|
Endometriumhyperplasie ist eine umschriebene oder generalisierte Größenzunahme (Hyperplasie) der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Im Gegensatz zur Hypertrophieist die Größenzunahme bei der Hyperplasie durch eine Vermehrung der Zellzahl verursacht.
Sie entsteht durch eine anhaltende Stimulation der Schleimhaut durch Östrogenebei fehlender simultaner Gestagenstimulation. Entsprechend fördern Erkrankungen, die mit einer pathologisch erhöhten Östrogenproduktion einhergehen, die Ausbildung einer Endometriumhyperplasie. Dazu gehören die Follikelpersistenz, das Syndrom der polyzystischen Ovarien(PCO-Syndrom, Stein-Leventhal-Syndrom) und östrogen-produzierende Geschwülste(meist von den Eierstöcken ausgehend).
Im Gewebeschnitt unterscheidet man 3 Formen:
- Die einfache Hyperplasie besteht aus zystischerweiterten Schleimhautdrüsen (Schweizer-Käse-Muster) mit reichlich Bindegewebe (Stroma) zwischen den Drüsen.
- Die komplexe Hyperplasie ist durch eine Zunahme des Drüsen-Stroma-Verhältnis gekennzeichnet. Außerdem sind die Drüsen durch Aufzweigungen und Knospungen unregelmäßiger gestaltet.
- Die atypische Hyperplasie weist zusätzlich zu den Veränderungen der Gewebsarchitektur Veränderungen auf zellulärer Ebene auf: abgerundete, blasse Zellkerne, große Nukleolen.
Je nach mikroskopischem Bild neigen die 3 Formen in unterschiedlichem Ausmaße dazu, in eine bösartige Wachstumsform zu entarten. So entstehen aus 1% der einfachen, 3% der komplexen und 10-30% der atypischen Hyperplasien ein bösartiges Geschwür.
Literatur
Böcker, Denk, Heitz: Pathologie, 2. Auflage, Urban und Fischer Verlag
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, de Gruyter Verlag
Seitenkategorien: Medizin
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Endometriumshyperplasie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|