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Sterben ist die Zeit am Ende eines Lebens, die den Übergang zum Toddarstellt.
Es ist schwierig, eine Linie zwischen Sterben und Todzu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Biologie
- 2 Psychologie
- 3 Soziokulturelle Aspekte
- 4 Siehe auch
- 5 Literatur
- 6 Weblinks
- 7 Medienhinweis
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Biologie
Biologisch gesehen läuft das natürliche Sterben eines Menschen in folgenden Phasenab:
- Einschränkung der Wahrnehmung durch verringerte Hirnaktivität.
- Die Atmungwird flacher.
- Das Sehvermögenwird schlechter.
- Das Hörvermögenfunktioniert nur noch partiell.
- Das Augenlichterlischt völlig.
- Herzstillstand, unmittelbar gefolgt vom
- Gehirntod.
An den Herzstillstand anschließend beginnt die Zersetzungdes Körpers. Den Anfang macht dabei das Gehirn.
Ein ?Todeskampf? (auch ?Agonie?) ist eine Metapherfür ?das Ringen eines Lebewesensmit dem Tod?.
Psychologie
Die Sterbeforschunggeht - in der Nachfolge von Kübler-Ross- davon aus, dass viele Menschen beim Sterben alle oder einen Teil der folgenden fünf aufeinanderfolgenden psychologischen Stadien durchleben:
- Nicht-Wahrhaben-Wollen (Leugnung)
- Zorn
- ?Verhandeln?
- Depression
- Zustimmung (Hoffnung)
Soziokulturelle Aspekte
Während der eingetretene Tod des Menschenheute aus medizinischer Sicht relativ klar definierbar ist (z.B. als Hirntodund unumkehrbares Erlöschen des Lebens im biologischen Sinne), werden unter dem Vorgang des Sterbens - je nach Kulturkreisund Weltanschauung- verschiedene Zeitrahmen und Zustände verstanden, oder vielfach verdrängt. Daher ist auch der Umgangmit dem Thema und mit Sterbenden äußerst verschieden.
Bild:Ars.moriendi.pride.a.jpg Aus einer Ars moriendi: Versuchungen des Sterbenden
Wenn jemand ?im Sterben liegt?, kann das in einigen Fällen die Beziehung zum Betroffenen intensivieren, in anderen Fällen aber auch zu einem Ausweichen und zur Vermeidung des Kontakts führen. Wenn der Tod eingetreten ist, stehen stärker konventionalisierte Verhaltensregeln und Rituale zur Verfügung, so daß diese Verhaltensunterschiede abnehmen, aber dennoch in der Art des Begräbnissesoder der Form der Trauerdeutlich sicht- und spürbar sind.
In der westlichen Kultur hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderteder Umgang mit dem Thema Sterben in Wort, Denken, sozialem Verhaltenund auch in der Kunststark verändert. Was früher - auch durch den stärkeren Einfluss der Kirchenbedingt - Anlass zum Nachdenkenwar - aber auch manchmal zur persönlichen ?Umkehr? oder zu Fatalismus- ist heute vornehmlich ein Thema der Medizin.
Während die Menschen früher beim Sterben von ihren engsten Vertrauten (Verwandten oder Freunden) begleitet wurden, ist das Sterben heute oftmals in Klinikenoder Hospize?abgedrängt?. Kaum ein Mensch möchte sich der Erfahrung des Sterbens aussetzen, weil Sterben und Tod heute so sehr tabuisiertsind. Das Aufkommen und Erstarken der Hospiz-Bewegung, bzw. die vielfältige Diskussion zur Ethikder Euthanasiemacht bestehende Defizite deutlich.
Dass Sterben und Tod unmittelbar zum Leben gehören, ist vielen erst wieder durch die Bücher von Elisabeth Kübler-Rossbewusst geworden. Die Interviews mit Sterbenden wurden quasi zur ?Gründungsurkunde? der weltweiten Hospizbewegung, die ein ?menschlicheres? Sterben als üblich ermöglichen will. Dabei spielt nicht nur die angenehme Gestaltung der Umgebung und die emotionaleAnteilnahme anderer eine Rolle, sondern auch die Ermöglichung von Gesprächenlange Zeit vor dem Sterben sowie die (Sterbe-)Begleitungund Körperkontakt bis zuletzt. Einen sterbenden Menschen in den Tod zu umarmen, wird von vielen als eine seltene und wertvolle Erfahrung empfunden.
