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Nervus ulnaris

Der Nervus ulnaris ("Ellennerv") ist ein Nervdes Plexus brachialis(Armgeflecht). Er hat seinen Ursprung im Rückenmarkzwischen 8. Hals- und 1. Brustsegment (C8-Th1), bei einigen Spezies auch noch in Th2.

Der Nervus ulnaris verläuft an der Innenseite des Oberarmszum Ellbogenhöcker. Am Epicondylus medialis des Humerusist er durch die Haut tastbar und bei kann beim Anstoßen eine heftige Schmerzreaktion in seinem sensiblen Innervationsgebiet ("Musikantenknochen") hervorrufen. Im weiteren zieht er ellenseitig am Unterarm in Richtung Hand.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Motorische Äste
  • 2 Funktion
  • 3 Sensible Äste
    • 3.1 Mensch
    • 3.2 Haussäugetiere
  • 4 Ulnarisschädigung
    • 4.1 Differenzialdiagnose der Ulnarisschädigung
  • 5 Literatur
  • 6 Weblinks

Motorische Äste

Am Unterarminnerviert der Nerv motorisch den:

  • Musculus flexor carpi ulnaris
  • Caput ulnare des Musculus flexor digitorum profundus
  • Musculus flexor digitorum superficialis(excl. Mensch, Fleischfresser)

Im Bereich der Handinnerviert der Nerv die Muskeln des Kleinfingerballens (Musculus abductor digiti V, Musculus flexor digiti V, Musculus opponens digiti V) und die meisten kurzen Muskeln der Mittelhand (Musculi lumbricales III bis V, Musculi interossei, Musculus adductor pollicis, Caput profundum des Musculus flexor policis brevis).


Funktion

Die vom Nervus ulnaris versorgten Muskeln sind beteiligt an der Beugung und Ulnarabduktion des Handgelenks, an der Beugung des Ringfingers und Kleinfingers. Sie führen praktisch allein aus die Spreizung der Langfinger (d.h. alle Finger außer dem Daumen) und das Schließen der Langfinger. Ferner beugen die Musculi lumbricales die Grundglieder der Finger III bis V und strecken die Mittel- und Endglieder.

Es existieren zahlreiche Varianten der Innervation der kleinen Handmuskeln. Bei manchen Menschen werden einige der üblicherweise vom Nervus ulnaris versorgten Handmuskeln vom Nervus medianusinnerviert, der dann auch entsprechend an deren Funktion Anteil hat.


Sensible Äste

Mensch

Beim Menschen gibt der Nervus ulnaris etwa in der Mitte des Unterarms oder etwas darunter den sensiblen Ramus dorsalis ab, dessen Endäste, die Nervi digitales dorsales, die Haut auf der Streckseite der ellenseitigen Hälfte des Mittelfingers und die Haut der Streckseite des Ringfingers und Kleinfingers jeweils zwischen Handgelenk bis zum Finger-Mittelgelenk versorgen.

Der etwas darunter abgehende sensible Ramus palmaris versorgt den ellenseitigen Anteil der Handgelenksbeugeseite sowie den körpernahen Kleinfingerballen.

Schließlich versorgt der Ramus superficialis über seine Endäste den restlichen Kleinfingerballen, und über die Nervi digitales palmares proprii die beugeseitige Haut des Kleinfingers und die angrenzende Haut des beugeseitigen Ringfingers.

Haussäugetiere

Bei den Haustierenentlässt der Nervus ulnaris den Nervus cutaneus antebrachii caudalis, der die Hinterseite des Unterarms sensibel versorgt. Oberhalb der Vorderfußwurzel teilt er sich in einen Ramus dorsalis und einen Ramus palmaris. Der Ramus palmaris hat Verbindung zum Nervus medianus. Die beiden Endäste des Nervus ulnaris versorgen sensibel die Haut der äußeren Zehe sowie tiefe Strukturen des Vorderfußes.


Ulnarisschädigung

Das Lähmungsbild leitet sich aus dem Ausfall der oben genannten motorischen Funktionen her: Eine Schädigung des Nervus ulnaris führt beim Menschen zur sog. Krallenhand oder auch Klauenhand. Sie entsteht durch Ausfall der kurzen Fingermuskeln. Hierbei ist der Daumen abgespreizt (Ausfall Musculus adductor pollicis) und bei Beugung der Finger ist das Fingergrundgelenk gestreckt (Ausfall Musculi lumbricales und Musculi interossei, da die Wirkung der langen Fingerbeuger nur noch zur Beugung der Fingerendgelenke ausreicht).

Schädigungen des sensiblen Nervenanteils machen sich bemerkbar durch Taubheitsgefühle im Kleinfinger, an der nach außen zeigenden Seite des Ringfingers und am Kleinfingerballen. Häufigste Ursache einer Schädigung des Nervus ulnaris ist die Schädigung des Nerven an seiner exponiertesten Stelle am Ellenbogen, das Ulnarisrinnen-Syndrom(= Sulcus ulnaris-Syndrom).

Ein weiterer häufiger Schädigungsort befindet sich an der kleinfingerseitigen Handwurzel im Bereich der sogenannten Loge de Guyon (Loge de Guyon-Syndrom). Wenn der Nerv an dieser Stelle geschädigt wird, sind, je nach genauem Schädigungsort, nur noch ein Teil von dessen Handfunktionen betroffen.

Differenzialdiagnose der Ulnarisschädigung

Ähnliche Sensibilitätsstörungen und Lähmungsbilder wie eine Schädigung des N. ulnaris können durch eine Nervenwurzelschädigung der 8. Halsnervenwurzel hervorgerufen werden, durch eine Schädigung des unteren Armnervengeflechts(Plexus brachialis) oder durch eine Schädigung des Rückenmarks, zum Beispiel durch eine Enge des Spinalkanals.

Literatur

Marco Mummenthaler, Hans Schliack, Manfred Stöhr: Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome. Thieme-Verlag. ISBN 3-13-380207-0


Weblinks

www.uniklinik-duesseldorf.de/deutsch/Unternehmen%2FKliniken%2FNeurochirurgische%20Klinik%2FPeriphere%20Nerven/index_1.html





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