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Moskitonetz

Bild:Mosquito net.jpg
Ein zeltartiges Moskitonetz (mit kleinem Dichtheitsproblem am Treffpunkt der 3 Reißverschlüsse), ca. 12,6 * 17,3 Maschen/cm², entspricht etwa 1440 mesh/square inch

Moskitonetze bieten einen wichtigen Schutzvor Mücken, Fliegenund anderen Insekten. Besonders unter den Stechmückenfinden sich die Überträger der gefährlichen Tropenkrankheitenin den warmen Ländern wie z.B. Malaria. Da in europäischen Breiten das Risiko stechender Insekten auf die von ihnen hervorgerufene Belästigung reduziert wird, werden bei uns Moskitonetze oft nur zu dekorativen Zwecken eingesetzt.

Um einen wirkungsvollen Schutz zu erzielen, sollten verschiedene Optionen für ein Netz berücksichtigt werden:

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Maschenweite
  • 2 Für und Wider: Moskitonetze zur Malariabekämpfung
  • 3 Individuelle Prophylaxe
  • 4 Material
  • 5 Form
  • 6 Siehe auch:
    • 6.1 Weblinks

Maschenweite

In den Tropensollte die Maschenweite so gewählt sein, dass die Maschen groß genug sind, damit die Luft gut zirkulieren kann und so klein wie möglich, dass keine Mücken durch die Maschen hindurch schlüpfen können. Eine Maschenweite von 1,2 mm x 1,2 mm ist üblich und empfehlenswert. Die für einen guten Malariaschutz empfohlene Maschengröße beträgt 180-200 mesh/square inch (Anzahl von Öffnungen auf einer Fläche von 1 Quadrat-Zoll).

Die kleinen Sandmücken, die ebenfalls Krankheiten auf den Menschen übertragen, können durch diese Maschengrösse jedoch hindurch treten. Sicher ist man vor ihnen nur unter einem engmaschigen Mückennetz (kleiner als 0,6mm x 0,6 mm) das mit einem Insektizidimprägniert ist, denn die Körperbreite dieser Mücken dürfte 0,5 mm kaum überschreiten. (Siehe auch: Kriebelmücken).

Für und Wider: Moskitonetze zur Malariabekämpfung

Bild:Mosquito Netting.jpg
Moskitonetz über dem Bett

Der Verkauf solcher insektizid-imprägnierter Netze ist in Europa jedoch sinnvoller Weise verboten. Auch hat eine Studie der Uni Tübingen 2001 gezeigt, dass der Einsatz solcher Netze sich zum Teil kontraproduktiv auf die Verbreitung der Malariaauswirkt: Mücken, die längere Zeit erfolglos versuchten, eine Blutmahlzeit von einem geschützten Menschen zu erhalten, geben schließlich auf und versuchen es anderswo. Dadurch werden die Überträgermücken auf diejenigen Menschen konzentriert, die nie oder nicht immer Moskitonetze benutzen, was die Übertragung und Infektionsinzidenz in dieser Gruppe erhöht, während sie in der geschützen Gruppe sinkt. Dieser Erfolg muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Menschen, die seltener infiziert werden, auch wirklich seltener erkranken. Menschen, die in endemischen Gebieten aufwuchsen, bauen durch die wiederholten Infektionen einen teilweisen Schutz (Prämunität) gegen die Malariaerkrankung auf, der aber innerhalb weniger Jahre wieder verloren geht, wenn der Mensch nicht mehr infiziert wird. Wenn viele Menschen Moskitonetze benutzen, werden die Mücken auf wenig nicht-Benutzer konzentriert, was in manchen Gebieten den Anteil der infizierten Mücken durchaus erhöhen kann. Die Benutzer der Moskitonetze verlieren allmählich ihre Immunität, werden aber schließlich doch wieder einmal von einer Mücke gestochen und infiziert. Ob bei alledem mehr oder weniger Erkrankungen entstehen und ob die Benutzer von Moskitonetzen oder die Menschen ohne Netze letztendlich diejenigen sind, die von der veränderten Situation profitieren, lässt sich nicht mehr pauschal vorhersagen, sondern hängt empfindlich von den epidemiologischen Parameterwerten ab.

