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Kapsel (Medikament)

Bild:Kapseln.JPG
Kapseln

Eine Kapsel ist eine feste Arzneiformmit einer Dosis eines Arzneistoffes. Meist werden Kapseln peroralangewendet, es gibt aber auch Kapseln zur oralen, vaginalenoder rektalenAnwendung.

Kapseln bestehen aus einer Kapselhülle und einer Füllung. Die Hülle besteht heute meist aus Gelatine, gelegentlich aus Papier, früher auch aus Stärkeoder Leim. In der Kapselhülle befindet sich eine Füllung mit dem/den Wirkstoffenund den verschiedenen Hilfsstoffen. Die Füllung kann aber auch aus Flüssigkeiten, Granulaten, Tablettenoder (kleineren) Kapseln bestehen.Man unterscheidet auch zwischen Gelatine-Steckkapseln und Weichgelatine-Kapseln.

Kapseln sind eine relativ einfach herzustellende Arzneiformen, die auch gelegentlich in der Apothekeindividuell hergestellt werden können.

Verwandte Arzneiformen: Tablette, Dragée, Pille, Filmtablettenen:Capsule fr:Gélule pt:Cápsula es:Cápsula

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Kapselarten
    • 1.1 Stärkekapseln
    • 1.2 Hartgelatinekapseln
    • 1.3 Weichgelatinekapseln
    • 1.4 Mikrokapseln

Kapselarten

Stärkekapseln

Stärkekapseln werden in speziellen Oblatenbäckereien aus Weizenstärke und Weizenmehl hergestellt. Es gibt zwei verschiedene Formen. Die erste Form besteht aus einer Schüssel und einem Deckel (größerer Durchmesser). Die zweite Form besteht aus zwei gleichen Teilen, die nach der Abfüllung am Rand zusammen geklebt werden. Das Fassungsvermögen von Stärkekapseln liegt zwischen 0,2 und 1,5 g Pulver. Zur Erleichterung der Einnahme der Kapseln werden diese kurz in Wasser getaucht. Dadurch wird die Kapsel schlüpfrig, zerfällt aber nicht. Stärkekapseln sind ausschließlich zur Aufnahme von trockenem Pulver geeignet. Wegen der Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung und vor allem wegen der unbefriedigenden Zerfalleigenschaften, finden Stärkekapseln heute keine Bedeutung mehr.

Hartgelatinekapseln

Sie werden aus einer Gelatinemasse ohne Weichmacher hergestellt. Hartgelatinekapseln bestehen aus zwei ineinander steckbare Kapselhälften, die es in acht verschiedenen Größen gibt. Zur Erhaltung der Festigkeit und Elastizität der Kapseln, dürfen sie nicht zu trocken aber auch nicht zu feucht gelagert werden. Hartgelatinekapseln dienen fast ausschließlich der Aufnahme von festen Zubereitungen (Pulver, Granulate, Pellets, Mikrokapseln). Für eine gleichmäßige Dosierung sind eine möglichst einheitliche Korngröße und ein gutes Fließvermögen der Zubereitung erforderlich. Damit Hartgelatinekapseln eine mechanische Stabilität erhalten, haben Kapselober- und unterteil eine Rille. Beim Verschließen der Kapsel rasten die beiden Rillen ineinander ein. Das ist die so genannte Snap-fit-Verbindung. Ist der Inhaltsstoff der Kapsel besonders feuchtigkeitsempfindlich, kann die Kapsel auch zugeklebt, zugeschweißt oder mit einer Banderole versehen werden.

Weichgelatinekapseln

Weichgelatinekapseln gibt es in vielen unterschiedlichen Formen. Sie besitzen gegenüber den Hartgelatinekapseln eine dickere, aber elastischere, weiche Hülle. Die Elastizität wird durch Zugabe von Weichmachern, wie Sorbitol oder Glycerol, erreicht. Weichgelatinekapseln werden bevorzugt zur Aufnahme flüssiger und halbfester Zubereitung genommen. Lediglich wässrige oder hygroskopische Flüssigkeiten sind wegen der Auflösung der Gelatinehülle von der Anwendung ausgeschlossen. Rektal- und Vaginalkapseln besitzen dieselben Eigenschaften.


Mikrokapseln

Mikrokapseln sind feste Partikel oder Flüssigkeitströpfchen, die mit einem Gelatinemantel überzogen werden. Sie haben eine Größenordnung von Mikrometer bis zu wenigen Milimeter. Mikroverkapselte Substanzen sind rieselfähige Pulver und werden meist als Zwischenprodukt in der Arzneiformung eingesetzt. Die Vorteile von Mikroverkapslung sind, dass Flüssigkeiten sich in trockene Pulver überführen lassen und ohne Schwierigkeiten zur Feststoffzubereitungen verarbeitet werden können. Unangenehme Gerüche oder Geschmäcker können so verdeckt werden. Flüchtige Stoffe werden fixiert. Das Hüllmaterial der Mikrokapseln bietet Schutz vor äußeren Einflüssen. Durch die Mikroverkapslung lassen sich auch unverträgliche Arzneistoffe miteinander verarbeitet. Durch die entsprechende Verarbeitung können auch magensaftresistente Kapseln oder Kapseln mit verzögerter Wirkstofffreisetzung hergestellt werden.




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kapsel (Medikament) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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