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Haptische Wahrnehmung

Als haptische Wahrnehmung (griech.: haptikos = greifbar, umgangssprachlich auch Tastsinn) bezeichnet man eine Sinneswahrnehmungvon Lebewesen, mit der bestimmte mechanische Reize wahrgenommen werden können. Die Gesamtheit der haptischen Wahrnehmungen erlaubt es dem Gehirn, Berührungen, Druckund Temperaturenzu lokalisieren und zu bewerten. Es wird unterschieden zwischen

  • taktiler Wahrnehmung(Oberflächensensibilität) und
  • kinästhetischer Wahrnehmung(Tiefensensibilität).

Die Lehre von der haptischen Wahrnehmung wird als Haptik bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Säugetiere
  • 2 Fische
  • 3 Siehe auch
  • 4 Weblinks

Säugetiere

Der Tastsinn der Säugetierebeschreibt die Wahrnehmung mechanischer Umwelteinflüsse über verschiedene Mechanorezeptorender Hautoder besondere Tasthaare. Die mit den haptischen Wahrnehmungen verbundenen Informationen ermöglichen es dem Gehirn, Berührungen, Drücke und Temperaturen zu lokalisieren und zu bewerten. Die Aufnahmekapazität (beim Menschen) beträgt pro Sekunde etwa 1 Million Bit.

Die Weiterleitung der verschiedenen Reizegeschieht über unterschiedlich schnelle Nervenzellen. Durch Verschaltungen wird eine Adaptionermöglicht, die es gestattet, überflüssige Informationen (beim Menschen z.B. durch die Kleidung) zu unterdrücken, welche sonst eine "Überlastung des Systems" hervorrufen würden.

Im Einzelnen werden unterschieden:

Qualität Rezeptor Charakter Adaption
Druck Merkel-ZellenRuffini-Körperchen Intensitätsdetektoren (Proportional) langsam
Berührung Meissner-KörperchenHaarfollikelrezeptoren Geschwindigkeitsdetektoren (Differential) schnell
Vibrationen Vater-Pacini-Körperchen Beschleunigungsdetektoren sehr schnell
Schmerz Freie Nervenendigung (Nozizeptor) nicht adaptierend
Temperatur Warm-Rezeptorund Kalt-Rezeptor Proportional und Differenzial Adaption zwischen 20 und 40 Grad Celsius


Die haptische Wahrnehmung ist für Säugetiere von Bedeutung, weil sie ihnen ermöglicht, auf Gefahrenzu reagieren. Die Rezeptorensind im Körperunterschiedlich dicht verteilt. An den Fingerspitzenund der Zungenspitzesind sie besonders dicht (1-5 mm Abstand) und am Rücken(> 60 mm) sehr weit voneinander angeordnet.

Durch den Tastsinn können Reflexeausgelöst werden. Ein Beispiel wäre ein Stachel, der rechtzeitig gespürt wird, um sich zurückzuziehen.

Fische

Fische besitzen einen Ferntastsinn durch ihre Seitenlinienorgane. Diese bestehen aus Sinneszellen, die in Reihen an der Oberfläche seitlich in Hautkanälchen liegen. Sie beginnen am Kopf und setzen sich als Seitenlinie am Rumpf fort. Im Inneren des Kanals sind Sinneszellen, durch Poren steht der Kanal mit dem umgebenden Wasser in Verbindung. Die Seitenlinienorgane reagieren auf den Staudruckdes Wassers. Dies informiert den Fisch über Richtung und Geschwindigkeit des Wassers.

Siehe auch

  • Fingerbeere
  • Psychophysik

Weblinks

  • Grundlagen der Haptik
  • Virtuelle Realität und die Rolle von Haptik, Uni Regensburg



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Haptische Wahrnehmung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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