Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



Zurück
[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Embryopathie

Embryopathie (von griechisch??????, émbryo - die ungeborene Leibesfrucht, im Inneren Keimen und ?????, páthos - Leiden(schaft), die Sucht, das Pathos, die Krankheit) ist ein Sammelbegriff für angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen, die durch unterschiedliche Störungen in der Entwicklung der frühen Leibesfrucht bis zum 3. Schwangerschaftsmonat (Embryonalentwicklung) verursacht wird. Da während dieser empfindlichen Phase der Entwicklung die Organe entstehen, führen schädigende Einflüsse je nach Ursache und Ausprägungsgrad zu einer Fehlgeburtoder zu unterschiedlichen Fehlbildungen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Symptome
  • 3 Sozialmedizinischer Aspekt
  • 4 Quellen

Ursachen

Mögliche Ursachen von Embryopathien können in vier große Gruppen eingeteilt werden:

  1. Zu den bekanntesten Ursachen von Embryopathien gehören Infektionserkrankungen während der Frühschwangerschaft. Hierzu gehören die Röteln, Ringelröteln, Listeriose, Toxoplasmoseund Zytomegalie. Die Syphilishat glücklicherweise fast nur noch historische Bedeutung. Auch Embryopathien durch Herpes simplexund Ebstein-Barr-Virus-Infektionensind beschrieben, aber sehr selten.
  2. Eine weitere große Gruppe von Auslösern von Embryopathien sind Medikamente (s. Contergan-Skandal, Warfarin-Embryopathie), Chemikalien (Bleikinder) und Genußmittel (Alkoholembryopathie).
  3. Auch mütterliche Faktoren wie das Alter, Gewicht, Ernährung, eigene Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Phenylketonurieoder Herzfehlererhöhen das Risiko für Embryopathien.
  4. Schließlich kann auch Ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung, Höhenstrahlung, radioaktive Strahlung) - neben dem genetischen Risiko der Schädigung der Erbinformation in den Keimdrüsen - den sich entwickelnden Organismus schädigen und zu Fehlbildungen führen.

Natürlich gibt es daneben immer wieder Kinder mit angeborenen Fehlbildungen, bei denen die ursächlich verantwortliche Schädigung in der Frühschwangerschaft nicht identifiziert werden kann.

Symptome

Bei der Rötelnembryopathie sind insbesondere das Herz mit Herzfehlern, die Augen mit angeborenem grauen Star, also einer Trübung der Linse des Auges und einem zu kleinen Augapfel sowie die Hörbahn im Gehirn mit Taubheit betroffen. Die Kinder sind häufig untergewichtig, in ihrer kognitivenEntwicklung verzöger und haben einen vergleichsweise kleinen Kopfumfang (Mikrocephalie).

Eine diabetische Embryopathie kann ebenfalls mit gehäuften Herzfehlern, aber auch angeborenen Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwegen sowie des Skeletts einhergehen. Eine strenge Stoffwechseleinstellung bei geplanter Schwangerschaft reduziert das Fehlbildungsrisiko auf das Niveau stoffwechselgesunder Frauen.

Die Alkoholembryopathie äußert sich neben diskreten Veränderungen des äußeren Erscheinungsbilds (schmales Lippenrot, fehlendes oder abgeflachtes Philtrum/ Grübchen in der Oberlippe, nach außen abfallende Lidachsen, Mikrocephalieu.a.) am schwerwiegendsten in einer Verzögerung der kognitivenEntwicklung. In 40 % der Fälle kann auch hier ein Herzfehlerauftreten.

Bei der Thalidomid-Embryopathie durch das Beruhigungsmittel Conterganist besonders gut untersucht, zu welchem Zeitpunkt der Einwirkung des Medikaments welche Schädigung verursacht wird: zwischen dem 34. und 38. Tag nach der letzten Regelblutung kommt es zu einem Fehlen der Ohrmuschel und zu einer Lähmung des Gesichtsnervs (Facialisparese), zwischen dem 40. und 44. Tag treten Arm, zwischen dem 43. und 46. Tag Beinfehlbildungen und zwischen dem 48. und 50. Tag Daumenfehlbildungen und eine Verengung des Enddarms auf.

Sozialmedizinischer Aspekt

Als embryopathische Indikation wird der für einen Schwangerschaftsabbruchwegen einer Schädigung des Ungeborenen benötigte Nachweis bezeichnet, der Angaben über die beim Kind vorliegende Behinderung, Fehlbildung oder Erkrankuung beinhaltet, die als Grund für die Abtreibuung geltend gemacht werden können. Eine embryopathische Indikationwird vom behandelnden Arzt (aus)gestellt.

Quellen

Roche Lexikon Medizin, ISBN 3-437-15150-9




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Embryopathie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
  Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.