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Das Antidiuretische Hormon (ADH) wird auch als Adiuretin bezeichnet. Eine weitere Bezeichnung für das Hormon ist Vasopressin, da es auch stark gefäßverengend wirkt.
Bild:VasopressinSek.PNG
Inhaltsverzeichnis
- 1 Produktion
- 2 Physiologie
- 3 Normalwerte
- 4 Pathophysiologie
- 5 Überproduktion und Unterproduktion
- 6 Therapie
- 7 ADH als Arzneistoff
- 8 Alkohol
- 9 Weblinks
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Produktion
ADH wird in einem Kerngebiet(Nucleus supraopticus) des Hypothalamus(ein Teil des Zwischenhirns) von Nervenzellenproduziert.
Das Hormon wird entlang des Hypophysenstielsaxonaltransportiert, in Vesikeln des Hypophysenhinterlappensgespeichert und bei Bedarf direkt in das Blutabgegeben. Es ist in extrem niedriger Konzentration wirksam: die Niere spricht bereits auf einige Milliardstel Gramm des Hormons an.
Physiologie
Das Antidiuretische Hormon ist ein Dursthormon. In der Nierebewirkt es eine vermehrte Rückresorptionvon Wasser aus dem Primärharn des Sammelrohrs, indem mehr Aquaporine (AQP2) in die Plasmamembran der Tubuluszellen eingebaut werden.
Trinkt man mehr Wasser, als der Körper braucht, dann verringert der Hypophysenhinterlappen die Freigabe von ADH und es kommt zur vermehrten Ausscheidung von Wasser.
Normalwerte
12 Stunden vor der Blutabnahme muss eine Alkohol-, Nikotin-, Coffein-Karenz und 48 Stunden zuvor Medikamenten-Karenz eingehalten werden.
Die Bestimmung erfolgt aus mindestens 4.0 mL, tiefgefrorenem EDTAPlasma mittels RIA.
- Blut:normal 2,9 ± 1,0 pg/ml für Erwachsene
- andere Angaben: 2,0 - 8,0 pg/ml
- Osmolalität: Indirekte Abschätzung der Serumosmolalität mit folgender Formel:
- Osmolalität [osmol/kg] = 1,86 x Na+ [mmol/l] + Glucose [mmol/l] + Harnstoff [mmol/l] + 9
oder
- Osmolalität [osmol/kg] = 2 x (Na+ [mmol/l]+ K+ [mmol/l]) + Glukose / 18 [mg/dl] + Harnstoff / 6 [ mg/dl]
Der Referenzbereich für die Osmolalität im Serum liegt bei 280-310 mosmol/kg. Die Werte für 24-Stunden-Urin liegen bei 50-1200 mosmol/kg.
- Urinosmolalität: normal nach 12stündigem Dursten = 3fache der Serumosmolalität, das entspricht 800-900 mosmol/kg
Pathophysiologie
Bei ADH - Mangel kommt es zu einem starken Wasserverlust, dem Diabetes insipiduscentralis. Bei Mangel oder Mutation des V2-Rezeptors an der Niere entstehen die gleichen Symptome jedoch spricht man dann vom Diabetes insipidus renalis. Beides kann zu einem unkontrollierten Wasserverlust von bis zu 20 Litern pro Tag führen.
Überproduktion und Unterproduktion
Beim Syndrom der inadäquaten ADH (Überproduktion) Sekretion kommt es zur verminderten Wasserausscheidung und zu einer Hyponatriämie. Dieses Syndrom kann sich bei Lungenkrebs einstellen, dessen Zellen vermehrt und unangemessenerweise ADH oder ADH-ähnliche Stoffe produzieren.
Bei Unterproduktion trinkt man übermäßig viel (ab 4 Liter bis zu 12 Liter pro Tag) und scheidet 5 bis 25 Liter Harn aus. Man muss deshalb vermehrt und häufiger Urin lassen (Polyurie und Pollakisurie).
Therapie
Der Diabetes insipidus centraliskann durch die Gabe von ADH behandelt werden.
ADH als Arzneistoff
Vasopressin wird als stark blutdrucksteigernde Substanz auch erfolgreich bei der Reanimationeines Patienten mit Herzkreislaufstillstand eingesetzt.
Wie in vielen Studien gezeigt wurde, wirkt ADH mit weniger Nebenwirkungen als Adrenalin. Noch hat dieses Medikament in Deutschland keine Zulassung, was sich wahrscheinlich gegen Ende 2005ändern wird.
Alkohol
Trink-Alkohol(Ethanol) hemmt die Produktion von Vasopressin, das im Körper dafür verantwortlich ist, das Wasser zurückzuhalten.
Das ist der Grund dafür, dass man nach ausgiebigem Alkoholkonsum öfter die Toilette aufsucht. Flüssigkeitsmangel führt zu Kopfschmerzen und zum "Nachdurst", sobald die Hemmung des ADHs durch Ethanol nachlässt.
Weblinks
- http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=15002
- http://www.med.uni-magdeburg.de/~cschulz/lectures/neuroendocrinology/hpa/sld021.htm
- http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/17682/1.html
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