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Krankenpflege

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Ausbildung
  • 3 Weiterbildung/Fortbildung
  • 4 Spezifische Belastungen
  • 5 Berufsethik
  • 6 Vertrauen in die Pflegenden und Berufsprestige
  • 7 Weblinks
  • 8 Siehe auch

Geschichte

Bild:Krankenschwester Janine01.jpg
Krankenschwester

Im Christentumzählt die Krankenpflege zu den sieben Werken der Barmherzigkeit. Mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariterwurde sie jedem Christen zur Pflicht gemacht. Vor allem sorgte man sich um die kranken Pilgerund baute an fast jeder Station der Pilgerwege ein Hospital. Als mit den Kreuzzügendie Leprain Europa eingeschleppt wurde, wurden für diese Kranken besondere Hospitäler erbaut, ebenso um 1349für die Opfer der Pest. Viele Heiligewaren durch ihre Leistungen in der Krankenpflege bekannt. Die Vincentinerinnenwurden hauptsächlich zur organisierten Krankenpflege eingesetzt. Im Protestantismusbegründete Florence Nightingaledie professionelle Krankenpflegeausbildung. Nach ihrem Vorbild gründete Pastor Theodor Fliednerin Kaiserswerthdas erste Diakonissenhaus.

Die weltliche Krankenpflegeausbildung wurde von Henri Dunantbegründet. In den letzten Jahrzehnten wurde die Pflege immer mehr auf wissenschaftliche Grundlagen gestellt. Die deutschsprachigen Länder bauen mit großer Verspätung auf die angelsächsischen Länder die Pflegewissenschaftauf. In der Gesellschaft genießt dieser Beruf in Deutschland ein gutes Ansehen (s. unten im Kapitel Berufsprestige). Die Ausbildung gehört zu den schwersten der Nichthochschul-Berufe.


Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in dauert in Deutschland drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Ausbildung findet an staatlich anerkannten Gesundheits- und Krankenpflegeschulen statt, die als Schulen des Gesundheitswesens im Tertiären Bereich angesiedelt sind. Diese sind nach der International Standard Classification of Education (ISCED-97) als Ausbildung der Stufe 5B klassifiziert. Für die Ausbildung findet das Berufsbildungsgesetz keine Anwendung.

Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen (ca. 2100 Stunden) und einen praktischen Teil (ca. 2500 Stunden).


Die theoretische Ausbildung umfasst folgende Wissensgrundlagen:

  • Kenntnisse in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Pflege-und Gesundheitswissenschaften,
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Naturwissenschaftenund Medizin,
  • Pflegerelevante Kenntnisse der Geistes-und Sozialwissenschaften,
  • Pflegerelevante Kenntnisse aus Recht, Politikund Wirtschaft.


Der Unterricht beschränkt sich dabei nicht auf reine Wissensvermittlung, sondern beinhaltet Demonstration und Einübungen zahlreicher Handlungabläufe aus der praktischen Pflege: Körperpflege des Patienten, Verbände anlegen, Wundversorgung, Medikamente fachgerecht verabreichen und Essen anreichen sind nur einige Beispiele.


Die praktische Ausbildung findet in den ersten beiden Jahren in den folgenden Gebieten statt:

1. Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der stationären Versorgung in den Fachgebieten

  • Chirurgie,
  • Innere Medizin,
  • Geriatrie,
  • Gynäkologie,
  • Neurologie,
  • Pädiatrie,
  • Wochen- und Neugeborenenpflege.

2. Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der ambulanten Versorgung.


Im Gegensatz dazu findet im dritten Jahr die Ausbildung ausschließlich in der stationären Versorgung in den Fachgebieten

  • Chirurgie,
  • Innere Medizin,
  • Psychiatriestatt.


Diese besondere Aufteilung zwischen den ersten beiden und dem dritten Jahr wurde mit der Novellierung des gesetzlichen Rahmenbestimmungenals Teil erster Reformen eingeführt. Dadurch soll eine gemeinsame theoretische und praktische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegezumindest in den ersten beiden Jahren ermöglicht werden. Das dritte Jahr gilt dabei als Diferenzierungsbereich, in welchem die Auszubildenden die jeweils spezifische theoretische und praktische Ausbildung erhalten.


Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung. Sollte eine dieser Prüfungen nicht erfolgreich abgeschlossen werden, so hat man die Möglichkeit diese einmal zu wiederholen. Nach erfolgreichem Abschluss erlangt man die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpfleger/in".


Bereits seit geraumer Zeit gibt es verschiedenste Überlegungen die Ausbildung zu reformieren, z.B. die Pflegeausbildung von Krankenhausschulen an Fachhochschulenoder an Berufsschulenzu verlagern. Jedoch hat sich bisher kein Vorschlag durchsetzen können. Mit der Novellierung des Krankenpflegegesetzesim Jahre 2004hat es zwar eine kleine Reform gegeben, die die Ausbildung praxisorientierter gestalten soll, aber die Diskussion um eine tiefgreifendere Reform geht weiter (siehe www.verdi.de).


Weiterbildung/Fortbildung

Als weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten existieren die so genannten Fachweiterbildungen z.B. Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege.Inzwischen gibt es für nahezu jede spezialisierte Richtung im KrankenhausFachweiterbildungen. Die bekanntesten sind die für die Bereiche Onkologie, Chirurgie, Schmerztherapie, Anästhesie, Intensivpflegeund Psychiatrie, hier exemplarisch dargestellt anhand der Fachweiterbildung für Psychiatrie:

Zugangsvoraussetzungen sind die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpfleger/-in sowie der Nachweis über zwei Jahre Berufserfahrung in einer psychiatrischen Einrichtung. Die Weiterbildung selbst dauert zwei Jahre und findet berufsbegleitend statt. In diesen zwei Jahren muss man vier Bereiche in der Psychiatrie (z. B. Aufnahmestation, Institutsambulanz, Gerontopsychiatrie und stationäre Suchtbehandlung) absolviert haben. Die Bereiche können mit der jeweiligen Weiterbildungsstätte ausgehandelt werden. Für jeden Bereich bekommt man eine spezielle Aufgabe (Praxisberichte) von seitens der Weiterbildungsstätte zur Bearbeitung gestellt (examensrelevant). Die Weiterbildung schließt mit mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfungen ab. Anschließend darf man den Titel "Fachkrankenschwester/-pfleger für Psychiatrie" führen.

Neben diesen fachbereichsbezogenen Weiterbildungen gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wer außerhalb der praktischen Pflege im Krankenhaus mit seiner Ausbildung weiterarbeiten möchte, kann sich z. B. zur Hygienefachkraft oder zum Case-Managerfortbilden.

Ebenso als Weiterqualifizierungsmöglichkeit sind die akademischen Studiengänge der Pflegewissenschaft, Pflegepädagogikund des Pflegemanagers/Pflegewirtesanzuführen. Tätigkeiten in Pflegeforschungseinrichtungen, Pflegedienstleitungen oder Ausbildungseinrichtungen (z. B. Krankenpflegeschulen) setzen immer häufiger ein abgeschlossenes Studium voraus.


Spezifische Belastungen

Kritikpunkt ist oftmals die schlechte Bezahlung; auch wird durch Nachtzulagen zwar der Grundlohn aufgebessert, es werden aber keine weiteren sozialen Rechte (Pensionsansprüche) erworben.

In keinem anderen Beruf ist die drop-out-Rate so hoch bzw. werden so selten Personen gefunden, die ihren Beruf bis zur Rente ausüben. Ausnahmen sind Models, Sportler, Schauspieler und andere. Das mag an dem ständigen Wechsel der Arbeitszeit liegen, die ein solch schichtarbeitslastiger Beruf mit sich bringt oder aber auch der psychische Stress, den der dauernde Umgang mit kranken Menschen mit sich bringt.

Aus Gründen der Kostendämpfungund schlechter Organisation ist die Bestzung der Stationen teilweise so gering, dass eine adäquate Versorgung der Patienten nicht immer gewährleistet ist. Bei weiterer Fortsetzung dieses Trends geschieht das immer öfter.


