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COPD steht als Abkürzung für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ? engl.: chronic obstructive pulmonary disease ? und bezeichnet damit als Sammelbegriff eine Gruppe von Krankheiten, die durch Husten, vermehrten Auswurfund Atemnotbei Belastung gekennzeichnet sind. Eine volkstümliche Bezeichnung ist ?Raucherhusten?.
In erster Linie sind die chronisch-obstruktive Bronchitisund das Lungenemphysemzu nennen. Beide Krankheitsbilder sind dadurch gekennzeichnet, dass vor allem die Ausatmung (Exspiration) behindert ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Epidemiologie
- 2 Ursachen
- 2.1 Rauchen
- 2.2 Umweltverschmutzung
- 2.3 Berufliche Belastung
- 2.4 Infektionen
- 2.5 Vererbung
- 3 Diagnose und Stadieneinteilung
- 3.1 Stadium 0: COPD-Risiko
- 3.2 Stadium I: Leichte COPD
- 3.3 Stadium II: Mäßige COPD
- 3.4 Stadium III: Schwere COPD
- 4 Behandlung
- 4.1 Medikamente
- 4.2 Atemhilfe
- 4.2.1 Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT)
- 4.2.2 assistierte Beatmung
- 5 Siehe auch
- 6 Weblinks
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Epidemiologie
Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland3 bis 5 Millionen, in den USAetwa 16 Millionen und weltweit etwa 600 Millionen Menschen an einer COPD erkrankt sind. Damit muss von einem globalenProblem gesprochen werden. In den USA stellt die COPD die vierthäufigste Todesursachedar: Man kann von einer Volkskrankheitsprechen. Von den zehn häufigsten zum Tod führenden Krankheitenist sie die einzige, deren Häufigkeit zunimmt.
Seit 2001 versucht die von der WHOund vom NIH(National Institute of Health) ins Leben gerufene GOLD, weltweit ein optimiertes Vorgehen in der Diagnose und Behandlung der COPD durchzusetzen.
Ursachen
Rauchen
Beinahe 90 Prozent aller COPD-Patienten sind Raucheroder ehemalige Raucher, wobei das Ausmaß der Veränderungen mit der Anzahl der Packungsjahrein direktem Zusammenhang steht. Rauchen führt zu einer hohen Konzentration an freien Sauerstoffradikalen(Superoxide, Wasserstoffperoxid, hypochlorige Säure) im Atemtrakt? siehe Zigarettenrauch. Auch Passivrauchensteht in engem Zusammenhang mit Hustenund Sputumproduktion.
Allerdings wird anhand regelmäßiger Untersuchung der Atemfunktion nur bei 15 bis 20 Prozent aller Raucher über die Jahre eine Abnahme der Atemleistung in einem Ausmaß festgestellt, dass die Entstehung einer COPD mit großer Wahrscheinlichkeit vorherzusagen ist.
Die weltweite Zunahme der COPD wird in erster Linie auf die Zunahme von Raucherinnen zurückgeführt, da die COPD-Prävalenzbei Männern inzwischen ein Plateauerreicht hat.
Umweltverschmutzung
Eine Zunahme der Beschwerden von COPD-Patienten kann mit einer hohen Belastung der Atemluft durch Schwefeldioxidin direkten Zusammenhang gebracht werden. Dies gilt jedoch nicht für eine Umweltbelastung durch Stickstoffdioxid.
Berufliche Belastung
Eine chronische Bronchitis, möglicherweise mit asthmatischer (?asthmoider?) Komponente, kommt vermehrt bei Personen vor, die sich organischen oder anorganischen Stäubenaussetzen. Sie wird bei Arbeitern in Baumwollfabriken, Webereien und Seilereien gehäuft diagnostiziert. Ebenso wird die Expositiongegenüber chemischen Agentien, z. B. Säuren, Basen, toxischen Gasen oder inhalierbaren, dampfförmigen Flüssigkeiten, als Risikofaktor angesehen (z. B. Isocyanatein der Kunststoffindustrie).
