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Shunt (Medizin)

Als Shunt wird in der Medizin eine Kurzschlussverbindung mit Blutübertritt zwischen Blutgefäßenbzw. Herzkammernbezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Shunt zwischen großem und kleinem Kreislauf - Fehlbildungen
  • 2 Dialyseshunts
  • 3 Shunt-Operationen am Herzen
  • 4 Ventrikulo-peritonealer Shunt

Shunt zwischen großem und kleinem Kreislauf - Fehlbildungen

  • Klinisch bedeutsam sind solche Kurzschlussverbindungen zwischen dem vom rechten Herzen ausgehenden Lungenkreislauf und dem vom linken Herzen ausgehenden Körperkreislauf bei angeborenen Herzfehlernoder bei anderen Entwicklungsstörungen wie z. B. dem persistierenden Ductus arteriosusoder einem persistierenden Foramen ovale.
  • In der Kardiologiewird unterschieden zwischen einem Rechts-Links-Shunt, bei dem aufgrund eines Herzfehlers Blut aus der rechten in die linke Herzhälfte übertritt, und einem Links-Rechts-Shunt, bei dem aufgrund eines Herzfehlers Blut aus der linken Herzhälfte in die rechte übertritt. Folge einer Shunt-Umkehrvon links-rechts zu rechts-links bei einem angeborenen Herzfehler ist die Eisenmenger-Reaktion.

Dialyseshunts

Bei Dialysepatientenwird künstlich ein Shunt (oder auch "Fistel") angelegt, um ein dicklumiges Gefäß zur Verfügung zu haben, mit dem man eine Hämodialyse durchführen kann. Dieses Verfahren wurde 1960 von Belding Scribnerentwickelt.

Die bevorzugte Lokalisation für einen Dialyseshunt ist die Verbindung zwischen der Arteria radialisund der Vena cephalicaam Unterarm. Dieser Shunt wird nach den Erstbeschreibern auch Cimino-Brescia-Shunt genannt. Weitere Möglichkeiten für einen Dialyseshunt am Oberarm sind die Verbindungen der mobilisierten und unter die Haut verlagerten Vena basilicamit der Arteria brachialis(sog. Basilica-Shunt) oder zwischen Vena cephalica und Arteria brachialis (sog. Cephalica-Shunt). Dialyseshunts sind für Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz) überlebenswichtig.

Shunt-Operationen am Herzen

Bei bestimmten angeborenen Herzfehlern wird ein künstlicher Shunt zwischen arteriellem und venösem Kreislauf angelegt um die Sauerstoffversorgung des Patienten zu verbessern. Der klassische Shunt ist die Blalock-Taussig-Anastomose. In vielen Fällen wird dieser Shunt im Rahmen einer Korrektur- oder Palliativoperation des Herzfehlers wieder entfernt.

Ventrikulo-peritonealer Shunt

Ein sog. VP-Shunt ist in der Neurochirurgie eine permanente Ableitung des Liquorsbei Hydrocephalus, die operativ angelegt wird. Dabei wird ein Schlauch von der Schädeldecke her unter der Haut hindurch den Hals hinab vor der Brustwand bis zur Bauchhöhle (Peritonealhöhle) geführt. Es gibt VP-Shunts, die ein von außen verstellbares Ventil besitzen, um den Abfluss dem Bedarf anzupassen. (Siehe auch Hirndruck)

siehe auch Shunt (Elektrik)




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Shunt (Medizin) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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