|
Laborreaktorsysteme sind maßstäblich verkleinerte Rührkesselreaktorenfür F&EAnwendungen in Laborund im Technikumwie
- Produktentwicklung,
- Prozessentwicklung,
- Prozessoptimierung,
- Scaleup-Versuche etc.
Aufbau und Funktionsweise sind analog zum Rührkesselfür Produktionszwecke. Der typische Labormaßstab ist ein bis zwei Liter. Anders als in der Produktion werden im Labor bevorzugt Glasreaktoreneingesetzt, die einen weiten pH-Bereich bieten, und freie Sicht in das Reaktionsgefäß ermöglichen.
Ein Laborreaktorsystem wird in der Regel in einem Laborabzugaufgestellt um die Ansammlung explosionsfähiger Atmosphäre (Gasgemische) zu vermeiden und um das Laborpersonal vor evtl. austretenden giftigen Stoffen zu schützen.
Am häufigsten wird die Batch-Fahrweise, weniger häufig die Konti-Fahrweiseangewendet. Ursache hierfür sind vorwiegend betriebliche Zwänge, die oft einem Betrieb über Nacht entgegenstehen.
Ein Laborreaktor bietet die gleichen Grundfunktionenwie ein Reaktorfür Produktionszwecke. Die wichtigsten Grundfunktionen sind:
- Temperieren
- Dosieren
- Rühren
- Evakuieren
- Inertisieren
- Destillieren
Ein modernes Laborreaktorsystem ist i.d.R. mit einem Laborautomatisierungssystemteilweise oder voll automatisiert. Durch die kontinuierliche Überwachung ist ein unbeaufsichtigter Betrieb über Nacht, und damit der Konti-Betrieb leichter möglich.
Aus verschiedenen Gründen (Beschleunigung der Entwicklung durch Parallelreaktorsysteme, Minimierung des Verbrauchs teurer Edukte, Energieeinsparung etc.) geht der Trend zu immer kleineren Volumina. Das typische Volumen von Parallelreaktorsysteme liegt im 50 bis 500 ml Maßstab. Wegen der benötigen Mindestmengen für Produkt und Proben, sind der MiniaturisierungGrenzen gesetzt.
Durch die Möglichkeit der online Reaktionsverfolgung mittels Molekülspektroskopie (FTIR-Messtechnik im mittleren Infrarotbereich dem sogenannten Fingerprintbereich) und weiterer online Analytik wie HPLCoder Gaschromatographie(GC) erfährt die Entwicklung einen deutlichen Schub.
Für Anwendungen unter besonderen Bedingen wie Tieftemperatur, Hochtemperatur, Hochdruck sowie extreme pH Werte müssen Laborreaktorsysteme stets individuell ausgelegt werden.
Weblink
- Ausführungsbeispiele von Laborreaktorsystemen
Seitenkategorien: Chemie| Labor| Laborgerät| Verfahrenstechnik
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Laborreaktorsystem aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|