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Als Intrazellularraum (IZR) wird in der Pharmakologieder Verteilungsrauminnerhalb des (menschlichen) Organismusbezeichnet, der aus der Gesamtheit aller von Zellmembranenumschlossenen Zellbestandteilegebildet wird, also v.a. aus den Zellorganellenund der Zellflüssigkeit (Cytosol) sowie unterschiedlichen Einschlüssen besteht.
Es handelt sich beim IZR weder um einen zusammenhängenden, noch - wegen ständiger Austausch- und Umbauprozesse - um einen eindeutig abgegrenzten Raum, sondern um eine modellhafteAuffassung, die in der Pharmakokinetikpraktische Bedeutung hat.
Da die pharmakologischeDefinitioneines Verteilungsraums (bzw. Kompartiments) fordert, dass sich ein Stoff darin homogen verteilt und gleichen biokinetischen Gesetzen unterliegt, wird der IZR im konkreten Fall nochmals in Kompartimenteunterteilt - gemäß der physiko-chemischenEigenschaften des jeweiligen Arzneistoffs.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Begriffsbestimmung
- 2 Dimensionen des IZR
- 2.1 Anteil am Körpergewicht
- 2.2 Anteil am Flüssigkeitsvolumen
- 3 Bedeutung des IZR
- 4 Bestimmung des IZR-Volumens
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Begriffsbestimmung
Das Adjektivintrazellulär ist nicht vollkommen synonymmit im Intrazellularraum gelegen:
- Einerseits werden in der Zellbiologiehäufig exemplarisch einzelne Zellenbzw. Zelltypen hinsichtlich ihres von der Zellmembran umgrenzten Inhalts oder dessen Beziehungen zur Umgebung beschrieben, ohne einen unmittelbaren Bezug zum (gesamten) IZR herzustellen.
- Andererseits sagen Feststellungen zum Kompartiment IZR nicht zwingend etwas über den Zustand einzelner Zellen aus.
Allerdings sind definitionsgemäß sämtliche intrazellulären Bestandteile des Organismus zugleich im IZR gelegen.
Dimensionen des IZR
Anteil am Körpergewicht
Die im IZR gelegenen Strukturen und Substanzen machen beim Menschen etwa 75% des Körpergewichts aus. Folglich entfällt auf die extrazellulären Körperbestandteile (Extrazelluläre Matrixwie z.B. im Knochen, Flüssigkeit in den Blutgefäßen, etc.) ca. ein Viertel des Gesamt-Körpergewichts. (Das Gesamtwasser hat etwa 60% Gewichtsanteil, beim Mann liegt er ungefähr 10% höher als bei der Frau.)
Anteil am Flüssigkeitsvolumen
Der IZR hat beim Erwachsenen einen Anteil von knapp 2/3 am Gesamtvolumen des Körperwassers.
Bedeutung des IZR
Der Intrazellularraum ist aus Sicht der Pharmakologieder zweite wesentliche Verteilungsraumdes Organismusneben dem Extrazellularraum (EZR).
Während der EZR eher selten Ziel einer Arzneimittelwirkungist und überwiegend Bedeutung für den Stofftransport hat, liegen die erwünschten Wirkorte von Arzneistoffenoft im IZR. Die meisten Wirkstoffe verteilen sich nach Einnahme bzw. Verabreichung zunächst umfassend im Gefäßsystem - also im EZR -, bevor sie zu intrazellulären Wirkorten gelangen.
Typischerweise ändert sich die Verteilung einer verabreichten Arzneidosis zwischen EZR und IZR im Zeitverlauf deutlich, wobei die Ausscheidungsmechanismen ab dem Zeitpunkt der Substanzeinnahme wirksam sind und im Falle einer Einzeldosis meist keine wirksamen Konzentrationen an den Zielorten erreicht werden.
Bei wiederholter Gabe dagegen bildet sich ein (dynamisches) Gleichgewichtzwischen den Stoffkonzentrationen in IZR und EZR aus. Dann lässt sich z.B. aus Messungen des Substanzspiegels im Plasmaauf die Konzentration am Wirkort rückschließen.
Bestimmung des IZR-Volumens
Das Volumendes IZR lässt sich bestimmen, indem ein Indikatorverabreicht wird, dessen Verteilungsverhalten gut bekannt ist. Aus dessen Konzentrationin einem bestimmten Volumen (etwa in einer Blutprobe; die Erythrozytensind IZR-Bestandteile, das Plasmagehört zum EZR!) kann dann näherungsweise das IZR-Volumen berechnet werden.
Als Indikatoren kommen z.B. Radionuklideoder Farbstoffezum Einsatz.
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