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Varroamilbe

Varroamilbe
Bild:Varroamilbe.jpg
Varroamilben
Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger(Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere(Arachnida)
Ordnung: Milben(Acari)
Unterordnung: Mesostigmata
Familie: Varroidae
Art: Varroa destructor
Wissenschaftlicher Name
Varroa destructor

Die Varroamilbe (Varroa destructor, früher Varroa jacobsoni) ist eine als Adulteca. 1,6 Millimeter kleine Milbe, die sich bei der Honigbiene, ähnlich einem Blutegelbeim Säugetier, festbeißt (um dies in eine Größenrelation zu setzen, entspräche dieser ?Blutegel? beim Menschen einem blutsaugenden Kaninchen). Die eigentliche Entwicklung und Vermehrung der Milbe findet aber nicht auf der erwachsenen (adulten) Biene, sondern in der verdeckelten Bienenbrut statt. Deshalb handelt es sich bei der Varroose (zuvor: Varroatose), so heisst dieser Parasiten-Befall, im wesentlichen um eine Brutkrankheit. Nur im Winterhalbjahr wechseln die Milben wegen der fehlenden Brut auf die Bienen, um zu überleben.

Zu Forschungszwecken wurden 1977von Wissenschaftlern asiatische Honigbienen(Apis cerana) nach Deutschland geholt. Mit ihnen im Gepäck kam die Varroamilbe nach Europa.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Problem! Die europäische Biene
  • 2 Verbreitung
  • 3 Bekämpfungsmöglichkeiten
    • 3.1 Alternative Bekämpfungmethoden
    • 3.2 Fazit
  • 4 Züchtung varroaresistenter Bienen
  • 5 Weblinks

Problem! Die europäische Biene

Die asiatischen Bienen kommen mit der Milbe zurecht, sie verlassen ihren Stock, falls der Parasitenbefallübermäßig zunimmt. Ebenso haben sie die Fähigkeit, befallene Brutzellenzu erkennen und zu entfernen, um so der Vermehrung Einhalt zu gebieten. Ganz anders die europäische Honigbiene, die wesentlich "sesshafter" ist und, durch die mangelnde Fähigkeit den Befall zu erkennen, an diesem Parasiten zugrunde geht.

Bild:Vorroa Mite on pupa.JPG
Varroamilben auf einer Bienenlarve

Verbreitung

Es liegt in der Natur der Bienen, dass stärkere Völker schwächere ausrauben. Ist ein Bienenvolk von der Varroamilbe befallen, ist es zu schwach, sich zu verteidigen. Beim Ausräubern der schwachen Völker wechseln auch Milben auf die räuberischen Bienen. Diese bringen die Milben sozusagen "im Gepäck" mit und infizieren damit ihre eigene Brut. Hinzu kommt, dass durch die starke Monokulturim landwirtschaftlichenAnbau in Europa die Imkerquasi zum "Wandern" mit den Völkern gezwungen sind. Dies trägt zusätzlich zu einer weiträumigen Verbreitung des Parasiten bei.

Bekämpfungsmöglichkeiten

Einerseits sorgt die Milbe selbst für ihren Untergang, da sie ihren Wirt quasi zerstört. Doch durch den oben genannten Wanderzwang der Imker würde dies früher oder später die Ausrottung der europäischen Honigbiene bedeuten. Somit hat man sich entschlossen, dem Parasiten mit diversen Mitteln auf den Leib zu rücken. Hier ist aber Vorsicht geboten, da diverse Mittel Rückstände hinterlassen und teils auch der Biene schaden.

