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Die elektronische Patientenakte (EPA) stellt eine zentrale elektronische Sammlung und Verwaltung aller den Krankheits- und Behandlungsverlaufeines Patientenbetreffenden Daten (Befunddaten, Diagnosen, Behandlungsverlauf, Behandlungsergebnis, zugehörige Korrespondenz) dar.
Es werden dabei die Informationen aller beteiligten medizinischenBereiche mit deren jeweiligen geeigneten Formaten bzw. Medien (Text, Grafik, Bild, Film, Ton) zusammengefasst und verfügbar gemacht. Idealerweise werden nicht nur die Daten des aktuellen Falles zusammengetragen, sondern auch alle verfügbaren Informationen früherer Krankheitenund Behandlungenintegriert. Dazu gehört auch wesentlich die elektronische Erfassung und Auswertung bestehender Patientenaktenin Papierform. Ob der Arzt mit dieser gewaltigen Datenflut überhaupt vernünftig umgehen kann, ist derzeit noch offen.
Die technischen Aspekte betreffen im Wesentlichen die sichere (verlustfreie), revisionssichereund idealerweise auch rechtssichere (elektronische Signatur) Langzeitarchivierungaller Daten. Hinzu kommt die strikte Reglementierung des Zugriffs auf autorisierte Personen. Gefordert werden in der Regel auch eine sehr hohe Verfügbarkeit und die Möglichkeit des elektronischen Austauschs über kryptografischgesicherte Kommunikationswege.
Die Elektronische Patientenakte steht aber auch in der Kritik, da befürchtet wird, dass die gesammelten Daten für andere Zwecke, z. B. strafrechtlicheErmittlungsverfahren, Täterprofileetc. verfügbar gemacht werden. Da der Patient häufig keine Übersicht und auch keinen Einblick in die gesammelten Daten hat, kann auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmungverletzt werden. Ob die erhofften Einspareffekte durch die elektronische Akte tatsächlich realisiert werden können, ist auch fraglich. Die Theorie geht davon aus, dass Doppeluntersuchungen vermieden werden, wenn jedem Arzt alle Ergebnisse vorangegangener Untersuchungen bekannt sind. Ein gewissenhafter Arzt wird sich aber schon aus haftungsrechtlichenGründen nicht auf die Befundergebnisse und Untersuchungen der vorbehandelnden Ärzte verlassen können. Ob eine ausschließliche Verwendung einer elektronischen Patientenakte de lege artisist, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.
Literatur
- Frank Warda: "Elektronische Gesundheitsakten - Möglichkeiten für Patienten, Ärzte und Industrie. Aktueller Stand der Entwicklung in Deutschland". 2005, 280 Seiten, ISBN 3-938975-00-8
- Emmanuel Laskaridis: "Elektronische Patientenakte : ärztliche Dokumentationspflichtund elektronische Datenverarbeitung". Frankfurt am Main u.a.: Lang, 2003. 441 S. ISBN 3-631-50504-3(Europäische Hochschulschriften: Reihe 2, Rechtswissenschaft; 3667)
- Axel Mühlbacher, Samuel Berhanu: "Die elektronische Patientenakte : ein internetbasiertes Konzept für das Management von Patientenbeziehungen". Berlin : TU, Wirtschaftswiss. Dokumentation, Fachbereich 14, 2003. 45 S.
- Kraft, D.: Telematik im Gesundheitswesen, DuD-Fachbeiträge, Deutscher Universitäts-Verlag 2003, ISBN: 3-8244-2166-6
- Patrick S. Merten: "Die elektronische Patientenakte als Schwerpunkte einer deutschen Gesundheitsplattform". 2003 111 Bl. (Diplomarbeit European Master of Arts in ManagementFreiburg Schweiz, 2004)
- Frank Warda: "Elektronische Gesundheitsakten - Möglichkeiten für Patienten, Ärzte und Industrie. Aktueller Stand der Entwicklung in Deutschland". 2005, 300 S., ISBN 3-938975-00-8
- Volker Bittner: "Die virtuelle Patientenakte : eine Untersuchung über den Beweiswert der elektronischen Dokumentation des Arztes im Zivilprozess unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Arzthaftungsrechts". 1. Aufl. Göttingen : Cuvillier, 2001. 104 S. ISBN 3-89873-115-4
- Klaus Adelhard: "Die lebensbegleitende elektronische Patientenakte : Anforderungen, Design und beispielhafte Realisierung". 154 Bl. (München, Univ., Med. Fak., Habil.-Schr., 2002)
- Frank Warda, Guido Noelle: "Telemedizin und eHealth in Deutschland - Materialien und Empfehlungen für eine nationale Telematikplattform". 257 Seiten, Format 19 x 28 cm, ISBN 3-89906-701-0.
Weblinks
- Akzeptanz der Digitalen Gesundheitsakte
- Wieslocher Symposium Digitale Patientenakte
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en:Electronic_medical_record
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