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Verätzung bezeichnet eine Verletzung von Haut oder Schleimhäuten durch chemische Stoffe, in der Regel starke Säurenoder Laugen. Der Grad der Schädigung hängt von der Art und Konzentration der ätzenden Stoffe, aber auch von der Menge und Dauer der Einwirkung ab.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen
- 2 Gefahren
- 3 Erkennen
- 4 Sofortmaßnahmen
- 4.1 Allgemeine Maßnahmen
- 4.2 Maßnahmen bei Verätzungen der Haut
- 4.3 Verätzungen der Augen
- 4.4 Verätzungen des Verdauungstraktes
- 5 weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- 6 Siehe auch
- 7 Weblinks
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Ursachen
Säuren führen zu sogenannten Koagulationsnekrosender benetzten Haut oder Schleimhaut. Dabei gerinnen die Zelleiweiße ähnlich wie beim Erhitzen eines Hühnereis in der Pfanne. Durch die Verklumpung der Eiweißmoleküle wird die ätzende Flüssigkeit daran gehindert, tiefer in das Gewebe einzudringen. Dagegen verursachen Laugen sogenannte Kolliquationsnekrosen, bei denen das geschädigte Gewebe verflüssigt wird. Hierdurch bahnt sich die ätzenden Flüssigkeit sozusagen einen Weg in die Tiefe und Verätzungen durch Laugen führen zu weit ausgedehnteren Schädigungen.
Gefahren
Bild:Gefahrensymbol C.png
Starke Schmerzenkönnen zum Schockführen. Bei Verätzungen im Bereich des Mund- oder Rachenraumeskann es zu Schwellungen und damit zur Verlegung der Atemwegekommen. Ein drohender Atemstillstandbedeutet Lebensgefahr für den Patienten.
Erkennen
- Situation oder Angabe des Betroffenen
- eventuell sichtbare Ätzwunden
- beim Verschlucken von Säuren oder Laugen
- Schmerzen
- Übelkeit und Brechreiz
Sofortmaßnahmen
Allgemeine Maßnahmen
- Notrufveranlassen
- wichtig: auf Selbstschutz achten (Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Schutzbrille, etc. tragen), schnell und umsichtig handeln
- Retten des Verletzten aus dem Gefahrenbereich, weiteren Kontakt mit der Chemikalieverhindern.
- Proben der Chemikalie für Notarztsicherstellen
- Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen, gegebenenfalls Schocklagerungoder Stabile Seitenlage
- Betreuen und Wärmeerhalt des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
Maßnahmen bei Verätzungen der Haut
- betroffene Kleidungsstücke vorsichtig entfernen
- die Verätzung sofort mit fließendem Wasserabspülen; das Gemisch aus Wasser und ätzendem Stoff, sollte dabei nicht über die unverletzte Haut fließen.
- falls kein Wasser vorhanden ist, die ätzenden Stoffe vorsichtig abtupfen.
- Wunde mit sterilem Brandwundenverbandmaterial abdecken
Verätzungen der Augen
Bei Verätzungen der Augenist es wichtig, dass das Auge lange und mit viel Wasser gespült wird. Dabei ist darauf zu achten, dass beim Ausspülen der Kopfso gedreht wird, dass die noch immer ätzende Chemikalie nicht ins andere Auge fließen kann. Also wird von der Naseaus zur Seite gespült. Die Lider dabei mit zwei Fingern einer Hand öffnen und das Wasser aus etwa 10 Zentimeter Höhe in die inneren Augenwinkel gießen. Den Verletzten dabei auffordern, das Auge in alle Richtungen zu bewegen. Mindestens 20 Minuten beziehungsweise bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes spülen. Beide Augen nach dem Spülen mit Mullkompressen abdecken und mit einer Dreiecktuchkrawatte versorgen.
Hinweis: Bei Verätzungen durch ungelöschten Kalk (Zement) darf kein zusätzliches Wasser mit dem Auge in Verbindung gebracht werden. Dieses hätte weitere Verätzungen zur Folge.
Da der Patient mit verbundenen Augen nichts sieht, kommt der Betreuung und dem Führen des Patienten eine besondere Bedeutung zu.
Verätzungen des Verdauungstraktes
Sollte es zu einer Verätzung im Mund- und Rachenbereiches gekommen sein, ist es wichtig Erbrechenzu vermeiden, da so die Chemikalie erneut die bereits betroffene Stelle passieren müsste. Der Mund sollte lange und mit viel Wasser ausgespült werden. Einen ansprechbaren Patienten kann man in kleinen Schlucken Wasser zu trinken geben.
weitere Maßnahmen durch den Rettungsdienst
- ggf. Sauerstoffgabe
- Venenpunktionund Infusion
Siehe auch
Erste Hilfe- Verbrennung (Erste Hilfe)- Verbrennungskrankheit- Erfrierung
Weblinks
- DRK: Erste Hilfe bei Verätzungen
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Verätzung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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