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Zwillinge

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Zwillingen als Geschwisterbeziehung. Andere Bedeutungen siehe Zwilling (Begriffsklärung).

Zwillinge (lat.: gemini) sind genau zwei Kindereiner Mutter, die innerhalb der gleichen Schwangerschaft herangewachsen sind und in der Regel im Verlauf des gleichen Geburtsvorgangeszur Welt kommen.

Bild:William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) - Charity (1859).jpg
Zwillinge

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Formen der Zwillingsbildung
    • 1.1 Formen eineiiger Zwillinge
    • 1.2 Formen zweieiiger Zwillinge
  • 2 Häufigkeit von Zwillingsgeburten bei Menschen
  • 3 Zwillingsforschung
  • 4 Unterschiede zwischen eineiigen Zwilligen
  • 5 Das Wort Zwilling
  • 6 Berühmte Zwillinge in Realität und Literatur
  • 7 Literatur
  • 8 Weblinks

Formen der Zwillingsbildung

Die beiden bekanntesten Formen der Zwillingsentstehung sind:

Eineiige Zwillinge (monozygotisch)
die befruchtete Eizelle (Zygote) teilt sich im Verlauf der Entwicklung in zwei Embryonalanlagen, auch Zwillingsschlupfgenannt.
Zweieiige Zwillinge (dyzygotisch)
zwei innerhalb eines Zyklus gereifte Eizellen werden von zwei Spermienbefruchtet.

Zwei weitere überaus seltene Möglichkeiten der Entstehung von Zwillingen sind:

Polkörperchenzwillinge
Polkörperchenentstehen bei der Reifeteilungdes Eies im Eileiter, haben normalerweise keinen Zellleib und werden von der Gebärmutterabgestoßen. Ausnahmsweise können diese Polkörperchen einen kleinen Zellleib behalten, der dann neben dem reifen Ei auch von Spermien befruchtet werden kann. Diese Zwillinge sind sich nicht ähnlicher als normale zweieiige Zwillinge, da die Polkörperchen durch Meiose entstanden sind und sich bezüglich des Erbgutes von der Eizelle unterscheiden.
Zwillinge aus zweikernigen Eizellen
In seltenen Fällen verfügt eine Eizelle über zwei Zellkerne. In einem solchen Fall können beide Kerne von Spermien befruchtet werden. Die Zwillinge haben daher mütterlicherseits die gleichen Erbanlagen, unterscheiden sich aber in den vom Vater geerbten Anlagen. Hierbei handelt es sich zwar nur um ein Ei. Da sich das Ei bereits vor der Befruchtung teilt, wird diese Form nicht zu den klassischen eineiigen Zwillingen gezählt.

Formen eineiiger Zwillinge

Ursache für die verschiedenen Entwicklungen von eineiigen Zwillingen ist die Spezialisierung der Zellen in den ersten Tagen nach der Befruchtung. Sind die Zellen in den ersten drei Tagen noch gleich, so spezialisieren sie sich danach: Einige bilden den ernährenden Teil (Trophoplast, bildet die Plazenta), die anderen den embryonalen Teil (Embryoblast). Bei dieser Spezialisierung wird die äußere Eihaut(Chorion) gebildet, einige Tage später entsteht die innere Eihaut (Amnion). Diese Eihäute können nicht geteilt werden. Je nachdem, ob die Teilung vor oder nach der Bildung der äußeren Eihaut abgeschlossen war, werden zwei oder nur eine äußere Eihaut gebildet, analog bei der inneren Eihaut.

Teilung bis zum dritten Tag nach der Befruchtung (dichoriale Zwillinge)
Es findet eine vollständige Teilung statt. Beide Eier nisten sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter ein. Es entstehen zwei Fruchtblasen.
Teilung zwischen dem 3. und 7. Tag nach der Befruchtung (monochorial-diamniote Zwillinge)
Es findet eine vollständige Teilung des embryonalen Teiles, nicht jedoch des ernährenden Teiles, statt. Die beiden Embryonen nisten sich gemeinsam in der Gebärmutter ein. Es entstehen zwei Fruchtblasen. Die Kinder werden von einer gemeinsamen Plazentaversorgt, wodurch das Risiko eines fetofetalen Transfusionssyndromsbesteht.
Teilung nach dem 9. Tag nach der Befruchtung (monochorial-monoamnial)
Die beiden Embryonen teilen sich eine Fruchtblase. Findet die Teilung erst nach dem 13. Tag nach der Befruchtung statt, kann diese Teilung häufig nicht mehr vollständig erfolgen; es kommt zur Bildung Siamesischer Zwillinge.

