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Appendizitis

Unter einer Appendizitis wird eine Entzündung des Wurmfortsatzesdes Blinddarmsverstanden. Im deutschen Sprachraum wird dieses Krankheitsbild sprachlich nicht korrekt als "Blinddarmentzündung" bezeichnet. Ist tatsächlich der Blinddarm entzündet, wird von einer Typhlitisgesprochen.

Der Verlauf der Erkrankung kann von einer leichten Reizung, über die schwere Entzündungbis hin zum Wanddurchbruch (Perforationin die freie Bauchhöhle) und damit zu einer Peritonitisführen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Anatomie, Ursachen, Häufigkeit
  • 2 Beschwerden
  • 3 Diagnostik
  • 4 Behandlung
  • 5 Prognose
  • 6 Siehe auch
  • 7 Weblinks

Anatomie, Ursachen, Häufigkeit

Der Blinddarm ist der blinde Anfangsteil des im Unterbauchaufsteigenden Dickdarms(Colon ascendens). Am Blinddarm befindet sich ein Anhängsel, der so genannte Wurmfortsatz(Appendix vermiformis). Der Wurmfortsatz enthält sehr viele Lymphfollikelund kann sich durch Infektion mit Krankheitserregern - oder aber (häufiger) durch Verlegung zum Beispiel mit Kotsteinenoder Fremdkörpern (Kirschkerne, seltener: Kerne von Weintrauben oder Melonen) entzünden. Ein Wurmbefall (Askaridenoder Oxyuren) des Darms ist manchmal damit assoziiert.

Die Appendizitis ist die häufigste Ursache für das akute Abdomen, und tritt mit einer Häufigkeit von etwa 100 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr auf. Das Risiko im Laufe des Lebens an einer Appendizitis zu erkranken (Life-time-risk) liegt bei ca. 7-8 %.

Beschwerden

Meist sind Schmerzen in der Gegend des Bauchnabelssowie in der Magengegend spürbar, jedoch verlagern sie sich innerhalb weniger Stunden in den rechten Unterbauch.

Des Weiteren leiden die Patienten unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechenund auch oft unter Stuhlverhalt. Die Körpertemperaturkann auf bis zu 39°C ansteigen (Fieber) mit entsprechend beschleunigtem Puls(Tachykardie).

Durch eine Verlagerung des Wurmfortsatzes kann es bei Schwangeren zu Schmerzen im rechten Ober- bzw. Mittelbauch kommen. Bei älteren Patienten sind die Beschwerden nicht so deutlich ausgeprägt, das heißt, die Symptome können nicht so leicht zugeordnet werden.

Diagnostik

Die Diagnose der Blinddarmentzündung wird im Rahmen der ärztlichen Untersuchung gestellt. Es gibt keinen absolut sicheren Beweis dafür, dass eine Appendizites vorliegt. Allerdings ist bei einem typischen Befund im Ultraschall (bei einem erfahrenen Untersucher und einem guten Gerät) die Diagnose mittlerweile sehr sicher, da sich die Ultraschallauflösung in den letzten Jahren stark verbessert hat. Der Ausschluss einer Appendizitis bei überblähtem Darm ist dabei nicht immer so einfach.

Die Diagnose Wurmfortsatzentzündung erhärtet sich durch klinische Befunde:

  • Die Palpation des Unterbauchs McBurney-Punkt, Lanz-Punkt, retrogerades Darmausstreichen in Richtung Appendix
  • Kontralateraler Loslassschmerz (Blumberg-Zeichen): Hierbei wird auf der Körpergegenseite (kontralateral, also links) ein manueller Druck auf den Unterbauch ausgeübt und plötzlich wieder losgelassen. Im positiven Fall stellt sich daraufhin rechts ein Schmerz ein.
  • Psoas-Dehnungsschmerz (das Bein wird im Oberschenkel gegen einen Widerstand gebeugt, wenn dabei Schmerzen im Unterbauch auftreten ist der Test positiv)
  • Temperaturdifferenzmessung Achselhöhle - Mastdarm (>1°C) in ca. 50% der Fälle
  • Laboruntersuchung des Blutes und des Urins (Leukozytose, Erhöhung des CRP u.a.)
  • Ultraschalluntersuchungdes Bauchraumes (Kokardenformation, tubuläre Struktur, Abszess, Ausschluss anderer Erkrankungen)
    • Siehe [Ultraschallbild der Appendizitis]
  • CT
  • evtl. Röntgen, evtl. gynäkologisches Konsil

Am Wichtigsten sind dabei die Laboruntersuchungen ( Leukozyten, CRP ), der Ultraschall und das CT, wenn man im Ultraschall beispielsweise bei dickem oder völlig überblähtem Bauch zu wenig sieht.

Abbildung: akute Blinddarmentzündung im CT

Bild:Appendizitis5ct.jpg
  • Bei der Anamnese ist die Verlagerung des Schmerzes vom mittigen Oberbauch in den rechten Unterbauch und das Aufhören des anfangs periumbilikalen oder epigastrischen Schmerzes von Wichtigkeit.
  • Das plötzliche Auftreten eines schmerzfreien Intervalles mit anschließenden massiven Schmerzen im ganzen Bauchraum spricht für einen Blinddarmdurchbruch (Perforation).

Auch bei einer klinisch typischen Appendizitis ist heute vor der Operation immer einer Ultraschalluntersuchung anzustreben, um andere Erkrankungen mit gleicher Symptomatik wie beispielsweise den Morbus Crohnauszuschließen.

Behandlung

Besteht der Verdacht auf Blinddarmentzündung ist die Appendektomieals operativeMaßnahme angezeigt. Dabei sollte möglichst früh (innerhalb von ca. 48 Stunden) operiert werden.

Ein Abwarten mit konservativer Behandlung (Bettruhe, Antibiose, Nahrungskarenz und ständige ärztliche Kontrolle) ist prinzipiell möglich, doch sollte sie nur bei Unmöglichkeit einer sofortigen Operation in Betracht gezogen werden.

Prognose

Die Prognose der Erkrankung ist gut. Die Letalitätdes Eingriffs liegt bei nichtperforierter Appendizitis unter 0,001% - bei Durchbruch (Perforation, 10% der Fälle) allerdings bei 1%.

Siehe auch

Konglomerattumor, perityphlitischer Abszess

Weblinks

  • Appendizitis - Patienteninfo von NetDoktor.at
  • Lehrbuchinformationen zu Apendizitis
  • http://www.dkmic.de/forum/n_appendizitis.html
  • Blinddarmentzündung: Ursachen und Symptome





Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Appendizitis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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