Bild:Mosquito stechend.jpg Stechmücke, ein Ektoparasit (Aedes aegypti)
Bild:Parasitismus.jpg Von Wassermilbennymphenparasitierter Weberknecht
Bild:Gnat with hydrachnidia - side (aka).jpg Von Wassermilben befallene Mücke
Parasitismus ist die Wechselwirkung von Organismen unterschiedlicher Arten, bei denen der Vertreter einer Art Nutznießer (Parasit) und der Vertreter der anderen Art der Geschädigte ist (Wirt). Der Begriff ist weiter dadurch definiert, dass der Parasit einen
deutlichen Vorteil dadurch hat, daß er sich größtenteils durch Bestandteile des Wirtes ernährt. Es wird heute davon ausgegangen, dass die Mehrzahl aller Lebensformen parasitisch ist.
Einige Parasiten übertragen Krankheitserregerauf den Menschen, die zum Teil tödliche Krankheiten (Parasitosen) verursachen. Eine Auflistung ist unter Parasiten des Menschenzu finden. Auch auf viele Bakterien und Pilze trifft die Definition Parasit zu; sie werden aber aufgrund ihrer medizinischen Bedeutung und auch ihres teilweise nur fakultativen Parasitismus in den
Fachgebieten Bakteriologieund Mykologieinnerhalb der Mikrobiologiebehandelt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Herkunft des Wortes
- 2 Allgemeines
- 3 Parasitoide
- 4 Verwandte Formen des Zusammenlebens
- 5 Klassifizierung
- 5.1 Pflanzen
- 5.2 Allgemein
- 6 Weblinks
- 7 Siehe auch
- 8 Literatur
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Herkunft des Wortes
Parasiten kommt von griechisch?????????, pará- für neben und sitos für gemästet - ursprünglich für Vorkoster bei Opferfesten, die dadurch ohne Leistung zu einer Speisung kamen.
Das deutsche Wort Schmarotzer für einen Parasiten stammt von mittelhochdeutschensmorotzer ab, das soviel wie Bettler heißt.
Allgemeines
Parasiten sind Organismen, die temporär oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedürfnisse auf Kosten anderer Lebewesen - ihren Wirten- existieren. Ihre Fortpflanzung
muss deshalb meist ebenso auf Kosten des Wirtes erfolgen.
Dadurch muss eine ständige gegenseitige Anpassung erfolgen, dies zeigt sich in einer Koevolutionvon Wirt und Parasit. Im fortgeschrittenen Stadium der Evolution profitiert der Parasit, ohne dem Wirt als "Existenzgrundlage" übermäßig zu schaden oder ihn völlig zu vernichten (Stoffentzug, Abgabe leichter Gifte usw.). Man nimmt auch an, daß die geschlechtliche Fortpflanzungbei Bakterienaufgrund des Selektionsdruckesvon Parasiten entstanden ist.
Parasitäre Infektionen beim Menschen sind Infektionen durch Protozoenbzw. Protistaund Wurminfektionen.
Die Wissenschaft, die sich mit den Parasiten befasst, wird Parasitologiegenannt und ist
sowohl Teilbereich der Ökologie als auch der Medizin.
Parasiten sind grundsätzlich kleiner als ihre Wirte.
Parasitoide
Hierbei handelt es sich um eine verstärkte Form des Parasitismus, die immer zum Tode des Wirtes führt.
Parasitoide entwickeln sich ebenfalls an oder in einem Wirt; ist die Entwicklung dann gewährleistet, stirbt der Wirt ab. Befällt ein Parasitoid einen anderen Parasitoiden, so spricht man von Hyperparasitismus.
Verwandte Formen des Zusammenlebens
Gegenseitiger Nutzen
- Symbiose(trophischbedingt)
- Mutualismus(ökologischbedingt)
- Meist sozial organisierte Kolonien oder Assoziationen derselben Art,
Vorteil eines Partners
- Kommensalismus(trophisch bedingt)
- Parasitismus (trophisch bedingt)
- Phoresis(ökologisch bedingt)
- Raubparasitismus(Parasitoidismus) (auch trophisch bedingt)
- Kleptoparasitismus
- Beziehungen bei der ein Partner einen Vorteil hat, aber der andere nicht geschädigt wird, bezeichnet man als Probiose
Bei der Symbiose sind beide Partner nur zusammen überlebensfähig (Flechten), wohingegen beim Mutualismus beide getrennt existieren können. Beim Kommensalismus und bei anderen Formen des Parasitismus findet eine Verschiebung hin zur Bevorteilung des Parasiten statt. Die stärkste Verschiebung zugunsten des Parasiten ist beim Raubparasitismus vorhanden, dabei wird der Wirt vom Parasiten getötet, damit sich der Parasit vermehren kann (Schlupfwespen). Kleptoparasitismus bezeichnet das Ausnutzen von Leistungen anderer, beispielsweise das Stehlen von Nahrung oder das Ausnutzen von Nistgelegenheiten.
Klassifizierung
- Fakultative Parasiten: nicht auf Wirt angewiesen
- Obligate Parasiten: brauchen den Wirt ständig; Wirtsspezifität möglich
- Temporäre Parasiten: sind nur für kurze Zeit auf den Wirt angewiesen.
- Permanente Parasiten: sind permanent auf den Wirt angewiesen.
- Periodische Parasiten: leben in bestimmten Entwicklungsstadien parasitisch
Permanente und Periodische Parasiten werden unter dem Oberbegriff "stationäre Parasiten" zusammen gefasst
Pflanzen
- Holoparasiten: ganz auf Wirt angewiesen
- Hemiparasiten: nur ein Teil der Nährstoffevom Wirt
Allgemein
- Ektoparasiten: auf Wirtsoberfläche (Flöhe, Läuse, Milben, Zecken)
- Endoparasiten: im Innern des Wirts (Protozoen, Würmer)
- Hyperparasiten: Parasiten, die andere Parasiten befallen (z. B. die Schlupfwespe)
- Brutschmarotzer: Parasiten, die bei brutpflegenden Tieren schmarotzen (z. B. Kuckuck)
Weblinks
- "Es gibt kein System ohne Parasiten!"- Telepolis, 2005
Siehe auch
biotische Faktoren, Wirt (Biologie), Interspezifische Wechselbeziehungen, Autöcisch
Literatur
- Johannes Dönges: Parasitologie: mit besonderer Berücksichtigung humanpathogener Formen. 2.Aufl., Thieme Verlag, 1988. ISBN 3135799026bg:???????
cs:Parazitismus
da:Parasitisme
en:Parasitism
es:Parasitismo
lt:Parazitizmas
nl:Parasitair
pl:Paso?ytnictwo
zh:??
Seitenkategorien: Parasitologie
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