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Schock bezeichnet eine akute, generalisierte Minderversorgung lebenswichtiger Körpergewebe mit Sauerstoffund basiert auf einem Missverhältnis zwischen dem Sauerstoffangebot durch das Herz-Kreislauf-System auf der einen und dem Sauerstoffbedarf der einzelnen Gewebeteile auf der anderen Seite.
Ein Schock ist eine lebensbedrohliche Störung des Kreislaufes.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Schockarten und Ursachen
- 2 Symptome
- 3 Gefahren
- 4 Sofortmaßnahmen
- 4.1 Schocklagerung
- 4.2 Ausnahmen
- 5 Weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- 6 Siehe auch
- 7 Weblink
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Schockarten und Ursachen
Bild:Schock kl.JPG Grafische Illustration verschiedener Schockarten. Kein Schock (links), Distributiver Verteilungsschock mit Weitstellung der Blutgefäße (Mitte), Volumenmangelschock durch Blutverlust (rechts).
Man unterscheidet vier Hauptgruppen, in der Praxis handelt es sich jedoch oft um Mischformen.
- Kardiogener Schock (Herzschock) - Das Herz ist nicht mehr in der Lage das benötigte Herzzeitvolumenzu fördern: Herzinfarkt, Angina Pectoris, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Hypertensive Krise
- Hypovolämischer Schock (Volumenmangelschock) - absoluter Blutvolumenmangel
- Flüssigkeitsverlust: Hitzekollaps, Verbrennungen, aber auch Durchfallund Erbrechen.
- Blutverlust: Hämorrhagischer Schock ausgelöst durch starke Blutungennach Unfällen oder anderen schweren Verletzungen.
- Distributiver Schock (Verteilungsschock, oder auch Vasogener Schock) - relativer Blutvolumenmangel durch Gefäßweitstellung
- Septischer Schock (Sepsis): Blutvergiftung
- Anaphylaktischer Schock: (AllergischerSchock, Anaphylaxie): Überreaktion des Körpersauf Medikamente, Insektengifte (z.B. Bienenstich), Nahrungsmittel, Pollen, Katzenhaare, etc.
- Neurogener Schock (Nervlicher Schock): Überreaktion des vegetativen Nervensystems, beispielsweise durch psychischeEinflüsse, Verletzungen oder Erkrankungen des Nervensystemssowie Vergiftungen. Dabei werden die Blutgefäßeweitgestellt, so dass ein relativer Volumenmangel entsteht. (siehe auch: Vasovagale Synkope)
- Spinaler Schock als Sonderform des neurogenen Schocks bei Querschnittslähmung
- Obstruktiver Schock (Verschluss-Schock) - Störung der Blutzirkulation (Herz, Gefässe) durch Verschluss von Innen oder Kompression von Außen: Perikardtamponade, Perikarderguss, Lungenembolie, Spannungspneumothorax, Vena-cava-Kompressionssyndrom, Thrombose
Toxischer Schock: Vergiftungen, je nach Toxinund Pathomechanismus läßt er sich in obiges Schema einordnen, wohl meist kardiogen oder distributiv.
Symptome
- kalter Schweiß
- Angstzustände
- blasse oder bläuliche Hautfarbe(Zyanose)
- verlängerte Rekapillarisierungszeit (Nagelbettprobe)
- Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
- Teilnahmslosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit
- schneller Puls(Tachykardie), beispielsweise beim Erwachsenen über 100 Schläge pro Minute. Gleichzeitig ist der Puls schwach und kaum tastbar
- beim Erwachsenen ist der schock-definierende mittlere Blutdruck((systolischerBlutdruck + 2 x diastolischerBlutdruck)/3) < 60 mmHg.
- Ein Schock kann aber auch bei höheren Blutdruckwertenauftreten, insbesondere bei Patienten die unter Bluthochdruck leiden, und bei denen ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks zu einer mangelnden Perfusion(Durchblutung), bzw. Sauerstoffversorgung vitaler Organe (Herz, Gehirn, Lunge, Niere) führen kann.
Als zusätzlicher Anhaltspunkt kann der sog. Schockindex (=Puls/systolischer Blutdruck) dienen. Heute wird er kaum mehr benutzt, da viele Faktoren Einfluss auf Puls und Blutdruck haben.
