar. Enge Kleidung und solche aus dünnem Stoff sollte daher vermieden werden. Weiterhin umschließen Windeln den Unterleib in der Regel relativ weit, häufig bis zum Bauchnabel. Daher kann es vorkommen, dass die Windel aus normalen Hosen und Röcken oben herausschaut - vor allem beim Bücken. Abhilfe schaffen entsprechend lange Oberteile, lange Unterhemden, Bodysoder das Tragen von Kleidern oder Latzhosen. Dank dem technischen Fortschritt sind aber moderne Einwegwindeln und Vorlagen heute schon relativ dünn geworden, dass sie kaum nocht unter normaler Tageskleidung auffallen.
Eine weitere psychische Belastung ist die ständige Angst, dass die Windel ihren Inhalt nicht komplett aufnehmen und auslaufen könnte, so dass sich dunkle Flecken auf der Kleidung zeigen. Weiterhin wird häufig befürchtet, dass sich die Windel geruchlich bemerkbar macht. Bei modernen Windeln ist die Gefahr des Auslaufens allerdings gering; Voraussetzung ist jedoch, dass das Hilfsmittel optimal an die jeweilige Inkontinenzform angepasst wurde und das Produkt richtig angelegt wird. Auch Geruch tritt zumindest bei Harninkontinenzpraktisch nicht mehr auf, da im Absorber heute Stoffe enthalten sind, die Bakterienwachstum ? und somit auch die Entstehung von Ammoniak ? mehrere Stunden lang unterbinden. Aus Angst vor dem Auslaufen der Windel und der Geruchsbelästigung werden teilweise zusätzlich Plastikhosen (so genannte "Gummihosen") über die Windel gezogen. Dies mindert zwar die Gefahr, ist jedoch in den meisten Fällen unnötig und macht das Tragen der Windel unkomfortabler und auffälliger. Wenn die Angst entsprechend groß ist, kann das Tragen einer Plastikhose aus psychologischen Gründen dennoch sinnvoll sein.
Einwegwindeln bestehen außen aus Kunststofffolie. Beim Laufen kann eine Windel daher vernehmbar rascheln, was ihre Gegenwart vor allem in Umgebungen mit wenigen Nebengeräuschen (zum Beispiel Museen) verraten kann. Vermindert wird das Rascheln durch das Tragen von Windeln in der richtigen Größe sowie durch zusätzliches Tragen eng anliegender Unterwäsche wie Strumpfhosenund/oder Bodys. Allzu enge Unterwäsche kann allerdings das Saugvermögen der Windel erheblich vermindern.
Trotz dieser Maßnahmen sind Personen, die Windeln tragen müssen, in ihrer Lebensqualitätmehr oder weniger beeinträchtigt. Auf Sport, bei dem das Umziehen in öffentlichen Umkleiden erfolgt, wird aus Scham zumeist verzichtet, ebenfalls auf das Schwimmen in öffentlichen Frei- und Hallenbädern. Kinder trauen sich oft nicht herumzutoben, da sie befürchten, dass dabei die Windel sichtbar wird, auch Sport- und Schwimmunterricht sowie Klassenfahrtensind häufig ein Problem. Jugendliche und Erwachsene haben es oft erheblich schwerer, einen Partner zu finden, da erstens die eigene Scham die Inkontinenz zuzugeben vorhanden ist und zweitens der Partner oft aus Ekel und/oder Unwissenheit solche Personen ablehnt.
Siehe auch
- Inkontinenz
- Gummihose
- Stoffwindel
- Höschenwindel
Weblinks
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Windel}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
|
- Verband der Windeldienste
- Übersicht über Wickelmethoden, Vor- und Nachteile
- Produktlinks Babywindeln:
- GiO® Naturwindeln
- Popolino®
- Pampers®
- Fixies®
- Moltex®
- Produktlinks Inkontinenzslips:
- Attends®
- Molicare®
- Tena®
- Seni®cs:Plenka
en:Diaper
es:Pañal
fi:Vaippa
hu:Pelenka
ja:???
nl:Luier
nn:Bleie
no:Bleie
simple:Diaper
sk:Plienka
sv:Blöja
Seitenkategorien: Kinderheilkunde| Kindheit
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Windel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|