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Ösophagusvarizen

Ösophagusvarizen sind Krampfadern (Varizen) der Speiseröhre(Ösophagus).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Komplikationen
  • 3 Therapie
  • 4 Diagnose
  • 5 Weblinks

Ursachen

Das venöse und nährstoffreiche, aber sauerstoffarme Blutvon Milz, Magen, Darm und der Gallenblase fliesst über die Pfortader (Vena portae) durch die Leber und von dort in die untere Hohlvene. Ist dieser Blutabfluss eingeschränkt (z.B. durch eine Leberzirrhose), entsteht eine portale Hypertension(erhöhter Blutdruck in der Pfortader).

Der erhöhte Pfortaderdruck und der eingeschränkte Blutfluss durch die Leber führen zum vermehrten Blutfluss über die vier portokavalen Anastomosen. Es handelt sich hierbei um Verbindungen der Pfortader auf der einen und der oberen und unteren Hohlvene auf der anderen Seite. Bedeutung erlangen diese Anastomosen immer dann, wenn der Blutfluss durch die Leber eingeschränkt ist (siehe oben). In diesem Fall wird der Blutfluss durch die Leber umgangen und das Blut fliesst direkt in die Hohlvene.

Es gibt mehrere solcher portokavaler Anastomosen. Unter anderem Venen des Rektums, der Bauchwand und Venen in Magen und Speiseröhre. Letztere erweitern sich beim erhöhten Blutdruck in der Pfortader zu Oesophagusvarizen. Gefährlich ist es, wenn diese Varizen(=Krampfadern) zu Blutungenführen.

Komplikationen

Die erweiterten Venenim unteren Ende der Speiseröhre, eben die Oesophagusvarizen, können, da sie sehr dünnwandig sind, leicht einreißen und zu heftigen Blutungen führen. Der Blutverlust führt, sofern stark genug, zum Schockund wird lebensbedrohlich. Außerdem kann beim Patienten mit Leberzirrhoseein Leberkomaauftreten. Solche Blutungen werden oft durch eine bestehende Blutgerinnungsstörung, die durch die Leberzirrhose verursacht ist, kompliziert. Leichte Blutungen führen zu Teerstuhl( Meläna), bei schweren Blutungen kommt Erbrechenvon Blut (Hämatemesis) dazu. Solche Blutungen können lebensgefährlich werden. Daneben können Oesophagusvarizen Übelkeit und Druckgefühl im Oberbauch verursachen.

Therapie

Eine Therapie der Oesophagusvarizen wird im Falle einer Blutung notwendig. Zur Blutstillung im akuten Falle kommen in Frage:

  • Ballontamponademit Sengstaken-Sondeoder Linton-Nachlas-Sonde
  • EndoskopischeBlutstillung
  • Varizenumstechung und andere operative Verfahren

Die Ballontamponade dient nur zur zeitlichen Überbrückung bis zur Endoskopie. Falls eine Endoskopie nicht möglich ist oder nicht erfolgreich war, kann die Ballontamponade ebenfalls sinnvoll sein.

Zur Rezidivprophylaxenach stattgehabter Blutung kann eine Therapie des Pfortaderhochdrucks sinnvoll sein. Diese kann operativ oder medikamentös erfolgen. Als Medikament steht z. B. Propranololzur Verfügung. Operative kommen verschiedene Verfahren der portosystemischen Shuntoperationin Frage oder ein "Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt" (TIPS, ein Verfahren der interventionellen Radiologie)

Diagnose

Die Diagnose wird endoskopischper Gastroskopiegestellt. Im Rahmen einer Gastroskopie kann auch, sofern eine Blutung besteht, ein Versuch der Blutstillung unternommen werden. Die Gastroskopie dient vor allem auch zur Beantwortung der Frage, ob andere Blutungsquellen bestehen. Klinisch bedeutsam sind Ösophagusvarizen nämlich in aller erster Linie als Blutungsquelle. Als weitere Blutungsquellen im Magen oder in der Speiseröhre kommen in Frage: das Mallory-Weiss-Syndrom, Ulkusblutungenund Magenschleimhauterosionen.

Weblinks

  • Lebertransplantation.de





Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ösophagusvarizen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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