Bild:Rucksack Rettungsdienst.jpg Eine Alternative zum Notfallkoffer: Ein Notfallrucksack aus einem RTW
Ein Notfallkoffer ist ein Koffer, der Materialien und Medikamentezur Behandlung von medizinischen Notfällen, wie zum Beispiel akuten Erkrankungen, Verletzungenoder Vergiftungen, enthält.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Verwendung
- 2 Inhalt und Normung
- 3 Ein- oder Zweikoffersysteme
- 4 Behältnis
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Verwendung
Er wird in jedem Rettungswagen(RTW), vielen Krankentransportwagen(KTW) sowie in jedem Luftrettungsmittelmitgeführt. Ein Notfallkoffer enthält in der Regel Materialien für die Basismaßnahmen in den Bereichen Beatmung (Intubation, Absaugung), Kreislauf (Reanimation) und Diagnostik.
Inhalt und Normung
Bild:Notfallkoffer.jpg Geöffneter Notfallkoffer
Meistens werden die Notfallkoffer dem Einsatzgebiet sowie der Qualifikation sowie Vorlieben des Benutzers angepasst, es gibt aber auch genormte Typen mit einer festgelegten Mindest-Ausrüstung.
Der Notfall-Arztkoffer ist in der DIN13232 genormt und beinhaltet auch Medizintechnikfür invasive Maßnahmen, wie Thoraxdrainagenoder ZVKs, aber auch das normale Material wie Beatmungsbeutelmit mehreren Masken, Intubationsbesteck, Stethoskopund eine Pupillenleuchte. Des weiteren ist, entsprechend der Norm, vom jeweils verantwortlichen Notarztfestzulegen, welche Arzneimittelzur präklinischen Versorgung mitgeführt werden.
Der Notfall-Arztkoffer für Säuglinge und Kleinkinder ist in der DIN13233 genormt und unterscheidet sich im Inhalt vor allem durch seine Ausrichtung auf die pädiatrischenNotfälle und enthält so Material in kleineren Größen, spezielle Medikamente sowie Kanülen zur intraossärenInfusionstherapie.
Notfallkoffer in Arzt- oder Zahnarztpraxen sind meist nicht so umfangreich wie Notfallkoffer im Rettungsdienst ausgerüstet, da dem Anwender die notfallmedizinische Routine fehlt. Der Handel bietet hier beispielsweise spezielle Koffer an, bei denen auf das Intubationsbesteckverzichtet wird und andere Dinge bereits vorbereitet sind (z.B. Beatmungsbeutelschon mit der Sauerstoffquelle verbunden).
Ein- oder Zweikoffersysteme
Statt eines Koffers, der sämtliches Material enthält, ist auch die Verwendung von zwei Koffern möglich. Hier wird das Material in einem Notfallkoffer Atmung mit Sauerstoff, Beatmung, Intubation, Absaugung sowie einem Notfallkoffer Kreislauf mit Infusionen, Medikamenten, Diagnostik- und Verbandmaterial getrennt gelagert. Dadurch sind die Koffer deutlich leichter, rückenschonender zu tragen und entsprechend ihres Inhaltes am Patienten positionierbar (Atmungskoffer an das Kopfende, Kreislaufkoffer neben dem Patienten).
Behältnis
Das Material ist ein stabiler Kofferaus Aluminiumoder Kunststoff. Als Alternative zum Koffer als solches gibt es Notfalltaschen und Notfallrucksäcke, die meist aus Corduraoder Complan-Material gefertigt sind. Taschen und Rucksäcke haben ein geringeres Eigengewicht und lassen sich bequemer tragen und sind rückenschonend. Dadurch sind sie besonders in Einsatzfällen mit längeren Wegen zum Patienten, wie beim Rettungsdienst im ländlichen Bereich oder bei der Bergrettungbesser geeignet. Dies gilt auch für enge Wohnungen und Treppenhäuser, da Rucksäcke für den Einsatz meist nicht komplett geöffnet weden müssen. Im Gegensatz zu Koffern öffnet man nur das Fach, welches man gerade benötigt. Somit verschmutzen die Materialen auch nicht so schnell. Weiterhin kann man Corduragewebe in Haushaltswaschmaschinen waschen. Das Gewebe leidet nur minimal. Nachteilig ist bei Rucksäcken und Taschen, dass bei schlechter Packweise die recht empfindlichen Umverpackungen von z.B. Spritzen und Kanülen leichter verknicken und letzten Endes defekt sind und somit ausgetauscht werden müssen. Auch leidet, abhängig von der Packweise, die Übersichtlichkeit, da Materialien leichter verrutschen können als in starren Koffern.
Bei neueren Modellen wird aber versucht, diesem Nachteil mit Fixierschlaufen entgegenzuwirken.
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