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Mit der Sättigung signalisiert der Körper, dass die Nahrungsaufnahmebeendet werden soll. Das Gefühl des Sattseins entsteht im Gehirn. Der Auslöser des Gefühls ist das Erreichen eines Glykogenniveausin der Leberund zum geringen Teil auch die Füllung des Magens.
Neben diesesn physiologischenFaktoren scheinen nach neuesten Erkenntnissen aber auch psychologischeFaktoren bei der Vermittlung des Sättigungsgefühls eine wichtige Rolle zu spielen. So haben Forscher der Cornell-Universitätin Ithaca(USA) 2005entdeckt, dass optischeEindrücke das Sättigungsgefühl sogar stärker bestimmen als die tatsächliche Magenfüllung: eine Person isst i.d.R. - unabhängig von der tatsächlich aufgenommenen Nahrungs- und Kalorienmenge- solange, bis sich der Teller sichtbar leert. Dabei fühlt sie sich nach größeren Portionen weder stärker gesättigt, noch ist ihr die höhere Kalorienaufnahme bewusst. Eine sinnvolle Strategie zur Kalorienzufuhr bei einer Diätist es demnach, kleinere Teller und Gefäße zu benutzen und diese gut zu füllen, da ein Mensch die Nahrungsmenge vor Beginn und während einer Mahlzeit hauptsächlich anhand optischer Kriterien abzuschätzten scheint (siehe: Obesity Research, 2005, Bd. 13, S. 93).
Von vergleichbarem Wert ist es, volumenreiche Nahrung zu bevorzugen, insbesondere Obst und Gemüse, die stark wasserhaltig sind. Dagegen sind im Interesse der Verringerung der Kalorienzufuhr Produkte, die wegen hoher Anteile tierischer Fette und/oder Zucker bei wenig Masse viel Energie liefern, in der Regel zu vermeiden. Ratsam ist es auch, vor den Mahlzeiten eine gute Portion Wasser zu trinken, da dies durch die Beschäftigung von Magen und Darm schon eine gewisse Sättigung herbeiführt. Im Gegensatz zum Hungergefühl, das durch die Aktivierung des langlebigen Neurohormons Serotoninzentralnervös für viele Stunden abgeschaltet werden kann, hat jede zentralnervöse Hergeiführung der Sättigung nur eine zeitlich begrenzte Wirkung. Denn die Sättigungshormone, voran Cholezystokinin, haben nur eine "Halbwertzeit" von wenigen Minuten.
Die Bedeutung der Sättigung bei der Bekämpfung der Adipositasund Erlangung der Kontrolle über das Körpergewicht versteht sich nur im physiologisch vorgegebenen Wechselspiel von Appetit, Hungerund Sättigung. Der Appetit, der im Limbischen System entsteht und der Hunger, der im Esszentrum des lateralen Hypothalamus kontrolliert wird, treiben zum Essen an, wobei die Anwesenheit von Appetit oder Hunger jeweils allein reicht um den Essreiz auszulösen. Nur die Sättigung, die zentralnervös in den ventromedialen Nuclei des Hypothalamus gesteuert wird, beendet jeden Drang zum Essen. Die fälschlich so genannten "Appetitzügler" setzen durchweg über die Aktivierung des Esshormons Serotoninam Hungergefühl an, der Appetit wird dadurch auf keine Weise verringert. Der Einsatz eines solchen Produkts kann daher immer nur eine Hilfe zu den umfassenden Bemühungen um eine grundlegende Änderung des Ess- und Bewegungsverhaltens sein, ohne die Gewichtsprobleme nicht nachhaltig zu lösen sind. Man denke nur an den gefürchteten Jojo-Effekt. Ist indes der Hunger beseitigt und nutzt man klug die Möglichkeiten, immer wieder ohne viel Kalorien eine Sättigung zu erreichen, kann man mit guter Motivationund viel Geduld des Problems Herr werden.
Weblinks
- www.wissenschaft.de: Was wirklich satt macht- Körpereigenes Hormon (Oxyntomodulin) vermittelt Sättigungsgefühl und könnte Übergewicht eindämmen
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