In seltenen Fällen können eineiige Zwillinge verschiedene Geschlechter haben. Bei einer unvollständigen Teilung kann das Y-Chromosomverloren gehen. Das Kind ohne Y-Chromosom entwickelt sich dadurch zum Mädchen. Diese Mädchen leiden dann unter den Folgen des Turner-Syndroms.

Formen zweieiiger Zwillinge

Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn innerhalb eines Zyklus zwei Eizellen reifen und befruchtet werden. Diese müssen nicht im selben Geschlechtsakt befruchtet werden. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass zweieiige Zwillinge von zwei unterschiedlichen Vätern sind. Im Gegensatz zu eineiigen Zwillingen ist bei zweieiigen Zwillingen eine familiäre Häufung nachgewiesen, die Wahrscheinlichkeit von Zwillingsgeburten ist bei Schwestern von Zwillingsmüttern mehr als verdoppelt. Neben Stammbaumanalysen belegen auch die Populationsunterschiede eine genetische Komponente.

Häufigkeit von Zwillingsgeburten bei Menschen

Weltweit ist im Schnitt jede 80. Geburt eine Zwillingsgeburt. Hierbei gibt es jedoch regionale Unterschiede: Bei den Yorubaist es zum Beispiel jede 6. Geburt, in Japannur jede 200.

In Europa kann eine deutliche Häufigkeitsabnahme von Norden nach Süden nachgewiesen werden. Auffallend hoch ist der Anteil an zweieiigen Zwillingen in Finnland.

Durch künstliche Befruchtungen in den reichen Ländern nehmen Mehrlingsgeburtenin den letzten Jahren zu. Wichtigste Ursache der Zunahme scheint allerdings eher das steigende Lebensalter der Gebärenden zu sein, wie historische Analysen aus Skandinavien belegen.

Insgesamt sind von allen Zwillingen auf der Welt etwa zwei Drittel zweieiig und ein Drittel eineiig.

Zwillingsforschung

Die Zwillingsforschungerlaubt interessante Aussagen bezüglich der Frage, welcher Anteil des menschlichen Verhaltens durch das Erbgut und welcher durch die Umwelt bedingt ist.

Unterschiede zwischen eineiigen Zwilligen

Obwohl eineiige Zwillinge aus ein und derselben Eizelle hervorgehen und daher über exakt die gleiche genetische Ausstattungverfügen, sind sie nicht zwangsläufig identisch. Zuweilen unterscheiden sich die Geschwister bezüglich ihrer physischenund psychischenMerkmale sogar sehr deutlich voneinander. Man erklärt dieses Phänomenmit sich unterschiedlich entwickelnden epigenetischenProfilender Zwillinge, d. h. unterschiedliche Expressionsmusterkönnen bei den Geschwistern zu unterschiedlicher Ausprägung bestimmter Merkmale(Phänotypen) führen. Wichtige epigenetische Mechanismen, die die Genaktivität bei unveränderter DNA-Sequenz(Abfolge der Nukleotide) der DNAbeeinflussen, sind vor allem DNA-Methylierungund Histon-Acetylierung. In einer neueren Studie (2005), die sich auf die Untersuchung dieser Mechanismen konzentrierte, fanden sich bei etwa einem Drittel der Zwillingspaare unterschiedliche epigenetische Muster. Dagegen wiesen zwei Drittel der insgesamt 80 Zwillinge im Alter zwischen drei und 74 Jahren identische Profile auf.

