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Triple-Test

Der Triple-Test (auch bezeichnet als MoM-Test: MoM = Multiples of Median, englisch: Das Vielfache der mittleren Konzentration) ist eine aufgrund der vergleichsweise unsicheren Ergebnisse, die er bringt, umstrittene Methode der Pränataldiagnostik, bei der auf Basis der Konzentration von drei (lat. tri = drei) Hormonenim Blutder Schwangerenversucht wird, Rückschlüsse auf Besonderheiten beim ungeborenen Kind zu ziehen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Untersuchungszeitpunkt
  • 2 Was wird untersucht?
  • 3 Auswertung
  • 4 Einflüsse auf das Ergebnis
  • 5 Kritik
  • 6 Weblinks
  • 7 Siehe auch

Untersuchungszeitpunkt

Der Triple-Test kann von etwa der 14. bis zur abgeschlossenen 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Er ist kein Routinetest und seit Oktober 1998 zahlen die Krankenversicherungen aufgrund der unsicheren Ergebnisse, die der Test bringt, die Untersuchung nicht mehr. Wenn die Schwangere bzw. das Elternpaar es wünscht wird der Triple-Test üblicherweise zwischen der 16. und 17. Schwangerschaftswoche gemacht, muss jedoch von den Eltern selbst bezahlt werden.

Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, die Schwangere vor der Untersuchung ausführlich zu beraten und die Vor- und Nachteile in verständlicher Art und Weise zu erörtern. Dazu gehört auch der Hinweis darauf, dass allein durch die Untersuchung keine Diagnosen möglich sind, sondern bei einem Verdacht weitere, zum Teil harmlose, zum Teil invasive und vergleichsweise risikoreiche Untersuchungen folgen müssten, um eine Diagnose zu erhalten.

Was wird untersucht?

Der Triple-Test beinhaltet eine Untersuchung des Blutes der werdenden Mutter.

Bestimmt wird dabei die Konzentration von drei Hormonen:

  • ?1-Fetoprotein (Alpha-1-Fetoprotein)
  • freies Estriol (E3)
  • freie ß-Kette des Choriongonadotropins (ß-hCG).
  • Wird beim Triple-Test der Wert des Inhibin A(InhA / Follikulostatin/ X-Hormon) mitbestimmt und ausgewertet, spricht man vom Quadruple-Test.

Die Hormonkonzentrationen werden im Computer ausgewertet. Die ermittelten Werte sind oft in MoM angegeben, daher auch die Bezeichnung MoM-Test als Synonymfür Triple-Test. Der MoM-Wert besagt, um das Wievielfache der jeweilige Hormonwert höher oder niedriger ist als der durchschnittliche Wert.

Auswertung

Unter Berücksichtigung des mütterlichen Alters, des Körpergewichts der Schwangeren, vorausgegangenen Schwangerschaften mit einem Kind mit Chromosomenbesonderheit sowie der genauen Schwangerschaftsdauer (Gestationsalter/Schwangerschaftsalter) zum Zeitpunkt der Blutabnahme wird u.a. eine Durchschnittswahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom(Trisomie 21) beim Säugling errechnet.

Bei manchen Schwangeren, die ein Kind mit Down-Syndromerwarten, sind die Werte für Alpha-1-Fetoproteinund E3 vermindert, für ?-hCG sind sie dagegen erhöht.

Deutliche Erhöhungen der Werte können neben einer Chromosomenbesonderheitauch auf eine Mehrlingsschwangerschaftoder Komplikationen wie z.B. Blasenmoleoder ein Chorion-Karzinomhinweisen, die allerdings nichts mit dem Säuglingzu tun haben.

Das Alpha-1-Fetoproteinwird vom Rückenmarkdes Säuglings gebildet. Eine deutlich erhöhte Alpha-1-Fetoprotein-Konzentration kann auf eine offene Fehlbildungder Bauchwandoder des Neuralrohrshinweisen (z.B. Bauchwanddurchbruch, Spina bifida, Anencephalie), da bei diesen Besonderheiten das Alpha-1-Fetoproteinins Fruchtwasserund darüber auch ins Blut der Schwangeren gelangt.

Allerdings zeigen erhöhte Alpha-1-Fetoprotein-Werte lediglich in etwa zwei bis drei von 100 Fällen solche Besonderheiten beim Kind an, denn erhöhte Alpha-1-Fetoprotein-Werte liegen auch bei z.B. Mehrlingsschwangerschaftenoder ungenau angegebenem Schwangerschaftsalter vor. Die gemessenen Werte lassen daher keine genaue Aussage darüber zu, welche Besonderheit beim Kind vorliegen könnte.

Einflüsse auf das Ergebnis

Das Ergebnis des Triple-Tests wird durch viele Faktoren beeinflusst:

Häufig ist z.B. die zu Grunde gelegte Schwangerschaftsdauer nicht exakt. Selbst Abweichungen von nur einer Woche können bereits extreme Schwankungen der errechneten Wahrscheinlichkeit hervorrufen.

So bescheinigt der Test z.B. durchschnittlich 100 von 1.000 Schwangeren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür, dass ihr Kind ein Down-Syndromhat. Von diesen 100 Frauen erwartet aber dann nur eine tatsächlich ein Kind mit dieser chromosomalen Besonderheit.

Durchschnittlich 40 von 1.000 Frauen wird eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit einer Neuralrohrfehlbildung (z.B. einer Form von Spina bifidaoder Anencephalie) bescheinigt. Tatsächlich erwarten nur zwei dieser 40 Frauen ein Kind mit Spina bifida, bei Anencephalie sind es noch weniger.

Kritik

Der Test dient dazu, diejenigen Schwangeren zu identifizieren, die eine statistisch gesehen erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, ein Kind mit einer chromosomalen Besonderheit oder einer Neuralrohrfehlbildungzu erwarten, damit ihnen speziell eine weiterführende Diagnostik empfohlen werden kann, denn es handelt sich beim Triple-Test lediglich um einen Suchtest und nicht um eine diagnostische Untersuchung. Aufgrund dessen wird ein Teil der Kinder mit einer entsprechenden Besonderheit nicht erkannt (Restrisiko durch ein falsch negativesErgebnis) und der Test liefert vielfach falsche Prognosen (falsch positivesErgebnis).

Der Test bringt eine auf Statistiken beruhende individuelle Wahrscheinlichkeitsangabe, deren Aussagekraft bei vermuteter Chromosomenbesonderheitggf. durch eine invasive Untersuchung (z.B. Chorionzottenbiopsieoder Amniozentese) abgeklärt werden müsste. Denn nur durch eine Chromosomenanalyselassen sich chromosomale Besonderheiten mit hoher Sicherheit diagnostizieren.

Bei vermuteter körperlicher Auffälligkeit kann eine Abklärung meist durch nach heutigem Wissen für Mutter und Kind ungefährliche Feinultraschall- bzw. durch 3D-Ultraschall- oder 4D-Ultraschalluntersuchungenerfolgen.

Weblinks

  • Hormonverläufe in der Schwangerschaft

Siehe auch

  • Pränataldiagnostik

Weitere Untersuchungsverfahren der Pränataldiagnostik:

Double-Test- First-Trimester-Screening- Sonografie(Ultraschall) - Feinultraschall(Organscreening) - Doppler-Sonographie- 3D-Ultraschall- 4D-Ultraschall- Nackentransparenz(NT-Screening/Nackenfaltenmessung) - Chorionzottenbiopsie- Amniozentese- FisH-Test(pränataler Schnelltest) - Nabelschnurpunktion

Von "http://de.wikipedia.org/Triple-Test"



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