Infektionen
EpidemiologischeStudien weisen auf einen Zusammenhang zwischen akuten Atemwegsinfekten und der Entstehung einer COPD. Es gibt Hinweise, dass viraleLungenentzündungenim Kindesalter die spätere Entwicklung einer COPD begünstigen. Abgesehen von Rhinovirensind bislang jedoch keine Erregerals Verursacher von Exazerbationendingfest gemacht worden.
Vererbung
Ergebnisse der Zwillingsforschunglassen darauf schließen, dass auch genetische Aspekte eine Rolle bei dieser Krankheitsentwicklung spielen. Alpha1-Antitrypsinmangelscheint hier einen wichtigen Faktor darzustellen.
Diagnose und Stadieneinteilung
Die Diagnose richtet sich nach den Beschwerden des Patienten, in erster Linie aber nach den Ergebnissen der Lungenfunktionstests. Folgende Einteilung entspricht den aktuellen Richtlinien der GOLDaus dem Jahr 2003:
Stadium 0: COPD-Risiko
Zu Beginn der Erkrankung können sich die Symptome auf ein Giemenbei forcierter Ausatmung beschränken. Ein normales forciertes Ausatmungsvolumen in der ersten Sekunde der Exspiration (FEV1) schließt das Vorhandensein einer COPD aus ? bei Vorliegen von chronischem Hustenund Auswurfvor allem bei Rauchern wird dieser Zustand somit als Stadium 0 (Risiko-Stadium) bezeichnet.
Stadium I: Leichte COPD
Als Stadium I wird der Abfall des FEV1auf unter 70 Prozent des altersbezogenen Sollwerts bezeichnet.
Stadium II: Mäßige COPD
FEV1 30 bis 80 Prozent des Sollwerts und FEV1/FVC < 70 Prozent des Sollwerts
Stadium III: Schwere COPD
FEV1 < 30 Prozent des Sollwerts und FEV1/FVC < 70 Prozent des Sollwerts oder FEV1 < 50 Prozent des Sollwerts und klinische Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienzoder respiratorischen Insuffizienz(Hypoxämieoder Hyperkapnie).
Behandlung
Das Behandlungsziel besteht darin, das Fortschreiten der Erkrankung zu mindern oder zu stoppen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Voraussetzung jeder sinnvollen Behandlung ist, zunächst schädigende Einflüsse auszuschalten. Dazu muss das Rauchen aufgegeben werden, auch Passivrauchen ist zu vermeiden.
Medikamente
Medikamentös sind zur Zeit (2005) Anticholinergika(zum Beispiel Ipratropiumbromid, Oxitropiumbromid und Tiotropiumbromid) Mittel der ersten Wahl. Sie wirken bronchialerweiternd und länger als Beta-2-Agonisten(beispielsweise Formoterolund Salmeterol). Es handelt sich bei diesen Präparaten um Inhalationslösungen, Dosieraerosoleoder -pulver.
Atemhilfe
Bei chronischer respiratorischer Insuffizienz gibt es zwei Möglichkeiten der Atemhilfe: die Sauerstoff-Langzeittherapie und die assistierte Beatmung.
Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT)
Liegen bei der Blutgasanalysedie Werte des Sauerstoffpartialdrucks (pO2) dauerhaft unter 60 mm Hg (schwere Hypoxämie) und sind die pCO2-Werte nicht stärker erhöht, spricht man von einer Partialinsuffizienz. Dann kann eine langfristige Zufuhr von Sauerstoff über eine Nasenbrille das Befinden erheblich bessern und Komplikationen wie Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) und Rechtsherzinsuffizienz zurückhalten. Die Behandlung muss täglich über mindestens 16 Stunden durchgeführt werden. Zur Anwendung zuhause gibt es verschiedene Systeme (Flüssigsauerstoff, Sauerstoff-Konzentrator).
assistierte Beatmung
Sind die pCO2-Werte dauerhaft erhöht (Hyperkapnie), ist Hilfe über eine assistierte Beatmungmöglich. Auch hier kann die Behandlung mit geeigneten Geräten zu Hause durchgeführt werden.
Siehe auch
- COPD (Studien)
- Asthma bronchiale
- akute Bronchitis
- Atmung
Weblinks
- COPD Info-Seite (deutsch)
- Medinfo.de - Links zum Thema COPD
- Mailingliste zum Thema Lungenemphysem-COPD
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel COPD aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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