Mit zunehmenden Lebensalter der eineiigen Zwillinge, prägen sich Unterschiede im Muster der Genexpressionimmer deutlicher aus - dagegen lassen sich die Geschwister in frühen Phasen ihres Lebens epigenetisch nicht voneinander unterscheiden. Interessanterweise sind die Abweichungenbei Zwillingen umso stärker, je weniger Lebenszeit miteinander verbracht wurde. Das stützt die Vermutung, daß Umweltfaktorenwie Rauchen, Ernährungoder körperliche Aktivitätendas epigenetische Profil beeinflussen. Auch das Erleiden verschiedener Krankheitenim Lauf des Lebens scheint hierbei eine Rolle zu spielen.

PMID: 16009939, PMID: 16027353

Zum weiter lesen: Ähnlich aber unterschiedlich

Das Wort Zwilling

Zwilling, älter auch zwiniling, gezwinele, ist eine Ableitung vom Zahlwort zwei und meint ursprünglich das, "was doppelt vorkommt", "wovon es ein zweites gibt".

Berühmte Zwillinge in Realität und Literatur

  • Jakobund Esau, zweieige Zwillingssöhne des biblischenPatriarchenehepaars Isaakund Rebekka
  • Romulusund Remus, die von Wölfen großgezogenen Gründer Roms
  • Die Kessler-Zwillinge, Alice und Ellen Kessler
  • Das doppelte Lottchen (Kinderbuch von Erich Kästner)
  • Mary-Kate und Ashley Olsen(amerikanische Schauspielerinnen)
  • Carolineund Georgina Evers-Swindell(neuseeländische Ruderinnen und Olympiasiegerinnen)
  • Jaros?awund Lech Kaczy?ski(polnische Politiker)
  • Marissa Miltonund Melissa Milton(Porno-Stars)
  • Chang und Eng Bunker(1811-1874), die siamesischen Zwillinge, nach denen die Doppelfehlbildung benannt ist
  • Kin und Gin Kanie(1892-2000/2001), japanisches Zwillingspärchen, das sich aufgrund seines hohen Alters zu Medienlieblingen entwickelte
  • Robinund Maurice Gibb, Mitglieder der Bee Gees
  • Luke Skywalkerund Leia Organa, Figuren des Star Wars-Universums
  • Benji und Joel Madden, amerikanische Zwillingsbrüder und Bandmitglieder der Rockgruppe Good Charlotte

Literatur

  • Eiigkeitsdiagnose bei jugendlichen Zwillingen mit Fragebogen. Ärztliche Jugendkunde 71 (1980), S, 105-109.
  • Zwillinge - die doppelt süße Last von Lydia Hauenschild (teilweise negativierend geschrieben, aber trotzdem interessant)
  • Ratgeber Drillinge das Buch (auch für Zwillinge bestens geeignet, Ratgeber Drillinge)
  • Grützner-Könnecke, Helga: Drillinge (ISBN 3-937645-00-4)

Weblinks

  • http://www.TWINDEX.de- Zwillinge aus Deutschland, die seit über 2 Jahren täglich Portraitfotos online stellen, um die Veränderungen zu dokumentieren
  • Schweizerischer Zwillingsverein
  • http://www.zwillinge.at/
  • http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/schwangerschaft/zwilling.html
  • ABC-Club e.V. Internationale Drillings- und Mehrlingsinitiative Eine Adresse für Drillingseltern
  • Initiative für Zwillings- und Drillingseltern im Großraum Köln
  • Praktische Tipps und Informationen von einer österreichischen Drillingsfamilie
  • Informationsplattform für Drillingseltern
  • http://www.zeitschrift-zwillinge.de
  • Die Schweizer Zwillingsseite
  • http://www.zwillingsweb.de
  • http://www.mehrlinge.com
  • http://www.bremer-zwillinge.deeine Homepage für jugendliche und erwachsene Zwillinge.
  • http://kind.qualimedic.de/Zwillinge.html
  • www.wissenschaft.de: Epigenetische Faktoren verursachen Abweichungen zwischen genetisch identischen Zwillingenda:Tvilling

en:Twin fr:Jumeau he:?????? (????????) id:Kembar ja:??? la:Gemini lt:Dvyniai nl:Tweeling (biologie) pl:Ci??a bli?niacza sv:Tvillingar

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