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Der plötzliche Säuglingstod, plötzlicher Kindstod oder Krippentod (lateinisch: Mors subita infantum) ist das unerwartete und nicht erklärliche Versterben eines Säuglings, eines Kindes im ersten Lebensjahr.
Der Begriff ist auch bekannt unter der englischenAbkürzung SIDS (Sudden Infant Death Syndrome), der Begriff des Near-SIDS entspricht dem deutschen ALTE.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Epidemiologie
- 2 Ursachen
- 3 Vorbeugung
- 4 Weblinks
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Epidemiologie
Der plötzliche Säuglingstod stellt eine große Herausforderung für die kinderpathologischeForschung und die Präventivmedizinin der Kinderheilkundedar. 2005 starben in Deutschland 323 Babys am plötzlichen Kindstod (Risiko: 0,07 %).
Ursachen
Dabei muss die Todesursacheauf dem Weg der Ausschlussdiagnose(fachsprachlich Diagnosis per exclusionem), festgestellt werden, das heißt, dass der Kinderarzt oder Pathologe, manchmal auch der Rechtsmediziner(ungeklärte Todesart) alle anderen denkbaren natürlichen und nicht-natürlichen Todesursachen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen, Blutungen (auch nach Schütteltrauma), Fehlbildungen und Unfälle (Vergiftung, Strom, Sturz, Unterkühlung, Ertrinken...) ausschließen muss und auch die klinische Vorgeschichte sowie die konkreten Todesumstände keinen richtungsweisenden Anhalt geben dürfen, bevor man vom plötzlichen Kindstod sprechen kann.
Vorbeugung
Eine der wichtigsten und effektivsten Vorsorgemaßnahmen ist die Information der Eltern über vermeidbare Risikofaktoren bzw. über die optimale Schlafumgebung eines Säuglings. Dazu gehören:
- rauchfreie Umgebung, d. h. Verzicht auf Rauchenin der Schwangerschaftund während der Stillzeit
- kein Stressfür Eltern und Kind
- Raumtemperatur 18 °C
- Rückenlage zum Schlafen
- feste, luftdurchlässige Matratze
- passender Schlafsack und keine zusätzlichen Decken, Felle, Kissen, Nestchen etc.
- Stillen
- Zudem wird empfohlen, dass Kinder bis zum 6. Lebensmonat nicht im eigenen Zimmer, sondern mit den Eltern in einem Raum schlafen, allerdings gibt es unterschiedliche Ansichten über das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern in einem Bett (sogenanntes Familienbettoder Co-Sleeping). Eine neuere Studie aus Schottland konnte nochmals zeigen, dass vor allem Säuglinge, die jünger als 11 Wochen alt sind, ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Säuglingstod haben, wenn sie das Bett mit den Eltern teilen. Dagegen sind z. B. in den USA beide Ansichten aufzufinden.
In Ländern wie Großbritannienund den Niederlandenwurden die oben genannten vorbeugenden Maßnahmen sogar über das Fernsehen propagiert mit dem Erfolg, dass die Anzahl der Todesfälle merklich gesenkt werden konnte. Früher wurde gegen eine Rückenlage beim Schlafen eingewandt, Kinder würden von dieser Lage eine Schädeldeformation bekommen. Untersuchungen an Kleinkindern belegen, dass Kinder davon keine dauerhafte Veränderung davontragen.
Wenig Erfolg versprechen die Bewegungsmelder zum Überwachen schlafender Säuglinge. Untersuchungen zeigen, dass Kinder häufig noch Atembewegungen aufweisen, während sie ersticken.
Seit einiger Zeit kursiert auch die Meinung, dass die Verwendung sogenannter Babyschalen, die dem Transport der Babys im Auto dienen sollen, das SIDS fördern sollen. Hier wird wohl angenommen, dass die Körperhaltung, die das Kind zwangsläufig in solchen Babyschalen einnimmt, dazu beitrage. Tatsächlich nimmt der Kopf des Kindes eine mit dem Kinn zur Brust zugewandten Position ein, woraus man aus der Anatomie folgern könnte, der noch unterentwickelte Kehlkopfunterbinde / verringere dabei die Luftzufuhr bei der Atmung. Auszuschließen ist eine Todesfolge dadurch nicht vollständig, wenn auch vermutlich weniger wahrscheinlich.
Einige neuseeländische und britische Chemiker vertreten die Auffassung, dass der plötzliche Kindstod durch einen Pilz in den Babymatratzen hervorgerufen wird. Sie gehen davon aus, dass der Haushaltspilz Microascus brevicaulis aus Matratzen, die Flammschutzmittel enthalten (phosphor-, arsen- oder antimonhaltige Substanzen) ein extrem giftiges Gas freisetzt, das aus der Baby-Matratze aufsteigen und die Herztätigkeit und Atmung des Babys lähmen kann. Diese Chemiker empfehlen zur Verhinderung des plötzlichen Kindstodes eine Umhüllung der Matratze mit einer Folie aus reinem Polyethylen. Bei einer Studie in Neuseeland mit 100.000 Kindern verstarb kein Kind, das auf einer umhüllten Matratze geschlafen hatte, am plötzlichen Kindstod.
Weblinks
- SIDS Arbeitsgruppe in Österreich / auch Hinweise auf Selbsthilfegruppen
- Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS), Bundesverband
- Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS), Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland
- Die optimale Schlafumgebung
- www.wissenschaft.de: Nuckeln hält Babys am Leben- Schnullersenkt Risiko für plötzlichen Kindstod
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Plötzlicher Säuglingstod aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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