| |
Eine Entzündung (lateinisch-medizinisch Inflammatio[n]) ist eine charakteristische Antwort von biologischemGewebeauf einen äußeren oder innerlich ausgelösten Reizmit der Funktion, den Schädigungsreiz zu beseitigen oder zu reparieren.
Das Geschehen wird meist mit einer Kombination des betroffenen Organs mit der griechischenEndung-itis gekennzeichnet, z. B.:
- Arthritis(Gelenkentzündung)
- Myokarditis(Herzmuskelentzündung)
- Dermatitis(Hautentzündung)
- Otitis(Ohrenentzündung)
- Ausnahme:
- Pneumonie= "Lungenentzündung", obwohl die Endung "-itis" fehlt
Die Entzündungsreaktion wird vom Bindegewebe, den Blutgefäßenund dem Immunsystemgetragen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Auslöser (Noxen)
- 2 Ablauf lokaler Entzündungsreaktionen
- 3 Die fünf Entzündungszeichen
- 4 Allgemeine unspezifische Entzündungszeichen
- 5 Einteilung
- 6 Siehe auch
- 7 Weblinks
|
Auslöser (Noxen)
Auslösende Reize können sein:
- physikalische Reize:
- mechanisch (z. B. Druck, Verletzungoder Fremdkörper, z. B. krankhafte Stoffwechselproduktewie Harnsäurekristalle)
- thermische (z. B. Wärme, Kälte)
- chemisch (z. B. Säuren, Laugen, Toxine, entgleiste Enzyme, wie z. B. bei der Pankreatitis)
- Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten)
- Allergene
- Autoallergene(z. B. bei rheumatischenErkrankungen, Autoimmunkrankheit)
- Fremdallergene
Ablauf lokaler Entzündungsreaktionen
- Lokale Durchblutungsstörung:
- Diese nur minutenlange Phase wird auch "initiale Ischämie" genannt. Gemeint ist eine kurzzeitige lokale Durchblutungsstörung durch die Reaktion des Gefäßbindegewebes auf die Adrenalinausschüttung (arterieller Spasmus).
- Danach folgt eine, vor allem lokale, Hyperämie, die zum einen durch den vom vegetativen Nervensystemausgelösten Arteriolenspasmus, zum andern von einer Konstriktionder Venolenausgelöst wird. Letztere wird von diversen Mediatoren, z. B. Prostaglandinen, Kininen, ausgelöst. Diese Abflussstörung wiederum führt zur Thrombozytenaggregation, dem Sludge-Fänomen, Exsudationund anderen durch Blutstaseausgelösten Folgen.
- Die Permeabilitätder Gefäßwände wird durch Gefäßmediatoren, hier Histamin, Prostaglandin, Kininund Serotonin, gesteigert.
- Durch die erhöhte Permeabilität können nun Plasmaeiweiße in das betroffene Gebiet einströmen. Für die Entzündungsreaktion wichtig sind hierbei vor allem neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten, Makrophagenund Lymphozyten.
Die fünf Entzündungszeichen
- Rötung (lat.rubor)
- Schwellung(lat.tumor)
- Überwärmung (calor)
- Schmerz(dolor)
- eingeschränkte Funktion (functio laesa)
Diese fünf Zeichen sind nicht immer direkt erkennbar oder auch nur teilweise nachweisbar. Eine Magenschleimhautentzündung beispielsweise macht kaum Schmerzen, da die Magenschleimhaut wenig schmerzempfindlich ist.
Allgemeine unspezifische Entzündungszeichen
Neben den fünf direkten Entzündungszeichen am Ort der Entzündung, kann man eine Entzündung ab einem bestimmten Schweregrad an allgemeinen Reaktionen des Gesamtorganismus erkennen. Zu diesen Allgemeinreaktionen gehören:
- Fieber: beschleunigter Stoffwechsel mit schnellerer Syntheseu.a. von Antikörpern
- allgemeines Krankheitsgefühl
- Leukozytenanstiegoder -abfall (Weiße Blutkörperchen)
- CRP-Anstieg (immunologisch wirksames Akute-Phase-Protein)
- beschleunigte Blutkörperchensenkung(BKS bzw. BSG für -geschwindigkeit)
- Procalcitonin-Anstieg (Hormon-Vorstufe)
- Nachweis von Bakterien im Blut (positive Blutkultur)
Einteilung
Nach dem zeitlichen Ablauf können die Entzündungen eingeteilt werden in
- akute = plötzlich einsetzende Entzündungen
- chronische = langsam, schleichend ablaufende Entzündungen
- rezidivierende= wiederholt auftretende Entzündungen.
Siehe auch
Weblinks
- Kurze Zusammenfassung
- Pathologisches Wissensportal
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Entzündung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|