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Diagnostik

Die Diagnose (v. griech.: ???????? diágnossi = (wörtlich in etwa) die Durchforschung; aus ???~ dia~ = durch~ + gnosein = kennen(lernen)) ist der Vorgang der Erkenntnisgewinnungdurch die Zuordnung eines Phänomensoder einer Gruppe von Phänomenen zu einer Kategorie.

Am häufigsten wird der Begriff in der Medizinverwendet, wo er die Erkennung einer Krankheitoder Verletzung(Kategorie) anhand von Symptomenund/oder Zeichen(Phänomenen) bezeichnet, die zuvor meist in einem Befunddokumentiert werden. Bei der Erstellung einer Diagnose wird intuitiv oder explizit das Bayes-Theoremangewendet.

Die Methodender Diagnose (z.B. körperliche Untersuchung, Bildgebungwie Röntgenaufnahmen, Laborwerte) werden in der Diagnostik (adjektivische Wortform) zusammengefasst. Die Auswahl möglicher Diagnosen bezeichnet man als Differenzialdiagnose. Durch das diagnostische Vorgehen wird sie eingeschränkt, bis eine ausreichende Basis für die Entscheidung über eine Therapiebesteht.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Differenzialdiagnose
  • 2 Methoden
  • 3 Weitere Bedeutungen
  • 4 Siehe auch
  • 5 Weblinks

Differenzialdiagnose

Als Differenzialdiagnose bezeichnet man die Gesamtheit aller Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom, ein Krankheitszeichenoder eine Kombination derselben wahrscheinlich oder möglich sind.

Eine eindeutige Diagnose wird gestellt, indem durch weitere Diagnostik alle anderen in Frage kommenden Diagnosen ausgeschlossen werden.

Im praktischen Vorgehen schließt man gewöhnlich zuerst solche Diagnosen aus, die für den Patienten akutlebensbedrohlich wären. Anschließend richtet sich die Auswahl weiterer diagnostischer Maßnahmen nach der Wahrscheinlichkeit, Therapierbarkeit und Bedrohlichkeit der auszuschließenden Diagnosen und dem mit der Maßnahme verbundenen Aufwand und Risiko. Der Vorgang endet, wenn nur noch eine Diagnose in Frage kommt. Häufig wird der Vorgang aber vorher abgebrochen, und zwar vernünftigerweise dann, wenn die verbleibende Differenzialdiagnose nur noch Entitätenenthält, die entweder

  • nicht therapierbar sind
  • nicht therapiebedürftig sind oder
  • alle die gleiche (dann oft symptomatische) Therapie nahelegen.

Methoden

Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:

  • Anamnese= Krankengeschichte, Befragung des Patienten
  • Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinneund einfacher Hilfsmittel, vor allem durch
    • Inspektion
    • Palpation
    • Perkussion
    • Auskultation
  • Labordiagnostik = Untersuchung von Blut, Urinetc.
  • Gewebs- und Zelldiagnostik = Histologie, Zytologie
  • Bildgebende Verfahrenohne und mit Kontrastmittel
    • Sonografie
    • Endoskopie
    • Röntgen
    • CT
    • MRT
    • NuklearmedizinischeBildgebung
  • EKG, EEG, EMG, ENG= Messung von elektrischen Feldern des Körpers
  • Funktionsuntersuchungen
    • Lungenfunktion
    • Druckmessungen in Gefäßen, Schließmuskeln etc.
    • Reflexuntersuchung
    • Provokations- und Belastungstests
      • Leistungstests
      • Glukose-Toleranztest

Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend, um Krankheiten genau zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Dies gilt vor allem für Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.

Trotzdem stellen sich in der medizinischen Diagnostik Herausforderungen: Viele Diagnosen müssen in Eile gestellt werden. Die Sinnhaftigkeit einer diagnostischen Maßnahme muss dennoch sorgfältig abgewogen werden: Der erwartete Nutzen muss dem Risiko, den Kosten und der Beeinträchtigung des Patienten gegenüber gestellt werden. Grundsätzlich ist Diagnostik nur nützlich, wenn die Diagnose Konsequenzen für die Behandlung des Patienten hat. Nur in seltenen Fällen ist eine diagnostische Maßnahme "um der Gewissheit Willen" berechtigt. Die Maßnahme muss in diesen Fällen als Therapie gesehen werden.

Ob die Diagnostik ihr Ziel erreicht, hängt auch von der Qualität der Definition der zugrundeliegenden Kategorien ab. Einer wohldefinierten Kategorie (zum Beispiel Knochenbruch am Unterarm) lässt sich ein Krankheitsbild anhand weniger Kriterien (Sturz in der Anamnese, Schmerzen, Funktionsausfall des betroffenen Arms, Diskontinuität des Knochens im Röntgenbild) zuordnen und damit einer adäquaten Therapie zuführen (Gipsschiene). Bei Krankheiten, deren Kategorien weniger scharf definiert, umstritten oder komplex sind, ist das Risiko einer Fehldiagnose und damit einer Fehlbehandlung größer. Dieses Problem betrifft vor allem die Psychiatrie. Insbesondere die Persönlichkeitsstörungensind hier problematische Kategorien.

Gewöhnlich muss die Aussagekraft eines Diagnoseverfahrens einer Überprüfung nach wissenschaftlicherMethode standhalten können, um von der Hochschulmedizin als anerkannt zu gelten (siehe auch: Evidenzbasierte Medizin). Dennoch werden, vor allem außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen, oft Methoden eingesetzt, die diese Forderung nicht erfüllen. Siehe hierzu: Alternativmedizin, Naturheilkunde.

Weitere Bedeutungen

In der Informatikstellt die Diagnose einen Bereich der Künstlichen Intelligenzdar. Die Diagnose beschäftigt sich mit der Erfassung und Auswertung von Symptomen. Das Ergebnis ist eine Diagnose oder Lösung eines Problems. Methoden der Diagnose ist die fallbasierte Diagnose oder die modellbasierte Diagnose.

Auch in der Biologieist der Begriff von Bedeutung: eine Diagnose ist unerläßlicher Bestandteil einer gültigen Publikation. Die Diagnose eines Taxons ist dabei eine Erklärung, in wie weit nach Meinung des Autoren sich das Taxon von anderen unterscheidet.

Siehe auch

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Wikiquote: {{{2|Diagnose}}} ? Zitate
  • Pflegerische Diagnostik
  • Psychologische Diagnostik
  • Diagnostischer Block

Weblinks

  • www.dimdi.de- Übersetzungshilfe für Diagnosen: ICD10



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Diagnostik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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