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Statin

Als Statin wird im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch ein Medikament bezeichnet, das der pharmakologischenSubstanzklasse der 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym-A-Reduktase-Inhibitoren(HMG-CoA-Reduktase) angehört. Da HMG-CoA ein Zwischenprodukt der menschlichen Cholesterinsyntheseist, werden Statine bislang hauptsächlich bei Fettstoffwechselstörungenals Cholesterinsenker eingesetzt. Von allen Medikamenten, die den Lipidstoffwechselbeeinflussen, weisen sie die höchste Potenz auf.

Statine sind auch unter dem Begriff CSE-Hemmer (Cholesterinsyntheseenzymhemmer) bekannt.

Daneben gibt es noch weitere "Statine":

  • das Somatostatin,
  • das Prolactin-Inhibiting-Hormon(PIC) und die
  • Chalone.

(Zu entsprechenden Erklärungen siehe jeweils dort.)

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Wirkweise
    • 1.1 Statine als Lipidsenker
  • 2 Vertreter, Studien
    • 2.1 Atorvastatin
    • 2.2 Cerivastatin
    • 2.3 Fluvastatin
    • 2.4 Lovastatin
    • 2.5 Pravastatin
    • 2.6 Rosuvastatin
    • 2.7 Simvastatin
  • 3 Nebenwirkungen
  • 4 Markt
  • 5 Quellen

Wirkweise

Statine als Lipidsenker

Die Wirkung von Statinen als Lipidsenker beruht auf Ihrer Hemmung der HMG-CoA-Reduktase. Da HMG-CoA ein Stoff ist, den der Körper zur Biosynthesevon Cholesterinbraucht, wird unter Einwirkung von Statinen weniger Cholesterin vom Körper selbst gebildet als ohne. Da in den Zellen ein relativer Cholesterinmangel herrscht, produzieren sie vermehrt LDL-Rezeptoren, die das sog. low-density-lipoprotein (Lipoprotein geringer Dichte) aus dem Blut "fischen". LDL, dass hauptverantwortlich für die meisten Schäden des Körpers, die durch einen zu hohen Cholesterinspiegel erzeugt werden, ist, wird so aus dem Blutkreislauf entfernt, wodurch sich der LDL-Spiegel im Blut verringert. Wirkungen des LDL wie Arteriosklerosewerden so verringert.


  • Statine als Immunmodulatoren

Vertreter, Studien

siehe auch unter Cholesterin

Atorvastatin

siehe Hauptartikel

Cerivastatin

  • Handelsnamen: 'Lipobay®, Baycol®, Zenas®
  • Ersthersteller: 'Bayer AG'
  • Kommentar: Lipobay® ist auf Grund seiner Nebenwirkungen 2001von den Firmen Bayer AG und Fournier vom Markt genommen worden. Nach der Datenlage mit Stand vom 10. September 2001 wurde insgesamt über 19 Verdachtsfälle von tödlichen Nebenwirkungen (Rhabdomyolysen) im zeitlichen Zusammenhang mit einer Statin-Behandlung (alle Statine!) berichtet. Bei den zehn Cerivastatin betreffenden Fällen dürfte das Medikament in vier Fällen und damit gegenüber anderen Statinen statistisch signifikant häufiger tatsächlich zum Tode des Patienten geführt haben. Die Marktrücknahme war somit nach derzeitiger Erkenntnis aufgrund vorhandener Alternativpräparategerechtfertigt.

Studien:

Fluvastatin

  • Handelsnamen:' Cranoc®, Lescol® und Fractal®
  • Ersthersteller:'Fujisawa'
  • Studien: ALERT
  • Kommentar: Fluvastatin gilt als eines der wirkschwächeren, aber auch als das am besten verträgliche Statin und wird von den Firmen Astellas Pharma GmbHund Novartisvertrieben.

Lovastatin

  • Handelsnamen: Mevinacor® + Generika
  • Ersthersteller:
  • Studien: Lovastatin Study Group III

Kommentar: Lovastatin war eines der Statine, mit dem Merck 1980 die ersten (Tierversuchs-) Studien begann. Da jedoch Sankyo eine Studie mit dem fast strukturgleichen Compactin wegen eines gehäuften Auftretens von Nebenwirkungen abbrach, beendete auch Merck vorerst die Studien.

