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Referenzlabor

Als Referenzlaboratorien werden Laboratorienbezeichnet, die von der Europäischen Kommission("Gemeinschaftliche Referenzlaboratorien") oder von einer nationalen Regierung ("Nationale Referenzlaboratorien") auf der Grundlage gemeinschaftlicher oder nationaler Rechtsvorschriften ernannt wurden. Diese Laboratorien verfügen über eine besonders hohe Qualifikation auf ihrem Fachgebiet und zeichnen sich neben ihrer Fachkompetenz durch ein hohes Maß an Unabhängigkeit aus und können auch länderübergreifend tätig sein. Mit der Einrichtung nationaler Referenzlaboratorien sollte die Basis für europaweit harmonisierte Maßnahmen im Bereich der Labordiagnostik geschaffen werden.

Epidemiologischausgerichtete Laboratorien sammeln zum Beispiel Daten über das Vorkommen von Zoonoseerregernbei Tieren, in der Umwelt und in Lebensmitteln sowie über Erkrankungsfälle beim Menschen. Sie werten diese Daten aus und berichten über aktuelle Entwicklungen.

Stärker einzelfallbezogene Laboratorien analysieren Proben und entwickeln und standardisieren Untersuchungsmethoden. Sie führen ferner u.a. Vergleichsuntersuchungen zwischen unterschiedlichen Labors durch, um ein einheitliches Niveau der Analysenqualität sicherzustellen.

Referenzlaboratorien werden auch als Obergutachterstelle und als Schiedsorgan in strittigen Fällen in Anspruch genommen.

Das Gemeinschaftliche Referenzlaboratorium für die Geflügelpest

Durch häufige Erwähnung in den Medien ist im Jahr 2005 in Zusammenhang mit der VogelgrippeInfluenza A/H5N1 das EU-Referenzlabor in Weybridgein besonderem Maße bekannt geworden. Sein Name lautet in offizieller deutscher Übersetzung "Gemeinschaftliches Referenzlaboratorium für die Geflügelpest". Es hat u.a. folgende Befugnisse und Aufgaben:

  • Es hilft durch die Untersuchung der Virusisolate, die ihm zur Diagnosebestätigung zugehen, sowie durch Viruscharakterisierung und Nachforschungen zur Epizootiologieaktiv bei der Ermittlung von Geflügelpestherde in den Mitgliedstaaten mit. Das Labor soll hierzu insbesondere Nukleotid-Sequenzierungen durchführen, damit die Aminosäurensequenzdes Hämagglutininmolekülsvon Geflügelpestviren der Untergruppe H5 oder H7 bekannt wird.
  • Es koordiniert die Methoden zur Diagnose der Geflügelpest in den Mitgliedstaaten der EU, indem es zum Beispiel Virusstämme der Geflügelpest sammelt und für serologischeTests sowie zur Herstellung von Antiserenabgibt.
  • Es gibt Referenzseren und anderen Referenzreagenzien an die nationalen Referenzlaboratorien ab mit dem Ziel, Testverfahren europaweit zu standardisieren. Ferner veranlasst es, dass regelmäßig Tests zum Vergleich der Diagnoseverfahren auf Gemeinschaftsebene durchgeführt werden.
  • Es charakterisiert Isolate von Geflügelpestviren mit den modernsten Methoden, um weitergehende Erkenntnisse über die Geflügelpest zu erhalten. Hierzu beobachtet es auch die Entwicklungen u.a. auf dem Gebiet der Prophylaxe der Geflügelpest auf der ganzen Welt und bietet sein Expertenwissen zum Geflügelpestvirus und zu anderen relevanten Viren, um rasche Differentialdiagnosenzu ermöglichen
Von "http://de.wikipedia.org/Referenzlabor"



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