| |
| Bild:Disambig-grau.png
| Dieser Artikel behandelt die Erste Hilfe des Schlaganfalles. Darüber hinaus gibt es einen ausführlicheren Artikel unter dem Lemma Schlaganfall.
|
Ein Schlaganfall (apoplexia cerebri) ist eine plötzliche ("schlagartige") Funktionsstörung des Gehirns. Durch verschiedene Ursachen erhalten die Nervenzellenim Gehirn zu wenig Sauerstoffund Nährstoffe und gehen dadurch zugrunde. Die betroffenen Hirnregionen fallen aus. Andere Begriffe für einen Schlaganfall sind Apoplexie (ugs. Apoplex), apoplektischer Insult, Hirninsult oder Hirninfarkt.
Werden die Symptome früh erkannt und rechtzeitig behandelt, so lässt sich der Schaden am Hirn unter Umständen begrenzen; teilweise können andere Regionen des Gehirns die Funktionen der ausgefallenen Bereiche übernehmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen
- 2 Erkennen
- 3 Gefahren
- 4 Sofortmaßnahmen
- 4.1 Weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- 5 Siehe auch
|
Ursachen
Bild:Gefaessverschluss.png Verschluss eines Blutgefäßes
Die Durchblutungsstörungen im Gehirn können durch verschiedene Vorgänge ausgelöst werden:
- Wie beim Herzinfarkt kann ein Blutgerinnsel, Fettpfropf oder Plaqueeine hirnversorgende Arterie verschließen und die Blutzufuhr unterbrechen (Hirninfarkt) und damit sowohl die Sauerstoff- als auch die Nährstoffversorgung erheblich beeinträchtigen. Dadurch kann es zu Ausfällen bestimmter Gehirnfunktionen kommen.
- Das Platzen eines Blutgefäßes oder einer Gefäßmißbildung (Aneurysma) im Gehirn kann einen Bluterguss(Hämatom) verursachen. Dadurch entsteht Druck auf Gehirnteile, deren Funktion dadurch ausfällt. Risikofaktoren für eine solche Hirnblutung sind unter anderem Bluthochdruckund Hypercholesterinämie.
Hirninfarkt und Hirnblutung sind von Ersthelfernund vom Rettungsdienstnicht zu unterscheiden und bedürfen weitergehender Diagnostik. Standardmethode ist die Computertomographie des Kopfes.
Bild:Schlaganfall CCT.jpg CCT
Erkennen
Die Symptomesind von der betroffenen Hirnregion abhängig und im Allgemeinen unspezifisch.
Häufige Symptome eines Schlaganfalls sind:
- Bewusstseinstrübungbis hin zur Bewusstlosigkeit,
- Plötzliche Schwäche (Hemiparese) oder Gefühlsstörungeneiner Körperseite,
- halbseitige Lähmungen im Gesicht -> hängender Mundwinkel (Facialisparese),
- Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen,
- Eine plötzliche Sehstörung, vor allem das Fehlen des halben Gesichtsfeldes auf beiden Augen,
- Wahrnehmungsstörungen (Neglect),
- Vorübergehende Doppelbilder,
- Plötzlich einsetzender Schwindelmit Gangunsicherheit,
- Unfähigkeit, eigenen Speichel zu schlucken,
- Übelkeit und Erbrechen
Seltenere Symptome sind:
- Plötzlich auftretende sehr heftige Kopfschmerzen,
- unkontrollierter Harn- und/oder Stuhlabgang (Inkontinenz),
- Cheyne-Stokes-Atmung.
Eine Forschungsgruppe um Amy Hurwitz (Universität North Carolina in Chapel Hill) vereinfachte einen Standardtest zur Diagnose eines Schlaganfalls. So können selbst Laien vor dem Eintreffen ärztlicher Hilfe die Situation beurteilen. (Quelle: Bild der Wissenschaft online)
- Die Komponenten:
- Kann der Patient normal lächeln?
- Kann der Patient beide Arme korrekt heben und oben halten?
- Kann der Patient einen einfachen Satz verständlich formulieren?
Gefahren
- Bewusstlosigkeit
- Einatmen von Mageninhalt oder Speichel (Aspiration) durch Schluckstörungoder Bewusstlosigkeit
- Atem- und Kreislaufstillstand
- Stürze
- Es ist möglich, daß die plötzlich aufgetretenen Symptome bestehen bleiben. (Bleibende halbseitige Lähmung der Muskeln, Taubheitsgefühl, Zittern, Sprachstörungen, Sehstörungen)
Sofortmaßnahmen
- schnellstmöglichst Notrufveranlassen mit Hinweis ?Verdacht auf Schlaganfall?
- Ansprechen, Patienten beruhigen
- Lagerung des Patienten mit erhöhtem Oberkörper
- Gegebenenfalls bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage
- Gegebenenfalls bei Atem-/Kreislaufstillstand: Herz-Lungen-Wiederbelebung
- Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
- Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen: Herzaktion (Puls), Atmung, Bewusstsein
Weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- Sauerstoffgabe, über Maske mit 10-15 l/Min. flow, dadurch kann in der Lunge eine Sauerstoffkonzentration von > 80% erreicht werden (2-4 l/Min. über Sauerstoffsonde ist unzureichend!)
- Medikamentengabeüber venösen Zugang, (z.B. zur Regulation des Blutdrucks, evtl. Gabe von Glucose bei zu niedrigem Blutzucker).
- schnellstmöglicher Transport in eine Klinik mit Schlaganfall-Einheit (engl.Stroke Unit).
- Lagerung: Oberkörper hoch, paretischeKörperteile (Arm oder Bein) weich lagern; bewusstlose Patienten in stabiler Seitenlagerung (ggf. Intubationerwägen)
- Notarzt zur Transportbegleitung.
Siehe auch
Schlaganfall, Transitorische ischämische Attacke
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schlaganfall (Erste Hilfe) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|