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Die Radioiodtherapie ist eine medizinische Strahlentherapieder Schilddrüsemit einem radioaktivenIodisotop. Sie wird von Strahlentherapeuten oder Nuklearmedizinern durchgeführt und gegen Schilddrüsen-Überfunktionen (Hyperthyreose) und gegen Schilddrüsenkrebs eingesetzt.
Radioaktives Iod wird vom Schilddrüsengewebe und von iodspeichernden Metastasen angereichert. Das radioaktive Iod sendet Betastrahlungaus, die die umliegenden Zellen zerstört. Dabei beträgt die Reichweite der Betastrahlung im Gewebe nur wenige Millimeter. Deswegen kann die Radioiodbehandlung sehr gezielt unter weitgehender Schonung des gesunden Gewebes wirksam werden.
Insgesamt ist die Radioiodbehandlung eine risikoarme und bewährte Behandlungsmethode.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Prinzip
- 2 Geschichte
- 3 Siehe auch
- 4 Links
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Prinzip
Radioaktives Iod mit der Massenzahl131 und Ordnungszahl53 (Massezahl des stabilen Iods: 127) ist ein künstlich im Kernreaktorhergestelltes Nuklid. Es zerfällt mit der Halbwertszeit von 8,1 Tagen unter Aussendung von Beta-und Gammastrahlungzu stabilem Xenon. Wenige Minuten nach dem Schlucken einer Kapsel reichern sich etwa 50 % des enthaltenen Iods in der Schilddrüse an. Die überschüssige Substanz wird über den Darmtrakt und den Urin ausgeschieden.
Die Betastrahlung erzeugt 85 % der gesamten Strahlenbelastung und reicht im Körpergewebe nur ca. 2 mm weit. Daher entsteht eine hohe Energiedosis (Strahlenwirkung) nur innerhalb der Schilddrüse.
Die verordnete Energiedosis richtet sich nach der Diagnose. Bei der Vernichtung von autonomen Schilddrüsenknoten wird der Erhalt des gesunden Nachbargewebes angestrebt. Beim Morbus Basedowmuss man die Schilddrüse vollständig ausschalten. Es entsteht zwangsläufig eine Hypothyreose. Das liegt daran, dass die Unterscheidung zwischen gesundem und krankem Gewebe beim M. Basedow nicht möglich ist. Die Erfolgsrate ist ca. 90-95 %. Auch bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs muss die Schilddrüse vollständig ausgeschaltet werden.
Bild:Basedow-vor-nach-RIT.jpg Szintigraphie eines Patienten mit M. Basedow vor und nach Radioiodtherapie
Häufige Nebenwirkungender R. sind vorübergehende Kopfschmerzen und Halsschmerzen, manchmal auch entzündliche Schwellungen der Speicheldrüsen. Die Strahlendosis ist etwa die gleiche wie die einer Computertomographie. Die Kohortenstudien von Hall (1992) und Ron (1998) mit jeweils über 30.000 Patienten haben keine erhöhte Krebsmortalität der mit Radioiod behandelten Patienten festgestellt.
Geschichte
Als Erfinder der Radioiodtherapie gilt Joseph Hamilton, Neurologe aus Berkeley. Während des Manhattan-Projektsuntersuchte Hamilton die Wirkung der Falloutprodukte auf den Menschen. Die erste Anwendung von 131-I beim Menschen führte er 1942 durch.
Die deutsche Strahlenschutzverordnung schreibt vor, dass die Behandlung nur stationär durchgeführt werden darf. Im Gegensatz dazu ist in den USA auch die ambulante Verabreichung der Substanz erlaubt. 1995 gab es in Deutschland über 100 Radioiod-Zentren. Die Wartezeiten von früher 6-24 Monaten sind mittlerweile durch zusätzliche Betten und gesetzliche Erleichterungen abgebaut.
Siehe auch
Schilddrüse-- Hyperthyreose-- Morbus Basedow-- autonomes Adenom--
Schilddrüsenkrebs-- Betastrahlung-- Radioiod-- Iod
Links
- Informationsseite des Therapiezentrums für Schilddrüsenerkrankungen
- Informationsseite der Uniklinik Würzburg
- Informationsseite der TU München
- Informationsseite der Uniklinik Düsseldorf
Seitenkategorien: Endokrinologie| Krebserkrankung| Nuklearmedizin
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