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Iatrochemie

Die Iatrochemie (griech. iatkos: Arzt, Heilkundler) bezeichnet eine von Paracelsusbegründete Heilkunst im 16. und 17. Jahrhundert, die – im Gegensatz zur Iatrophysik– davon ausging, dass die Lebensvorgänge und die krankhaften Veränderungen im Orgamismus auf chemische Vorgänge und Umsetzungen beruhen.

Als ?Iatrochemiker? bezeichnete man Ärzte, die die Iatrochemie ausübten. Diese versuchten mit chemischen Mitteln auf Krankheiten und Lebensvorgänge einzuwirken. Paracelsus stellte sich mit seiner Praxis gegen die Ansichten der Alchemie, die z.B. als Mittel den "Stein der Weisen" suchte.

Paracelsus distanzierte sich von der uralten Lehre des Hippokratesbzw. Galenos, dass das menschliche Wohlbefinden von vier Säften abhängt. Da er sich noch nicht ganz von den alten alchemistischen Anschauungen gelöst hatte, glaubte er, dass der menschliche Körper aus Schwefel, Quecksilberund Salzaufgebaut sei. Die Stoffe Schwefel und Quecksilber spielten zuvor schon in der Alchemie eine wichtige Rolle, denen er für seine Theorie noch das Kochsalz hinzufügte, allerdings aus aus heutiger Sicht mehr als vagen Gründen. Gemäß dieser Theorie glaubte Paracelsus Krankheiten besser mit mineralischen Substanzen heilen zu können, während die Anhänger der Lehre des Galenos eher organische Arzneien verwendeten. Die Iatrochemie wies erstmals Krankheiten einen lebendigen Charakter zu.

Weiterentwickelt wurde Paracelsus Theorie von Johannes Baptist von Helmont, einem Brüsseler Adeligen. Er glaubte, dass statt der drei Grundstoffe des Paracelsus, Wasserder Grundbestandteil des Körpers sei. Schließlich ging aus der Iatrochemie durch Robert Boyle, dem Sohn eines britischen Adligen, der direkte Vorläufer unserer modernen Chemiehervor, der schon relativ fortschrittliche Ansätze zeigte.

Von "http://de.wikipedia.org/Iatrochemie"



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