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Als Knochendichtemessung, auch Osteodensitometrie, werden medizinisch-technische Verfahren bezeichnet, die zur Bestimmung der Dichte, bzw. des Kalksalzgehaltes des Knochensdienen.
Menschen mit vermindertem Kalksalzgehalt tragen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Betroffen sind vor allem Frauen in der Menopause, Männer über 50 Jahre, Raucher, Alkoholiker und Menschen mit Mangelernährung bzw. Vitaminmangel. Auch bestimmte Erkrankungen wie die Hyperthyreose(Schilddrüsenüberfunktion), oder Medikamente wie Kortikoidebegünstigen den Substanzverlust der Knochen.
Die verschiedenen Methoden und Geräte sind nicht untereinander vergleichbar. Darum sollte im Befund keine absolute Dichte oder Flächendichte angegeben werden, sondern die Abweichungen vom Normalen in Vielfachen einer Standardabweichung(als sogenannter T-Wert,engl. t-score, dimensionslose Größe). Nach der gültigen Definition der WHOliegt eine Osteoporosevor, wenn der Meßwert der Knochendichtemessung mindestens 2,5 Standardabweichungen unter dem Durchschnitt der geschlechtsgleichen 30jährigen Gesunden (peak bone mass) liegt, d.h. ein T-Wert ≤ -2,5 vorliegt. Zwischen -1 und -2,5 Standardabweichungen wird von einer Osteopenie gesprochen. Dieser Bezug auf die peak bone mass bringt das Problem mit sich, dass mit zunehmendem Lebensalter immer größere Bevölkerungsanteile als "krank" anzusehen wären; bei den 70-jährigen Frauen fast 50 %. Deshalb wird zusätzlich ein Wert angegeben, der sich auf gesunde Männer bzw. Frauen gleichen Alters bezieht, der Z-Wert.
Ein normaler Z-Wert (> -1) zeigt an, dass die Knochendichte alterstypisch ist. Alterist keine Krankheit und auch nicht behandelbar; und im Falle von sehr alten Menschen ist auch die erhöhte Frakturgefahr alterstypisch. Osteologen raten deshalb bei niedrigem T-, aber normalem Z-Wert von medikamentösen Therapien (Hormone, Kalzium, Fluor, Bisphosphonateu.a.) ab und empfehlen vorbeugende Maßnahmen wie Gymnastik, Verzicht auf Sedativa, Abbau von häuslichen Stolperfallen, geeignete Sehhilfen und Gehstützen.
Die gebräuchlichen Verfahren zur Osteodensitometrie nutzen die dichteabhängige Schwächung von Röntgenstrahlen. Es gibt dedizierte Geräte, die entweder radioaktive Quellen oder Röntgenröhren einsetzen, oder die Untersuchung wird an Computertomographenausgeführt. Diese sog. quantitative Computertomographie (qCT) ist ein etabliertes Verfahren. Dabei werden Computertomographien vom 2,3 und 4 Lendenwirbel oder vom distalen Radius (Unterarm) erstellt und analytisch ausgewertet. Die Ergebnisse erlauben eine recht zuverläsige Einstufung des allgemeinen Osteoporosegrades an diesen Stellen. Aufgrund des hohen Stoffwechselumsatzes in der Wirbelsäule sind Veränderungen hier früh zu beobachten. Insbesondere die Einbeziehung und die Beurteilung der trabekulären (inneren) Mikrostruktur der Wirbelkörper erlaubt eine Vorhersage ihrer Stabilität. Die derzeit betriebene Form der Densiometrie berücksichtigt diese aber nicht. Auch ist eine Verallgemeinerung der Messergebnisse auf andere Skeletteile wie beispielsweise den proximalen Femur (Oberschenkelhals) ungenau. Wegen des geringeren Dosisbedarfs weicht man gerne auf andere Meßmethoden wie die Dual-Energy X-ray Absorptiometry (DEXA) aus, die jedoch die Genauigkeit und Zuverlässigkeit einer qCT Messung aufgrund von Überlagerungen mit anderen Organen nicht erreicht. Ultraschall-Geräte sind ebenfalls verfügbar, ihr Einsatz für diesen Zweck ist jedoch umstritten. Leider sind die Ultraschallmessungen für den Betreiber (meistens sind es die Apotheken, die damit arbeiten) recht lukrativ, eine verlässliche Aussage über die Bruchwahrscheinlichkeit bzw. Stabilität des Knochens darf man sich von ihnen aber nur bedingt erhoffen.
Bild:MBq qct.jpg Knochendichtemessung mit einem Computertomograf
Die Vorteile der DEXA Geräte sind die geringen Kosten, niedrigere Strahlenexposition, sowie ein hoher Standardisierungsgrad der Messungen. Es wird gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Strahlenqualitäten gemessen, niedrigenergetische und höherenergetische Röngenstrahlung, um den Meßfehler aus der unterschiedlichen Weichteilüberlagerung zu vermindern.
In Deutschlandsind etwa 800 Meßplätze in Arztpraxen und Krankenhäusern verfügbar. Es ist umstritten, ob gleichgute Voraussagen der Frakturgefahr auch ohne apparative Messung, nur aufgrund anamnestischer Informationen möglich sind. Eine Osteoporosetherapie ohne einen verlässlichen Ausgangswert und spätere Kontrollen ist jedoch ein therapeutischer Blindflug. In der Vergangenheit wurden von Ärzten sehr viele Knochendichtemessungen ohne klaren Nutzen angefertigt und abgerechnet. Die Kosten der Untersuchung (etwa 30 Euro)[2006 = 43,13 Euro] werden darum seit einer Neuregelung im Jahr 2000nur noch von der Krankenkassegetragen, wenn der Patient/die Patientin bereits eine Frakturdurch verminderten Kalksalzgehalt erlitten hat.
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