- 0,5 = normal
- 1 = drohender Schock, Blutverlust 20 - 30%
- >1 = Schock
- 1,5 = manifester Schock, Blutverlust 30% -50%
Gefahren
- Verschlechterung des Zustandes des Patienten, beispielsweise
- Bewusstlosigkeit
- Atem- und Kreislaufstillstand
- Durch die Zentralisation des Kreislaufs werden nur noch die lebenswichtigen Organe, wie Gehirn, Herz und Lunge, versorgt (Makrozirkulation). Die Durchblutung der Kapillargefäßeder übrigen Organe (Mikrozirkulation) kann dabei zum Erliegen kommen, dies geschieht bereits ab einem Blutverlust von ca. 1 Liter (zum Vergleich: Der menschliche Körper hat 5 - 6 Liter Blut, je nach Konstitution). Wird ein Schock über einen längeren Zeitrum nicht behandelt kommt es dadurch zu einem irreversiblen Schock und besteht die Gefahr eines Nierenversagensund eines tödlichverlaufenden Multiorganversagens. Es kommt zu einer Übersäuerung des Blutes (Azidose), zudem sammeln sich in Blut und Gewebe Giftstoffe an. Mit der Zeit werden auch die Gefäße nach und nach durchlässiger, so dass die Giftstoffe noch in andere Körperregionen transportiert werden.
Sofortmaßnahmen
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| Bild:Erste hilfe.png
| Hierbei handelt es sich um eine Erste-Hilfe-Maßnahme. Eine Maßnahme nur durch eine Beschreibung zu erlernen, ist sehr schwierig. Besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs, dort wird die Maßnahme demonstriert und Sie können sie unter Anleitung üben.
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| Achten Sie auf Ihren Eigenschutz, bevor und während Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. Verwenden Sie Einmalhandschuhe, wie sie in jedem Verbandkasten enthalten sind. Halten Sie sich außerhalb des Gefahrenbereiches auf, retten Sie gegebenenfalls Verletzte aus selbigem.
| Bild:Achtung.png
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- Ursachen beseitigen: Blutstillung; Ruhigstellen von Knochenbrüchen; Kühlen oder Spülen bei Verbrennungen, Verbrühungen, Verätzungen, etc.
- Notrufveranlassen
- den Patienten beruhigen
- den Patienten vom Unfallgeschehen und von Schaulustigen abschirmen
- Schocklagerung
- Wärmeerhalt
- ständige Kontrolle der Vitalfunktionen(Bewusstsein, Atmung, Kreislauf)
- bei Kreislaufstillstand, durchführen der Herz-Lungen-Wiederbelebung
- Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
Schocklagerung
Bild:Schocklagerung.JPG Schocklagerung
Bei allen Hilfeleistungen ist mit einem Schock zu rechnen, daher sollte der Patient immer möglichst in die Flachlagerunggelagert werden. Beim Auftreten von Schockanzeichen muss der Helfer die so genannte Schocklage herstellen. Dabei werden die Beine des Patienten durch Hochhalten und/oder Unterlegen von geeigneten Materialien rund 20 bis 30 Grad höher gelagert als der restliche Körper, um das in den Beinen befindliche Blut dem zentralen Kreislauf zur Verfügung zu stellen, dadurch hat das Kreislaufsystem ca. 0,7 Liter mehr Blut zur Verfügung. Eine Schocklagerung ist bei einem kardiogenen Schock kontraindiziert, da nicht fehlendes Blut bzw. Volumen das Problem ist, sondern eine Pumpschwäche des Herzens, welches durch die Schocklagerung nur noch höher belastet würde.
Ausnahmen
Die Schocklagerung wird nicht durchgeführt bei Erkrankung/Verletzung im Brustbereich (beispielsweise kardiogener Schock in Folge eines Herzinfarktes) sowie bei Verletzungen/Erkrankung an folgenden Körperteilen: Kopf, Wirbelsäule, Becken, Bauch und Beinen. Bei Bewusstlosigkeit hat die Stabile SeitenlageVorrang. Ebensowenig wird die Schocklagerung bei einer Unterkühlungangewandt.
Merkregel
Keine Schocklagerung bei Verletzung von Birne (Kopf, Bewusstsein), Buckel (Rücken, Wirbelsäule), Brust, Bauch, Becken, Beinen und Bibbern (Unterkühlung)..
Weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- Sauerstoffgabe, bei stark ausgeprägter Symptomatik Intubation und Beatmung
- nach Möglichkeit mehrere großlumigeZugänge, unter Umständen zentralvenöser Zugangund Blutverluste durch Volumenersatz (Infusionen, sowohl kristalloide als auch kolloidale (HES) ersetzen
- Transport in eine dafür geeignete Rettungsstellemit Schockraum.
Siehe auch
- Vena-cava-Kompressionssyndrom
- Erste Hilfe
- Sofortmaßnahmen
- Psychischer Schock
Weblink
- www.oliver-emmler.de/publikationen/schock.html
- www.medic-wiki.de/index.php/Verletzungen:Schock
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schock (Medizin) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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