Für den Umgang mit dem Sterben sind auch einige Erkenntnisse der Medizin über unsichere Todeszeichenhilfreich - fehlinterpretiert werden hier z.B. das Fehlen der Atmung, des Pulsoder des Herzschlags, die Lähmungenaller Muskeln und die Bewußtlosigkeit(?Scheintod?). Dass Sterbende in bestimmten Fällen dennoch ihre Umgebung wahrnehmen, Hören und Fühlen können, ist inzwischen allgemein anerkannt.
Die sogenannten Nahtod-Erlebnissegeben, so ergreifend ihre Schilderungen sein können, zwar kaum neue Erkenntnisse über den Tod, haben aber der Bewusstseinsbildung zum Thema Sterben starken Auftrieb gegeben.
Siehe auch
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|sterben}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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- Thanatologie
- Hospiz
- Leben nach dem Tod
- Trauer
- Seele
- Sterbehilfe
- Suizid
Literatur
- Philippe Ariès: Geschichte des Todes. 11. Aufl. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-30169-4
- Jacques Laager: Ars moriendi. Die Kunst, gut zu leben und gut zu sterben. Texte von Cicero bis Luther. Manesse, Zürich 1996, ISBN 3-7175-1884-4, ISBN 3-7175-1885-2
- Elisabeth Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden. Kreuz Verlag, Stuttgart 1971
- Arthur E. Imhof: Die Kunst des Sterbens. Wie unsere Vorfahren sterben lernten. Impulse für heute. Hirzel, Stuttgart 1998, ISBN 3-7776-0687-1
- Norbert Elias: Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-58351-4(Ein leicht zu lesendes und lesenswertes Buch über das Sterben und den Tod.)
- Walter Beltz (Hrsg.): Lexikon der letzten Dinge. Pattloch, Augsburg u.a. 1993, ISBN 3-629-00671-X
- Glennys Howarth, Oliver Leaman: Encyclopedia of death and dying. Routledge, London u.a. 2001, ISBN 0-415-18825-3
- Monika Renz: Zeugnisse Sterbender: Todesnähe als Wandlung und letzte Reifung. Erg. u. überarb. Neuaufl. Junfermann, Paderborn, 2005, ISBN 3-87387-622-1
- Monika Renz: Grenzerfahrung Gott: Spirituelle Erfahrungen in Leid und Krankheit. 3. Aufl. Herder, Freiburg i.Br., 2006, ISBN 3-451-05341-1
- J.-C. Student(Hrsg.): Sterben, Tod und Trauer ? Handbuch für Begleitende. Herder, 2. Auflage, Freiburg 2006
- Thomas Klie, J.-C. Student: Die Patientenverfügung ? was Sie tun können, um richtig vorzusorgen. 7. Auflage. Verlag Herder, Freiburg 2004
Weblinks
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Sterben}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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| Wikiquote: {{{2|Sterben}}} ? Zitate
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- Soziologische Betrachtungen zu Sterben und Tod von Prof. Klaus Feldmann
- ?Wie wir sterben? - Materialien zur Sendung Quarks & Co des WDR
- Gesammeltes zu Tod und Sterben
- ZDF-Video: Johannes B. Kerner, Thema ?Tod und Sterben?
- www.webhistoriker.de- Todesvorstellungen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
- Seelisch-spirituelle Sterbebegleitung- Spirituelle Dimensionen von Leben und Sterben
- Was geschieht, wenn ich sterbe?- Vortrag zum Thema: Was geschieht, wenn ich sterbe? Referent Wim Hoddenbagh - Trier. Mit u.a. Zitaten aus den Büchern "Zur Hölle und zurück" (Dr.med. Maurice S. Rawlings), "Über den Tod und das Leben danach" (Elisabeth Kübler Ross) und einer CD: "Ich war tot" (Ian McCormack - Neuseeland).
Medienhinweis
- auf arte (tv-kanal) läuft Mon 16.1. - Fr 20.1. eine Dokum.Reihe zum Thema. jeweils 20.15-20.40.
Letzte Reise - Doku-Soap, Deutschland 2005, WDR, Erstausstrahlung. Regie: Mechthild Gaßne. Kurztext der Redaktion: "Letzte Reise" begleitet Menschen mit der Kamera, denen die ärztliche Diagnose gestellt wurde, nicht mehr lange leben zu dürfen. Aber auch die Versuche der Angehörigen, dem Schicksal ihrer Nächsten ins Auge zu blicken, und die Arbeit professioneller Helfer, Menschen, die bereit sind, Sterbende zu begleiten, werden thematisiert. Dennoch dreht sich "Letzte Reise" nicht nur um Trauer und Tod, sondern es geht auch um Treue und Freundschaft, um Liebe und Hingabe - um das Leben.
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