Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



Zurück
[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Polyhydramnion

Als Polyhydramnion wird in der Pränatalmedizineine überdurchschnittlich große Menge Fruchtwassermit einem Fruchtwasserindex(AFI) von über 25cm oder mit einem großen Fruchtwasserdepot über 8cm (am Termin mehr als zwei Liter) bezeichnet.

Häufigkeit und mögliche Ursachen

Ein Polyhydramnion tritt bei etwa 1% aller Schwangerschaftenauf. Gehäuftes Vorkommen wird beobachtet beim Vorliegen einer Diabetes mellitusder Schwangeren (Gestationsdiabetes).

Zudem kann es zur Ansammlung von Fruchtwasser kommen, wenn das heranwachsende Kind kein oder nur recht wenig davon trinkt

Bei bis zu 20% der Fälle mit Hydramnion finden sich Besonderheiten beim ungeborenen Kind. Ein Polyhydramnion gilt als sonografischer Softmarkerfür:

    • Achondroplasie(kurzgliedriger Minderwuchs)
    • Anenzephalie
    • Beckwith-Wiedemann-Syndrom
    • Begleitsymptom bei Hydrops fetalisund pränatalerInfektion
    • Chorangion(beninger Gefäßtumor der Plazenta)
    • Down-Syndrom(Trisomie 21)
    • Duodenalstenose(Verengung des Zwölffingerdarms)
    • Fallot'sche Tetralogie(Herzfehlerbestehend aus vier bestimmten Fehlbildungen)
    • Fetofetales Transfusionssyndrom(Polyhydramnion beim Akzeptor/ dem größeren Zwilling)
    • Fryns-Syndrom
    • Ösophagusstenoseoder Ösophagusatresie(Verengung oder Verschluss der Speiseröhre)
    • Jejunalstenose(Verengung des Leerdarms)
    • konnetale Lues(Infektion der Schwangeren mit der Spinrochäte Tremponema pallidum/ Erreger der Syphilisführt zur Erkrankung des Ungeborenen)
    • konnataleWindpocken/ Varizellen (Varizella-Zoster-Virus-Infektion der Schwangeren; das Risiko einer Ansteckung des ungeborenen Kindes liegt bei weniger als 5%)
    • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
    • Majewski-Syndrom(Short-Rib-Polydaktylie-SyndromTyp II / Hydramnion ab dem zweiten Trimester feststellbar)
    • Mediastinalverschiebung(Verschiebung des Mittelfells)
    • Mekoniumperitonitis(Darmperforation)
    • Multiple-Pterygien-Syndrome
    • Neu-Laxova-Syndrom
    • Pätau-Syndrom(Trisomie 13)
    • Pena-Shokeir-Syndrom(Pseudo-Trisomie 18)
    • Rhesusinkompatibilität(Morbus haemolyticus fetalis)
    • Ringelröteln(Infektion der Schwangeren mit dem Parvo-B-19-Virus/ Polyhydramnion in schweren Fällen feststellbar)
    • Schluckstörungen (muskulär bedingt oder zentral bedingt)
    • Steißbeinteratom(Teratom/ Keimzelltumorin der Sakrokozygealregion)
    • Teratome/ Keimzelltumoreim Gehirnmit zystischenund soliden Bereichen (Hydramnion kann sich aufgrund einer begleitenden Schluckstörung entwickeln)
    • Toxoplasmose-Infektion der Schwangeren, die sich über die Plazenta(transplazentar) oder kongenital auf das ungeborene Kind überträgt und in etwa 10% der Fälle schwere Erkrankungen hervorruft
    • VACTERL-Assoziation
    • Vergrößerung der Schilddrüsebeim Ungeborenen (fetalesStruma, meist aufgrund einer Hypothyreose/ bei 70% der Kinder, bei denen die Schwangere Morbus Basedowhat)
    • Zwerchfellhernie(Durchbruch des Zwerchfells)
    • Zystische Fibrose(Mukoviszidose)

Behandlung

Bildet sich das Polyhydramnion nicht von selbst zurück, kann die Möglichkeit einer Fruchtwasserentlastungspunktionin Erwägung gezogen werden. Dabei wird die Fruchtblase mit einer Hohlnadel punktiert und durch einen eingeführten Katheterwird das überschüssige Fruchtwasser abgelassen.

siehe auch

  • Oligohydramnion



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Polyhydramnion aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
  Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.