Alternative Bekämpfungmethoden

Bedenkt man, dass die Drohnenbrutetwa 8,6 mal häufiger als jene der Arbeiterbiene befallen wird, lassen sich so auf ganz natürlicher Basis so genannte Varroa-Fallen einsetzen. Hierzu müssen nur die Drohnenrahmen kurz vor dem Schlüpfen entfernt werden. Viele Imker setzen heute zusätzlich auf den Einsatz von organischen Säuren wie Milch-, Oxal- oder Ameisensäure. Diese Säuren kommen im Honig natürlicherweise vor und führen zu keinerlei Rückstandbelastungen in den Bienenprodukten. Ebenso werden ätherische Öle (Thymol) gegen die Varroa eingesetzt.

Fazit

Die Variante der Drohnenbrutentnahme ersetzt zwar nicht völlig andere Bekämpfungsmethoden, doch bietet sie eine schonende Behandlung gerade in der Trachtzeit und vermindert somit das Ansteigen der Milbenzahl im Bienenvolk. Der Einsatz der organischen Säuren oder des Thymols kann dann ergänzend im Herbst und im Winter erfolgen und verhindert kritische Rückstände, die sich sonst vor allem im Bienenwachsanreichern könnten. Bei entsprechender Konzentration im Wachs würde schließlich auch der Honigbelastet werden. Diese Vorgehensweise wird von einzelnen Bieneninstitutenempfohlen.

Züchtung varroaresistenter Bienen

Bild:Gesunde varroamilbe.jpg
Bauchseite einer Varroamilbe. Links und rechts vom Körper je vier Beine. Die zwei vorderen Beine welche in die Höhe stehen, sind als Fühler ausgebildet. Zwischen den beiden Vorderbeinen der Saug- und Stechapparat der Milbe.
Bild:Abgebissene varroamilbe.jpg
Varroamilbe mit abgebissenen Beinen.

Bei jeder Entmilbung findet bis zu einem gewissen Grad auch eine Auslese unter den Varroen statt. Jene Milben, welche die Entmilbung überleben und mit dem Wirkstoff am besten zurechtkommen, ganz gleich welcher Stoff dies auch sein möge, werden sich weiter vermehren und ihr bereits etwas angepasstes Erbgut weitergeben. Damit ist der Grundstein für eine besser angepasste Milbenpopulation geschaffen. Neue Varroastämme entstehen. Die Entmilbungen werden zusehends unwirksamer, neue Mittel werden eingesetzt und das Geschehen beginnt wieder von vorne.

Dieser einseitigen Auslese in Richtung besserer Varroastämme kann mit der Auslese und Züchtung von Bienenvölkern, die eine starke natürliche Varroaabwehr aufweisen, begegnet werden. Diese natürliche Varroaabwehr besteht in erster Linie in der Eigenschaft, dass die Bienen Varroamilben abfangen und töten, meistens werden dabei die Beine der Milben abgebissen. Diese Eigenschaft ist erblich, sie wirkt ganzjährig und kann durch Züchtung erheblich gesteigert werden. Selektion und Züchtung auf natürliche Varoaabwehr ist schwierig und mit vielen Problemen verbunden, allein schon die Vererbungsregeln lassen immer nur eine begrenzte Steigerung der erwünschten Eigenschaften zu, diese sind aber gegeben, messbar und nachweisbar.

Durch langjährige Züchtung kann erreicht werden, dass eine Entmilbung (z.B. mit Ameisensäure) nur mehr ca. 2 mal jährlich erfolgen muß. Die völlig varroaresistente Biene wurde noch nicht gezüchtet, aber große Schritte in diese Richtung wurden bereits getan.

Weblinks

  • Ausführliche Infos zu Varroamilbe
  • http://www.imkerhomepage.de/varroa/varroa-teil-1/varroa-teil-1.html
  • Infos zur Varroamilbe vom Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung
  • Alternative Bekämpfungskonzepte
  • Bekämpfung im Dreierpack
  • AGT Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht im D.I.B. offen auch für Züchter der Buckfasten:Varroa destructor

es:Varroasis lt:Varroa destructor nl:Varroamijt pl:Warroza

Von "http://de.wikipedia.org/Varroamilbe"



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