Insektizid-imprägnierte Moskitonetze zielen darauf, möglichst viele Mücken, die dort landen, zu töten. Nebenbei hat der Insektizidgeruch auch eine mückenabweisende Wirkung, was den Schutz des Moskitonetzbesitzers zwar erhöht, aber den Populationseffekt abschwächt. Eingebettet in die oben geschilderte Wechselwirkung aus Infektion und Prämunität sind die langfristigen Folgen der breitflächigen Anwendung von Moskitonetzen ohne genaue Kenntnis der epidemiologischenParameterwerte praktisch nicht mehr vorhersagbar.

Individuelle Prophylaxe

Nichtsdestoweniger gehört z.B. zur Malaria-Vorbeugung eines nicht immunen Europäers mindestens der Gebrauch des Moskitonetzes sowie außerdem langärmelige Kleidung, lange Hosen, Socken als Knöchelschutz und angemessener Kopf- und Ohrenschutz, besonders während der meist in der Dämmerung und der Nacht liegenden Hauptflugzeit der Anopheles-Mücke; auch der Gebrauch eines Repellents wird meist sinnvoll sein.

Weitere Vorbeugung wie die chemotherapeutische Prophylaxe wird nur mit Hilfe der Beratung eines Tropenmediziners erfolgen müssen.

Könnten gleichzeitig alle Menschen von diesen Schutzmaßnahmen Gebrauch machen und hätten alle Zugang zu heilenden Medikamenten , könnte die Malaria damit ausgerottet werden, denn der Erreger wird nur zwischen Menschen und Anopheles-Mücken übertragen.

Material

Mückennetze aus Polyester oder Polyamid sind in der Regel leichte, strapazierfähige Netze, die es in unterschiedlicher Maschengröße und Fadenstärke gibt. Baumwolle hingegen ist anfällig gegenüber Feuchtigkeit und im Rucksack getragen sicherlich schwerer als ein Kunststoffnetz.

Bei längeren Aufenthalt in den Tropen, mit einem festen Schlafplatz, bildet die Baumwolle als Naturstoff jedoch ein angenehmes Klima, das in heißen Nächten mit Wasser besprengt eine angenehme Kühlung der zirkulierenden Luft bewirkt. Ideal scheint ein Gewebegemisch aus beiden.

Zu bedenken ist, dass z.B. das Repellent DEET den Kunststoff angreifen kann.

Form

Grundsätzlich sollte das Netz so weit ausgespannt sein, dass der Schlafende keinen Hautkontakt mit dem Netz hat. Liegt der Schlafende Nachts mit der Haut am Netz, so kann die Mücke diese Stelle finden und ihre Chance nützen. Kastenförmige Netze bieten meist den großräumigsten Schutz um den Schlafenden herum, während hingegen baldachin-, zelt-, oder pyramidenförmige Netze durch die Seitenschrägen, weniger Spielraum lassen. Auf jeden Fall sollte das Netz zur Befestigung am unteren Rand unter die Matratze eingeschlagen werden. Zur oberen Befestigung können Haken, Schrauben, Reißnägel, Sicherheitsnadeln und Schnüre sehr hilfreich sein (aber nicht die Maschenweite dabei beschädigen ! ). Außerdem kann man durch einen Wall von Decken, Kissen o.ä. um sich herum das Netz vom Körper fernhalten, so dass trotz Seitenschrägen das Netz die Haut des Schlafenden nicht berührt. Um das Moskitonetz nachts nicht verlassen zu müssen, bietet sich die Mitnahme einer Plastikflasche o.ä. an.

Siehe auch:

Repellent, Insektizid, Tropenkrankheit, Parasiten des Menschen

Weblinks

  • http://webshop.portundlammers.de/fcarlschroeter/gewebe.htmTabelle zur Maschenweitenberechnung und zum Vergleich. ( Metallgewebe wird ähnlich Textilgewebe gemessen ) Meshtabelle zeigt hier keine Flächenwerte, sondern Längenwerte !
  • Reisemedizinische Beratung der Uni München [1]

Ausnahmsweise kommerzielle Anbieter gelistet:

  • Moskitonetze bei "Globetrotter" [2]
  • Moskitonetze.de mit ausführlichen Informationen und großer Auswahl
  • mokito.net mit schönen Beispielenen:Mosquito_net



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Moskitonetz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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