Pravastatin

  • Handelsnamen: Mevalotin® / Pravasin® + Generika
  • Ersthersteller: Sankyo Pharmceuticals Ltd.; Tokyo, Japan
    / Bristol Myers Squibb
  • Studien: ALLHAT

Rosuvastatin

der neueste Vertreter auf dem Markt mit der vermutlich stärksten Cholesterin senkenden Wirkung. Studien zur Sicherheit liegen für etwas 6500 Patientenjahrevor, die Rate unerwünschter Wirkungen scheint bisher noch den deutschen Markteintritt zu verhindern. Das Profil der Nebenwirkungenentspricht dem der anderen Statine.

  • Kommentar: Für eine genaue Einschätzung von Nebenwirkungen und Wirkung bezüglich klinischer Endpunkte sind mehr Patientenjahre und eine längere Beobachtungszeit beim Einzelpatienten zu fordern.
  • Handelsnamen: Crestor
  • Ersthersteller: AstraZeneca
  • Studien:

Simvastatin

  • Handelsnamen: Zocor + Generika
  • Ersthersteller:Merck Sharp & Dohme Chibret AG (MSD)
  • Studien: 4S, Heart Protection Studie

Nebenwirkungen

Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen aller bekannten Gruppen von Cholesterinsenkungspräparaten, auch von Statinen, gehören sogenannte toxischeMyopathien, dabei handelt es sich um strukturelle und funktionelle Veränderungen der Skelettmuskulatur. Die schwerste Form einer toxischen Myopathie ist die Rhabdomyolyse, die sich unter anderem in einer vollständigen Lähmung aller vier Gliedmaßen äußert und häufig tödlich verläuft. In der Literatur sind bis zum Jahr 2003 ca. 3350 Fälle einer durch Lipidsenker ausgelösten Rhabdomyolyse beschrieben worden. Mehr als 100 tödlich verlaufende Fälle von Rhabdomyolyse im Zusammenhang mit der Einnahme von Cerivastatin (Lipobay) führten im Jahr 2001 dazu, dass das Präparat vom Markt genommen werden musste.

Die Einnahme von Statinen im ersten Schwangerschaftsdrittel führt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu schwersten Schädigungen des Kindes, die zum Teil schwerwiegender sind als die bekannten Folgen der Einnahme von Conterganwährend dieser Schwangerschaftsphase. Zwar ist die Einnahme von Statinen in der Schwangerschaft kontraindiziert, die Verschreibung an Frauen im gebärfähigen Alter jedoch nicht grundsätzlich.

Mindestens 60 Fälle von totalem Gedächtnisverlust im Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen sind in der Literatur beschrieben worden. Darüberhinaus gibt es Hinweise auf ein Nachlassen der Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit sowie auf erhöhte Aggressivität und erhöhte Reizbarkeit im Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen.

Als weitere mögliche Nebenwirkungen der Einnahme von Statinen werden genannt: Leberschäden, Kopfschmerz, Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Sodbrennen, Blähungen, Bauchschmerz, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Gelenkschmerz, Lichtempfindlichkeit, Blutarmut, Nervenschädigung und Haarausfall.

Darüberhinaus werden genannt:

  • Häufig (1-10%): Muskelschmerzen (Myalgien) und -krämpfemit Anzeige eines Muskelschadens(Laborwerte), Magen-Darm-Störungen, grippeähnliche Beschwerden, Infektionen, Hauterscheinungen (Ekzeme).
  • Gelegentlich (weniger als 1%): Hinweis auf Leberschaden (Laborwerte).
  • Selten: Störungen des sexuellen Reaktionsvermögens, Überempfindlichkeitsreaktionen

Gefäßentzündungen.

Statine können möglicherweise reduzierend in den körpereigenen Q-10 Stoffwechsel eingreifen. Q-10 Präparate führen als Nahrungsergänzung ggf. zum Rückgang der Muskelschmerzen. Neuere Untersuchungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen. ((Hierzu: Dr. med. Markus P. Look; Arzneiverordnung in der Praxis 2004; 31(3):64-65))

Markt

Atorvastatin ist das weltweit am meisten verkaufte Medikament. Es erreicht im Jahr 2004 Umsätze von 10,7 Milliarden US-Dollar.

Quellen

  • Weiss, Hans: 3 x täglich, Kiepenheuer & Witsch Verlag, 1. Auflage 2003. 1188 S.



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