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Angina Pectoris

Angina Pectoris (Synonym: Stenokardie, deutsch: Brustenge) ist eine anfallsartige Enge in der Brust.

Als Angina Pectoris bezeichnet man einen Schmerz in der Brust, der durch eine Durchblutungsstörung des Herzensausgelöst wird. Meist beruht diese Durchblutungsstörung auf einer Engstelle (= Stenose) eines Herzkranzgefäßes. Beim Herzinfarktkommt es oft zu einer besonders schweren und länger anhaltenden Angina Pectoris.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Pathophysiologie
  • 2 Formen der Angina Pectoris
  • 3 Behandlungsmöglichkeiten
  • 4 Ursachen
  • 5 Symptome
  • 6 Grad-Einteilung
  • 7 Differenzialdiagnose
    • 7.1 stabile Angina Pectoris
    • 7.2 instabile Angina Pectoris

Pathophysiologie

Angina Pectoris wird entweder durch körperliche oder seelische bzw. psychische Belastung verursacht, meistens im Rahmen einer vorbestehenden Koronarsklerose. Eine Sonderform ist die Prinzmetal Angina, hier wird eine vorübergehene Ischämiedes Myokardsdurch einen Spasmusder Koronararterien ausgelöst. Die Dauer eines Anfalls liegt zwischen Sekunden und Minuten.

Unterscheidung des Auftretens in Ruhe (Ruhe-AP) oder unter Belastung (Belastungs-AP). Von der Ruhe-AP geht eine unmittelbare Infarktgefahr aus.

Eine Unterscheidung von AP und Herzinfarktist präklinisch mit dem Medikament Nitrolingual "möglich" denn bei einem AP-Anfall hilft das Medikament und der z.b. "Vernichtungsschmerz in der Brust" lässt nach, genauso wie das Engegefühl, bei einem Herzinfarkt. Allerdings verlässt man sich nicht auf diese Art der Unterscheidung, und man behandelt beide Patienten-Typen sofort mit Sauerstoff, Venöser Zugang, ASS, Heparin. Der Oberkörper ist in Hochlage zu lagern, um das schon geschwächte Herz weniger zu belasten.

Formen der Angina Pectoris

  • Belastungsangina
  • nächtliche Angina
  • stabile Angina Pectoris (siehe unten)
  • instabile Angina Pectoris (siehe unten)
  • therapieresistente Angina Pectoris
  • Prinzmetal-Angina
  • Präinfarktangina (vor einem Herzinfarkt auftretend)

Behandlungsmöglichkeiten

  • Ruhe (nur beim akuten Anfall, nicht als Dauertherapie)
  • Meidung von starker körperlicher oder seelischer Belastung
  • Sauerstoff
  • Nitroglycerin
  • Betablocker
  • Beruhigungsmittel
  • Acetylsalizylsäure
  • Amylnitrit, aber wegen der vielen Nebenwirkungen nicht mehr zur Behandlung verwendet
  • Aufdehnungs eines Kranzgefäßes mittels Ballondilatation (PTCA) und evtl. Einlage eines Stentsbei einer Koronarangiographie(siehe auch Herzkatheteruntersuchung, Angiographie)
  • Bypassoperation
  • Chelat Therapie(Wirksamkeit nicht bestätigt, siehe Chelation Therapy)

Ursachen

  • Stress
  • körperliche Anstrengung
  • üppige Mahlzeiten
  • Kälte
  • Wetterumschwung

Symptome

  • treten typischerweise plötzlich ein und dauern Sekunden bis hin zu Minuten,
  • werden oft als Brennen, Sodbrennen, Reißen oder krampfartiger Druck in der Herzgegendbeschrieben,
  • werden oft hinter dem Brustbein(retrosternal) empfunden, sowie typischerweise als ausstrahlend in die linke Brustkorbseite, in die linke Schulter über den Hals bis hin zum Zahn-, Mund-, Kieferbereich und in den linken Ober- und Unterarm bis zum 3.?5. Finger,
  • können auch zwischen den Schulterblättern, in der Magengegend (mit Übelkeit und Erbrechen) und selten auch in der rechten Körperhälfte auftreten.

Grad-Einteilung

  • 0  : Stumme Ischämie(Zufallsbefund)
  • I  : AP-Beschwerden nur bei schwerer körperlicher Anstrengung
  • II  : geringe Beeinträchtigung bei normaler körperlicher Belastung
  • III : erhebliche Beeinträchtigung bei normaler körperlicher Belastung
  • IV  : AP-Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung oder Ruheschmerz

Differenzialdiagnose

  • Gastrointestinale Erkrankungen wie Ulcus ventriculi, Cholecystitis, Gastritis
  • Pulmonale Erkrankungen wie Lungenembolie, Pneumothorax, Pleuritis
  • Pericarditis
  • Herzinfarkt
  • HWS-BWS-Syndrom

stabile Angina Pectoris

Eine stabile AP liegt vor, wenn der Schmerzcharakter der Anfälle immer gleich ist und die Beschwerden durch entsprechende Gegenmaßnahmen (körperliche Ruhe, Medikamenteneinnahme) nachlassen. Der stabilen AP liegt häufig eine mehr als 70%ige Stenosevon mindestens einem bedeutenden Koronargefäßzugrunde

instabile Angina Pectoris

Als instabile AP bezeichnet man jede plötzliche Änderung des klinischen Bildes

  • erstmaliges Auftreten einer AP
  • AP in Ruhe
  • Zunahme der Anfallsdauer, Anfallshäufigkeit und Schmerzintensität bei unzureichender Medikamentenwirkung

Der instabilen AP liegt in der Regel eine koronare Mehrgefäßerkrankung oder eine linksseitige Hauptstammstenose zugrunde. Eine instabile Angina Pectoris geht mit großem Herzinfarktrisiko einher. Ein Patient, der unter entsprechenden Symptomen leidet, benötigt in der Regel umgehend ärztliche Hilfe.


siehe auch: Stress-Kardiomyopathie(Broken-Heart-Syndrom)




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Angina Pectoris aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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