Berufsethik

Die Überzeugung, dass es die Aufgabe jedes Einzelnen ebenso wie es eine Aufgabe der Gesellschaft ist, kranken Menschen zu helfen ist ein zentraler Teil der Berufsethik in der Krankenpflege. Allerdings wäre es verkehrt zu glauben, in der Krankenpflege bräuchte man nur Mitgefühl und Engagement. Neben der Stärke tiefe Kriesen der Patienten mitzutragen und erniedrigende Situationen (sowohl für Patienten als auch für Pflegende) möglichst würdig zu gestalten, bedarf es sehr viel Fachwissen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Die Dauer der Ausbildung, die Fülle und der Umfang der Fortbildungen und der Ausbildungen die um die Krankenpflege herum angeboten und wahrgenommen werden, dokumentieren dies.

Dieser Idealismus ist einer der Gründe, warum Pflegende die schlechte Bezahlung, den Schichtdienst und den steigenden Druck tolerieren.

Allerdings wird durch die Unkenntnis seitens der meisten Krankenhausleitungen das Arbeitsfeld Krankenpflege immer mehr von Zeit-, Personal- und Geldmangel geprägt. Die Gesellschaft tut sich sehr schwer, die Aufgabe der Krankenfürsorge zu erfüllen. Die Aufgabe der Krankenpflege wird auf die Funktionserfüllung reduziert, die psychische und soziale Betreuung bleibt sehr oft auf der Strecke.

Das bedeutet nicht nur eine zunehmende Belastung für Pflegende und Patienten sondern stellt die Krankenpflegeethik in Frage.


Vertrauen in die Pflegenden und Berufsprestige

Eine Umfrage in der Schweiz zum Vertrauen in verschiedene Berufe ergab im Jahr 2003 das folgende Ergebnis (Vertrauen ?sehr hoch? oder ?ziemlich hoch?):

- Feuerwehrleute: 97 %
- Krankenschwestern: 96 %
- Apotheker: 87 %
- Ärzte: 87 %
- Piloten: 84 %
- Lehrer: 73 %
- Taxifahrer: 66 %
- Reiseveranstalter: 53 %
- Rechtsanwälte: 48 %
- Werbeleute: 33 %
- Autoverkäufer: 27 %
- Finanzberater: 26 %
- Politiker: 19 %
- Immobilienmakler: 18 %

Quelle: Reader's Digest European Trusted Brands 2003


Die Reihenfolge in der Allensbacher Berufsprestige-Skala 2005: 1. Arzt, 2. Krankenschwester, 3. Polizist, 4. Hochschulprofessor, 5. Pfarrer, Geistlicher, 6. Lehrer, 7. Rechtsanwalt, 8. Ingenieur, 9. Botschafter, Diplomat, 10. Apotheker, 11. Unternehmer, 12. Atomphysiker, 13. Spitzensportler, 14. Informatiker, Programmierer, 15. Schriftsteller, 16. Manager in einem Grossunternehmen, 17. Offizier, 18. Journalist, 19. Buchhändler, 20. Politiker, 21. Fernsehmoderator, 22. Gewerkschaftsführer.

Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, "Allensbacher Berichte", Nr. 12/2005.


Weblinks

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Wiktionary: {{{2|Krankenpflege}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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Wikiquote: {{{2|Krankenpflege}}} ? Zitate
  • Deutschsprachiges Wiki für das Pflegewissen
  • Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)
  • Informationen über Pflegestudiengänge
  • Krankenpflege und mehr


Siehe auch

  • Altenpflege
  • Häusliche Pflege(homecare)
  • Krankenpflegehilfe
  • Kinderkrankenpflege
  • Krankenpflegegesetz
  • Krankenschwester
  • Pflege
  • Pflegefachperson(Schweiz)
  • Pflegeplanung
  • Pflegerische Diagnostik
  • Pflegebedürftigkeit
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Dieser Artikel stellt die Situation in Deutschlanddar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.
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