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Wallersche Degeneration

Als Wallersche Degeneration oder Waller-Degeneration werden die komplexen molekularen Vorgänge bezeichnet, die nach einer Schädigung eines Nervsim peripheren Nervensystem(PNS) oder von Faserbahnen des Zentralnervensystems(ZNS) auftreten und zum Untergang des distal(unterhalb) der Schädigung liegenen Nervenanteils führen.

Diese Degeneration des Axons mit "Kollaps" und "Desintegration" folgt dabei in PNS und ZNS einem ähnlichen zeitlichen Verlauf. Die Myelinscheideselbst wird im ZNS allerdings langsamer abgebaut, da es dort kaum phagozytierendeMakrophagengibt.

Mögliche Ursachen sind traumatischeKontinuitätsunterbrechungen wie scharfe Durchtrenung (Axotomie) oder Quetschung, Ischämie, Blutung, virale Entzündung oder toxische Schädigung.

Histologischlassen sich die Auflösung der Myelinscheideund des Axonsund eine Phagozytosenachweisen.

Klinisch kommt es dabei in den ursprünglich innervierten Arealen zu einer schlaffen motorischen Lähmunginklusive einer möglichen Blasen- und Mastdarmstörung und/oder zu einem kompletten Sensibilitätsverlust.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Folgen
    • 1.1 Peripheres Nervensystem
    • 1.2 Zentrales Nervensystem
  • 2 Weblinks

Folgen

Derartige Schädigungen haben im PNS andere Folgen als im ZNS:

Peripheres Nervensystem

Bleibt die Markscheide des Axons eines peripheren Nerven erhalten, kann der oberhalb (proximal) der Schädigung liegende Axonstumpf in die "denervierte" Myelinscheide mit einer Geschwindigkeit von 1 mm pro Tag einwachsen und das Zielorgan reinnervieren, womit eine Wiederherstellung der Funktion (Regeneration) möglich ist. Findet das aussprossende proximale Axonende mit seinem sog. Wachstumsendkolben diese Leitstruktur "Myelinscheide" nicht, kann dieses auswachdende Axonende ziellos wuchern und ein sog. traumatisches oder Amputationsneuromals Hyperregenerat des peripheren Nerven bilden.

Zentrales Nervensystem

Schon vor 100 Jahren konnte ausgehend von den TransplantationsexperimentenRamon y Cajalsgezeigt werden, dass geschädigte ZNS-Faserbahnen im Gegensatz dazu nicht regenerieren. Wurde nämlich an das proximale Ende ein Stück eines Sehnerven- der als Hirnnerv dem ZNS zuzuordnen ist und dessen Nervenscheide von Oligodendrozytengebildet wird - angefügt, wuchs das proximale Ende des Axons nicht in diese Leitstruktur ein.

Augustus Volney Waller(1816-1870), war ein englischer Physiologein Birmingham, der diese degenerierenden Nervenfasern 1850in seinen histologischen Schnittpräparaten erstmalig beschrieb.


Weblinks

  • Pathologie online
  • Schematische bildliche Darstellung der Schädigung und Regeneration eines peripheren Nerven
  • Waller-Degeneration der Pyramidenbahn nach Mediainfarkt (S. Hähnel, R. Kollmar, B. Kress; Heidelberg
  • Robert-Benjamin Illing: Stationen der Gehirnforschung durch die Jahrtausendeen:Wallerian degeneration



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